„Heimatvater“ hat Wasser in den Augen

Werner Schneider gibt sein Amt als erster Vorsitzender des Heimatvereins Aschen ab

Werner Schneider (l.) übergibt seinem Nachfolger im Amt, Timo Zargus, die Schlüssel für das Heimatmuseum.
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Werner Schneider (l.) übergibt seinem Nachfolger im Amt, Timo Zargus, die Schlüssel für das Heimatmuseum.

Aschen – Immer wieder trieb es den Beteiligten Wasser in die Augen an diesem Vormittag im Heimatmuseum. Diese Mitgliederversammlung des Aschener Heimatvereins war eine ganz besondere, denn sie bedeutete einen Generationswechsel. Nach mehr als 30 Jahren im Vorstand, davon 17 Jahren als erster Vorsitzender, trat Werner Schneider aus dem Führungsgremium zurück.

Und das ließ niemanden kalt. Denn Schneider hatte nicht nur die Geschicke des Heimatvereins gelenkt, sondern auch die Entwicklung des Heimatmuseums, das jedes Jahr tausende Besucher anzieht, in den vergangenen Jahren maßgeblich verantwortet.

Moordiplom, Aktionstage, Erntefeste – Schneider war überall beteiligt. Und dass erwachsene Aschener ihm den Namen „Heimatvater“ gaben, das sagt einiges aus.

Einen „Schuss vor den Bug“ habe es jedoch gesundheitlich gegeben, sagte Schneider jetzt, sodass er sich entschieden habe, aus den Funktionen konsequent zurückzutreten.

Wegen seiner langjährigen, großen Verdienste wählte die Versammlung Werner Schneider zum Ehrenvorsitzenden des Aschener Heimatverein. Rechts: Zweiter Vorsitzender Willi Sillmann.

Zweite Rechnungsführerin Manuela Dieckmann zeichnete den Werdegang Schneiders nach: 1987 in den Heimatverein eingetreten, 1990 stellvertretender Schriftführer, 1994 zweiter Vorsitzender und im Januar 2004 nahm er das Zepter als erster Vorsitzender in die Hand. „Du bist zu unserem Heimatvater geworden, diese Bezeichnung muss man sich verdienen, und Du hast die verdient.“

Schneider habe das Heimatmuseum weit über die Grenzen Aschens bekannt gemacht.

„Mit Dir als unserem Heimatvater ist unser Heimatverein lebendiger geworden – neben dem Erntedankfest, dem Backtag, den Aktionstagen, der Großveranstaltung Oldtimertreffen, vielen Moordiplomen gab es auch unzählige Führungen auf dem Gelände. Ein Highlight ist und bleibt das Ritual, wie man würdevoll einen Aschener Bollergeist zu sich nehmen kann.“

Schneider habe den Heimatverein zu dem gemacht, was er heute ist.

In die gleiche Richtung ging auch die Würdigung von Aschens Ortsvorsteher Wilhelm Paradiek. Schneider habe dem Heimatverein seinen eigenen Stempel aufgesetzt. Durch ihn sei Aschen weit über die Grenzen bekannt geworden, sagte Paradiek.

Zum langanhaltenden Applaus für den scheidenden Aschener Heimatvereins-Vorsitzenden erhob sich die Versammlung von den Plätzen.

„Es geht weiter, aber eben anders“, leitete Schneider selbst den Wechsel ein. „Ich habe mich bemüht, immer mein Bestes zu geben, ob mir das gelungen ist, müssen andere beurteilen“, sagte er. „Wenn es darauf ankam, den Verein zu präsentieren, dann habt Ihr zur Stange gehalten. Dieses wünsche ich mir auch für die Zukunft.“ Es sei in den vergangenen Wochen manches etwas schnell gegangen, räumte der scheidende erste Vorsitzende ein, „Ich habe ein paar Mal schlucken müssen, aber mich nicht verschluckt.“

Die anwesenden Vorsitzenden der Aschener Vereine hoben unterdessen die problemlose Zusammenarbeit mit dem Heimatverein hervor. „Viele beneiden uns darum, dass unsere Könige mit dem Heimatmuseum so eine schöne Residenz haben“, sagte der Vorsitzende des Schützenvereins Aschen, Friedrich Winkelmann.

Keine Diskussion: die Versammlung wählte Schneider zum Ehrenvorsitzenden, dem zweiten nach Gustav Kattau.

Zu Schneiders Nachfolger wählte die Versammlung Timo Zargus. Der hatte die Entscheidung zur Kandidatur nicht leichtfertig getroffen, wie deutlich wurde, sondern sich bereits eine Strategie zurechtgelegt: „Das ganze Dorf soll sich hier wiederfinden.“ Das Heimatmuseum soll familienfreundlicher werden, Crowdfounding für die Renovierung bestimmter Museumsteile, Spielgeräte am Heimatmuseum – der neue Vorsitzende hatte schon einges „in der Pipeline“.

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