Gebäude in Schuss halten

André Schulz berichtet von seiner Arbeit als Diepholzer Hausmeister

Hausmeister und Bauhof-Mitarbeiter pflegen einen Friedhof.
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Mittwochs ist Friedhofstag: Einmal in der Woche kümmert sich Hausmeister André Schulz gemeinsamt mit dem Bauhof-Mitarbeiter Leon Droste (r.) um die Pflege des Geländes rund um die Aschener Kapelle.

Jeder weiß, dass es ihn gibt, aber nur wenige wissen, was er täglich macht: der Hausmeister. André Schulz ist seit 16 Jahren in diesem Beruf tätig und gewährt einen Einblick.

Aschen – André Schulz ist bei der Stadt Diepholz angestellt. Die Berufsbezeichnung ist natürlich an heutige Standards angepasst worden. „Mittlerweile heißt es Gebäudemanagement“, sagt der 44-Jährige schmunzelnd, „aber ich bin immer noch Hausmeister.“

Seit 16 Jahren kümmert er sich hauptsächlich um die Grundschule Aschen. Im Lauf der Jahre sind Tätigkeiten an und in den Feuerwehrhäusern, der Friedhofskapelle Aschen und dem Theater dazugekommen. „Seit diesem Jahr bin ich auch einmal die Woche an der Grundschule Sankt Hülfe-Heede“, sagt er.

Hausmeister André Schulz: Arbeitsbeginn um 7 Uhr

André Schulz Arbeitswoche geht von Montag bis Freitag. Sein Arbeitstag beginnt um 7 Uhr. „Dann schließe ich die Schule auf“, erklärt er. In der Regel ist er der erste, der sie betritt. Nur wenn er Urlaub hat oder krank ist, übernimmt eine Lehrkraft das Aufschließen. André Schulz wohnt direkt neben der Schule, was einen kurzen Arbeitsweg bedeutet. „Ich kann über den Sportplatz zur Arbeit gehen. Das ist das Coolste“, kommentiert Schulz.

Ich kann über den Sportplatz zur Arbeit gehen. Das ist das Coolste.

André Schulz

Nach dem Aufschließen folgt ein Kontrollgang: „Ich gucke, ob alles in Ordnung ist, prüfe das Licht und teste, ob der smarte Tafelersatz funktioniert.“ Anschließend gehts nach draußen. Schulz erzählt: „Ich gehe den Schulhof ab und suche nach Müll oder gefährlichen Gegenständen.“ Das alles dauert etwa eine halbe Stunde, und dann kommen schon die ersten Kinder und Lehrerinnen. „Bis Schulbeginn stehe ich dann für Probleme bereit“, sagt der 44-Jährige. Das Spektrum erstreckt sich dabei von Papierhandtücher nachfüllen und Tische umbauen bis zu verlorene Hausschuhe suchen.

Wobei letzteres durch die Corona-Krise weniger geworden ist. Es laufe ohnehin viel über das Handy, „aber gerade die Kinder sehe ich nicht mehr so viel. Vor Corona war ich in den Pausen mit auf dem Schulhof. Das geht jetzt nicht mehr.“

„Wie bei den Ghostbusters“, sagt André Schulz und meint den Laubbläser auf seinem Rücken. Der gehört zur Standardausrüstung eines Hausmeisters.

Nach Schulbeginn wird´s dann erstmal ruhiger. Dann macht Schulz sich an die Tagesplanung. „Ich checke meine Mails, Leute, die was brauchen, rufen mich an.“ Und so gestaltet sich dann mehr oder weniger spontan der Tag eines Hausmeisters. „Es ist nicht so, dass ich mir am Tag vorher sage, dass ich heute um 10 Uhr Rasen mähe“, meint Schulz. Das, was anliegt, wird dann eben erledigt. „Was immer geht, sind kleinere Reparaturen. Irgendwas ist immer mal kaputt.“

Am Nachmittag sind die lauteren Tätigkeiten an der Reihe: Hämmern, Bohren, Klopfen, Schlagen – eben alles, was Krach macht und den Unterricht stören würde. „Ich hänge Bilder auf und erledige alle Dinge, die Vormittags nicht gingen, weil es zu laut gewesen wäre“, erzählt André Schulz.

