Caritas braucht die Räume an der Hinterstraße

Ende der Diepholzer Flüchtlings-Kleiderstube

In der Kleiderstube, die demnächst geschlossen wird: Ingrid Schilling (links) und Inge Kock.
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In der Kleiderstube, die demnächst geschlossen wird: Ingrid Schilling (links) und Inge Kock.

Diepholz – Als im Jahr 2015 die „Flüchtlingswelle“ in Deutschland geschafft werden musste, half Ingrid Schilling sofort. Sie sammelte Kleidung und andere Sachspenden für die Asylbewerber in der Stadt Diepholz. Aus den Anfängen in der privaten Garage erwuchs die Kleiderstube an der Hinterstraße 10 – unterstützt von Inge Kock, die ihre Erfahrung als ehrenamtliche Flüchtlingshelferin mit einbrachte.

Zum Team gehörten zudem Barbara Preu, Bärbel Behnke-Drewes und Helmut Backer. Nach sechs Jahren macht die ehrenamtlich betriebene Kleiderstube an der Hinterstraße 10 nun zu.

Die Caritas braucht die Räume in der oberen Etage, weil sie das Personal ihrer Beratungsstelle für Wohnungslose im Erdgeschoss aufstockt.

Die Suche nach anderen Räumen in Diepholz, die für die Kleiderstube kostenlos zur Verfügung stehen könnten, war erfolglos. Ende Juli soll die Einrichtung für Flüchtlinge an der Hinterstraße nun zum letzten Mal öffnen. „Leider!“, betont Ingrid Schilling, „wenn wir neue Räume finden, machen wir weiter.“ Doch davon gehen sie und Inge Kock nicht aus. Deswegen nehmen die beiden Diepholzerinnen auch keine Sachspenden mehr an. Die Kleidung im Bestand soll das Deutsche Rote Kreuz (DRK) für den Diepholzer Second-Hand-Laden „Jacke wie Hose“ oder andere Verwertungen bekommen. Die Haushaltsgegenstände gehen an einen DRK-Laden in der Region.

Bis Ende Juli noch geöffnet

Die für Flüchtlingen ehrenamtlich betriebene Kleiderstube an der Hinterstraße in Diepholz ist noch bis Ende Juli mittwochs (16. Juni, 23. Juni, 29. Juni sowie 7. Juli und 14. Juli) jeweils von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Mit dem Rückgang der Flüchtlingszahlen sank auch der Besuch der Kleiderstube. Trotzdem kamen laut Ingrid Schilling an jedem Öffnungstag etwa vier bis fünf Besucher – zuletzt vorwiegend aus Rumänien und Bulgarien stammende Mitbürger. Auch verschiedene soziale Einrichtungen in Diepholz bekamen bei Bedarf Spenden aus der Kleiderstube.

Im Jahr 2016 hatte Pastor Lutz Korn die Räume im Haus Hinterstraße 10 vermittelt, das damals noch vom Diakonischen Werk genutzt wurde. Es sollte eine vorübergehende Lösung sein. Die evangelische Kirchengemeinde St. Nicolai übernahm die Kosten, während die Arbeit ehrenamtlich lief.

Wird bald abmontiert: Das Schild der Kleiderstube an der Hinterstraße.

Für dieses unentgeltliche Engagement zeichnete die Stadt Diepholz das Kleiderstuben-Team 2018 beim „Tag des Ehrenamtes“ aus.

Anlässlich der baldigen Schließung ihrer Einrichtung danken Ingrid Schilling und Inge Kock nicht nur den vielen Spendern von Kleidung und anderen Dingen, sondern auch der Kirchengemeinde und den vielen Helfern. Beide Diepholerinnen wollen sich weiter in der Flüchtlingshilfe engagieren.

Viele Flüchtlinge aus dem Jahr 2015 kamen bis zuletzt in die Kleiderstube. Einige brachten auch Kleidung dankend zurück: Kinderkleidung, die ihrem Nachwuchs zu klein geworden war.

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