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Ab 1. Juli schweigen in der Stadt Diepholz die Sirenen

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Von: Sven Reckmann

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Einer von zwölf Sirenenstandorten in Diepholz liegt an der Maschstraße.
Einer von zwölf Sirenenstandorten in Diepholz liegt an der Maschstraße. © Reckmann

Die Diepholzer Feuerwehr benötigt die Sirenen für ihre Zwecke nicht mehr, sagt der Stadtbrandmeister. Was den Katastrophenschutz betrifft, sei es die Aufgabe des Landkreises. Der Diepholzer Fachausschuss vertagt daraufhin einen SPD-Antrag, die Sirenen zu erneuern.

Diepholz – Das Heulen hat ein Ende. Die Sirenen über den Diepholzer Dächern verstummen, werden in wenigen Tagen abgeschaltet. Die Feuerwehr benötigt sie nicht mehr, ob es für den Katastrophenschutz neue gibt, ist noch nicht entschieden.

„Wir haben eine Mitteilung von den zuständigen Stellen beim Landkreis bekommen, dass der analoge Funkbetrieb und somit die Auslösung der Sirenen zum 30. Juni vom Netz genommen wird. Dann stehen sie still.“ Das berichtete der Diepholzer Stadtbrandmeister Frank Schötz im städtischen Ausschuss für Ordnung, Markt, Soziales und Kultur. Damit sei der jüngste Probealarm am Samstag der letzte gewesen.

Die Alarmierung der Feuerwehrleute läuft jetzt komplett über digitale Meldeempfänger.

Die SPD-Fraktion hatte den Antrag eingebracht, zu prüfen, ob man die bestehenden Sirenen erhalten und/oder erneuern könnte, welche technischen Lösungen es gibt unter Berücksichtigung entsprechender Förderprogramme. Kurz vor der Sitzung hatten mehrere Ausschussmitglieder jedoch Signale bekommen, dass auf Bundes- und Landesebene neue Regularien dazu in der Vorbereitung sind. Diese wolle man noch abwarten. Einstimmig stimmte der Ausschuss für eine Vertagung des Antrags.

Zuvor hatte der Stadtbrandmeister aus Feuerwehr-Sicht zum Thema Sirenen gesprochen. Diepholz habe sich schon vor Jahren dafür entschieden, jedes Feuerwehr-Aktiven mit digitalem Meldeempfänger auszurüsten. „Wir brauchen die Sirenen für unsere Zwecke nicht mehr und können auf sie verzichten.“ Für den Katastrophenschutz sei einzig und allein der Landkreis zuständig. Da helfe es auch nicht, wenn Diepholz im Alleingang Sirenen erneuere. Den alten Sirenen, von denen noch zwölf auf Diepholzer Dächern gibt, räumt Schötz keine großen Chancen mehr ein: „Das sind Luftschutzsirenen, die teilweise schon Jahrzehnte alt sind. Ich bezweifele, dass die mit einer neuen Technik kompatibel wären.“

Schötz unterstrich, dass er nicht generell gegen Sirenen sei. Die modernen Anlagen hätten einen viel höheren Wirkungsradius, man könnte die Zahl der Standorte von zwölf auf etwa sieben reduzieren, haben Feuerwehr und Stadtverwaltung ausgerechnet. „Sie sind gut, die Sirenen, aber ist zu klären, wie sie im Katastrophenfall angesprochen werden.“

Und wohl auch, wer dafür zahlt. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

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