Zu seinen letzten Handlungen seines Arbeitstags gehört die Absprache mit dem Reinigungspersonal. „Wenn etwas fehlt und sie neues Putzmittel brauchen, dann fahre ich los und kaufe es ein“, sagt André Schulz.

Kurz vor Feierabend spricht sich André Schulz mit den Reinigungskräften Elke Goldstein (l.) und Karin Lange der Schule ab und besorgt bei Bedarf neues Putzmittel.

Um Hausmeister zu werden, braucht man übrigens keine spezielle Ausbildung. „Die gibt es gar nicht“, meint Schulz. „Man braucht eine handwerkliche Ausbildung.“ Ohne ein gewisses Know-How in diesem Bereichen ist es einfach schwer, selbstständig zu arbeiten.

So sehen die Dienstage und Donnerstage des Hausmeisters aus Aschen aus. Montags unterstützt er Gabi Antrecht, die zuständige Hausmeisterin der Grundschule Sankt Hülfe-Heede. Schulz erklärt: „Wir Hausmeister der Stadt Diepholz verstehen uns alle untereinander super und unterstützen uns gegenseitig. Wir sind ein Team.“ Durch Fortbildungen, die die Stadt ihnen ermöglicht, habe sich jeder im Laufe der Zeit sein Spezialgebiet erarbeitet. „Ich bin zum Beispiel zuständig für Leitern und Tritte“, erzählt Schulz.

Hausmeister André Schulz: Mittwoch ist Friedhoftag

Am Mittwoch ist dann Friedhofstag, denn André Schulz kümmert sich nicht nur um die Schulen in Aschen und Sankt Hülfe. Einmal die Woche trifft er sich mit Bauhof-Mitarbeiter Leon Droste an der Kapelle in Aschen. „Wir sorgen dafür, dass es hier ordentlich aussieht und setzen gewisse Dinge auch um“, sagt Schulz. Derzeit sind sie dabei, den Urnen-Bereich zu überarbeiten und zu verschönern.„Freitags ist mein Rathaustag“, verrät Schulz. Dort kümmert er sich dann um Post, die reingekommen ist oder andere Verwaltungsarbeit, die unter der Woche zu kurz gekommen ist. Kurz vor dem Wochenende ist er auch oft im Baumarkt anzutreffen. Dann besorgt er nämlich Utensilien oder Werkzeuge, die er für die kommende Arbeitswoche benötigt

Die Feuerwehrhäuser der Stadt Diepholz sowie das Theater sind mit digitalen Schließanlagen ausgestattet. Auch dafür ist der gelernte Handwerker verantwortlich. Er koordiniert die Herausgabe der Schlüssel an Befugte und die Einstellung der Schließanlagen.

Als pädagogischer Mitarbeiter für digitale Medien ist André Schulz unter anderem für die smarten Tafeln in der Aschener Grundschule verantwortlich.

Doch damit noch nicht genug: Schulz kümmert sich als pädagogischer Mitarbeiter für digitale Medien außerhalb der regulären Arbeitszeit um eine Herzensangelegenheit. „In den letzten Jahren, und noch vor dem Digitalpakt“, betont er, „habe ich mich dafür eingesetzt, dass der digitale Ausbau an der Schule voran geht.“ Das Ergebnis seiner Arbeit sind 34 Laptops und zehn stationäre Computer, die es mittlerweile an der Grundschule Aschen gibt. Dazu kommen diverse Beamer und die smarten Tafeln in den Klassenräumen. Schulz kümmert sich darum, dass alles funktioniert. „Dabei geht es hauptsächlich um Software-Updates.“ Er betont: „Das mache ich alles nach Feierabend.“

Feierabend hat André Schulz übrigens gegen 16 Uhr. Dann schließt der Hausmeister die Schule ab, bevor er nachhause geht – um am nächsten Morgen wieder bei Sonnenaufgang über den Sportplatz zur Arbeit zu schlendern.

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