Sozialarbeiterin Lena Prange: „Von vollständiger Integration weit entfernt“

Derzeit 183 Flüchtlinge in Diepholz

Diepholzer Flüchtlingssozialarbeiterinnen: Lena Prange (links) und Brigitte Suckut.
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Diepholzer Flüchtlingssozialarbeiterinnen: Lena Prange (links) und Brigitte Suckut.

Diepholz – 355 Flüchtlinge sind der Stadt Diepholz seit dem Jahr 2015 zugewiesen worden. Aktuell leben 183 Flüchtlinge in Diepholz. Diese Zahlen nannte Lena Prange in der jüngsten öffentlichen Sitzung des städtischen Ausschusses für Jugend, Familie, Sport und Soziales im Rathaus. Prange ist neben Brigitte Suckut Flüchtlingssozialarbeiterin der Stadt. Organisatorisch arbeitet das Zweier-team unter dem Dach des Diakonischen Werkes, wird aber städtisch finanziert.

„Für September sind weitere zehn Zuweisungen angekündigt“, sagte Lene Prange in ihrem Tätigkeitsbericht.

Die Zahl der Zuweisungen ist seit der „Flüchtlingskrise“ 2015 stark zurückgegangen. Auch die Zahl der Ehrenamtlichen, die sich für Flüchtlinge engagieren, sank deutlich: Waren es 2016 noch 62, so sind es heute noch 24 Diepholzer Bürger, die Flüchtligen unentgeltlich helfen und damit laut Prange „unabdingbar“ sind. Sie übernehmen beispielsweise Patenschaften für Flüchtlingsfamilien.

Lena Prange und Brigitte Suckut bieten eine Anlaufstelle für Migranten in den Räumen des Diakonischen Werkes am Postdamm. Fragen der Flüchtlinge drehen sich beispielsweise um Anerkennung von Bildungsabschlüssen aus den Herkunftsländern. „Die Flüchtlingssozialarbeit ist unerlässlich“, so Lena Prange. Es gehe darum, Perspektiven für die Menschen zu entwickeln. Dazu arbeiten die beiden Flüchtlingssozialarbeiterinne mit anderen Institutionen zusammen. Ihre Netzwerke werden bei regionalen und überegionalen Treffen ausgebaut.

Bei ihrer Arbeit mit Flüchtlingen haben die beiden Frauen mit verschiedensten Sprachen, Normen und Werten zu tun. „Von einer vollständigen Integration zu sprechen, davon sind wir noch weit entfernt“, ist eine Erfahrung von Lena Prange.

SPD-Ratsherr Manfred Albers sah das ähnlich. „Das Thema wird uns lange begleiten. Auch die Integration der Flüchtlinge nach 1945 hat Jahre gedauert.“

Die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familie, Sport und Soziales fand zum ersten Mal unter dem Vorsitz von Ralf Evers (SPD) statt. Er ist Nachfolger von SPD-Ratsherr Prof. Dr. Winfried Schröder, der aus Diepholz fortgezogen ist.

Ein Viertel weiblich: Von den 355 Flüchtlingen, die der Stadt Diepholz in den vergangenen fünf Jahren zugewiesen wurden, kamen die meisten aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Die Hälfte reiste im Familienverband. Ein Viertel der Flüchtlinge ist weiblich. 163 haben Diepholz wieder verlassen. Einige kehrte freiwillig in ihr Heimatland zurück, sechs wurden abgeschoben.

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