Planer stellen Ideen für Umgestaltung vor

Das neue Gesicht der Fußgängerzone

Bei der Bürgerbeteiligung im Rathaus ging es um das zukünftige Gesicht der Fußgängerzone.
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Bei der Bürgerbeteiligung im Rathaus ging es um das zukünftige Gesicht der Fußgängerzone.

Diepholz – „Ich will Ihnen nicht zu nahe treten“, sagte Planer Matthias Kolhoff aus Vechta gleich zu Beginn dieses Abends in Richtung seiner Zuhörer. „Das war vor 30 Jahren gut, keine Frage, aber es ist heute verbesserungswürdig.“

Gemeint ist das Herz der Stadt, die Fußgängerzone zwischen Mühlenstraße und Altem Rathaus. Die soll, drei Jahrzehnte nach ihrem Bau, einer Verjüngungskur unterzogen werden. „Neugestaltung“ heißt das Ganze, und Bürger sollen die Möglichkeit haben, dabei mitzureden und Vorschläge einzubringen.

Daher hatte die Stadt zu einer Bürgerinformationsveranstaltung ins Rathaus eingeladen. Und die mit Pandemie-Abstand aufgestellten 60 Sitzplätze füllten sich komplett.

Zentrales Element der „neuen“ Fußgängerzone soll ein sogenanntes „Funktionsband“ werden, ein roter Faden, der alles entlang einer geschwungenen Linie bündelt – von Sitzplätzen für die Gastronomie über Spielgeräte und Hochbeete bis hin zu Sitzmöglichkeiten.

Das bedeutet für die Körstube: Terrasse weg. Diese werde als Barriere wahrgenommen, erklärte der Planer. Mit dem Funktionsband erhalte die Körstube sogar mehr Außensitzplätze.

Am „zentralen Platz“, an der Einmündung Lange Straße/Kolkstraße, sehen die Entwürfe ein kleines Wasserspiel, ein Fontänenfeld mit geringer Höhe vor als Anziehungspunkt.

„Das Pflaster ist zu glatt“

Es dauerte nicht lange, bis aus den Reihen der Zuhörer zum ersten Mal ein leidiges Thema angesprochen wurde: „Das Pflaster ist zu glatt“. Die Fördermodalitäten machen es notwendig, dass das alte Pflaster so weit wie möglich wiederverwendet werden muss.

Das Funktionsband selbst soll aus Betonsteinen gepflastert werden. Die sind zwar weniger glatt, „aber da muss man erstmal hinkommen“, lautete ein Einwand aus der Runde.

Bäume soll es auch geben, Schattenspender für den Sommer seien unerlässlich, machte der Planer deutlich. Ein Bürger hielt dagegen, dass er Unmut von den Anwohnern befürchte, die sich über das Laub ärgern. Was die Bäume betrifft, so seien derzeit zwei in der engeren Auswahl: Chinesische Waldbirne sowie Gold-Rubine. Die Oberflächenentwässerung der Langen Straße soll soweit wie möglich in den Baumscheiben erfolgen.

Auf die bestehenden Torbögen am Eingang der Fußgängerzone angesprochen hielt der Planer diese für verzichtbar, weil sie eher als Unterbrechung wahrgenommen würden.

„Heimspiel“ für den Lichtplaner

Auf durchweg positive Resonanz bei den Zuhörern stieß der Vortrag von Lichtplaner Oliver Christen, der sein Büro an der Schlossstraße hat, und sich daher über ein „Heimspiel“ freute: „Wir sind froh, dass wir an der eigenen Stadt mitarbeiten dürfen.“ Er beschrieb die Maßgaben, nach der die Beleuchtung für die Fußgängerzone entwickelt wird. Dabei zählt warmes und gleichmäßiges Licht, es müsse gerichtet sein, also nicht in alle Richtungen abstrahlen. Lichtverschmutzung soll auf jeden Fall vermieden werden.

Wichtig sei es, das Licht bedarfsgerecht anzubieten, also immer dann, wenn sich Menschen auch im Straßenraum bewegen.

Für Diepholz haben die Lichtplaner schlichte Lichtstelen ausgewählt. Eine Fassadenakzentuierung könnte das Alte Rathaus in der Dunkelheit besser hervorheben.

Die Lichtfliesen, die in Diepholz schon vor dem Bahnhof eingesetzt sind, könnten auch an den Eingängen des Durchgangs von der Hinterstraße zur Langen Straße eingesetzt werden, um diese Achse stärker zu betonen. Und auch Licht-Projektionen sind möglich: Schriftzüge wie „Herzlich Willkommen“, Zugvögel oder Motive mit Diepholz-Bezug könnten zu „Hinguckern“ werden.

Zum Abschluss der Veranstaltung waren die Zuhörer gefragt, mittels Klebepunkten aus Alternativen an den Stellwänden ihre Favoriten zu ermitteln.

Dass die eingebrachten Meinungen am Ende auch Realität werden, mochte Bürgermeister Florian Marré nicht versprechen. Die die Entscheidung liegt beim Rat. „Aber die Politik ist sicherlich gut beraten, diese Meinungen auch ernstzunehmen.“

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