Landwirte lassen schon auf mehr als 1 600 Hektar Fläche Blumen wachsen

Da blüht uns was

Erfahrungsaustausch inmitten eines „summenden“ Blütenfeldes: (v.l.) Landwirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Henrich Meyer zu Vilsendorf und der Berater für den Umwelt- und Ressourcenschutz Hauke Ahnemann.
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Erfahrungsaustausch inmitten eines „summenden“ Blütenfeldes: (v.l.) Landwirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Henrich Meyer zu Vilsendorf und der Berater für den Umwelt- und Ressourcenschutz Hauke Ahnemann.

Diepholz/Nienburg – Es ist wie ein Gruß aus Südfrankreich: Sonnenblumen leuchten in der Landschaft, die violetten Blüten der Phacelia stehen im reizvollen Kontrast dazu. Dazwischen behauptet sich der Gelbsenf mit seinen charakteristischen Blüten. Eines haben diese Pflanzen gemeinsam: Sie liefern Wildbienen und anderen Insekten wertvolle Nahrung – und werden immer öfter von Landwirten ausgesät.

Wie Henrich Meyer zu Vilsendorf als Leiter der Landwirtschaftskammer-Bezirksstelle Nienburg berichtet, haben Landwirte in den Landkreisen Diepholz und Nienburg bereits mehr als 1 600 Hektar Fläche mit vielfältigen Blühmischungen bestellt – umgerechnet seien das mehr als 16 Millionen Quadratmeter, fügt Henrich Meyer zu Vilsendorf hinzu, „oder eine Größenordnung von 2 240 Fußballfeldern“.

Der Bezirksstellenleiter betont: „Ich freue mich über das enorme Engagement unserer Landwirte für den Artenschutz und die Biodiversität.“ Die Gesamtfläche in den Landkreisen Diepholz und Nienburg dafür wuchs demnach von insgesamt 1 394 Hektar im Jahr 2019 auf jetzt 1 605 Hektar. Davon entfallen 1 031 auf den Landkreis Nienburg und 574 Hektar auf den Landkreis Diepholz.

„Noch vor zehn Jahren konnten wir gerade mal zehn Prozent des heutigen Flächenumfanges verzeichnen“, blickt Meyer zu Vilsendorf auf den großen Zuwachs der Blühflächen: „Zu dieser Ausweitung haben sowohl geänderte Förderprogramme geführt, aber vielfach auch einfach der Wunsch vieler Landwirte, noch aktiver etwas für den Bienenschutz und für viele andere frei lebende Tiere zu verwirklichen.“

Für Hauke Ahnemann, an der Landwirtschaftskammer- Bezirksstelle Nienburg Berater für den Umwelt- und Ressourcenschutz, ist klar: „Die starke Zunahme an Blühflächen in der Region zeigt den Erfolg einer Reihe von einzelnen Maßnahmen, aber auch einen deutlichen Zugewinn an Erfahrung.“

Die Landwirtschaftskammer erläutert den Hintergrund so: „Zu Beginn der Förderperiode 2015 verunsicherten die bürokratischen und praktischen Erfordernisse für die neu geschaffenen Blühflächenprogramme des Landes viele Praktiker. Auch Beratung und Handel mussten noch Erfahrungen sammeln, um passende Mischungen und Hilfestellungen liefern zu können. Zusammen mit der intensiver geführten gesellschaftlichen Diskussion können nun die gesammelten Erfahrungen mehr und mehr in die Praxis getragen werden, sodass auch weniger spezialisierte Betriebe für alle Seiten erfolgreich Blühflächen anlegen können.“

Dabei hat die Landwirtschaftskammer Multiplikatoren an ihrer Seite: „Neben der hauptamtlichen Beratung tragen auch Imker und Jäger in der Region dazu bei, Kontakte herzustellen, die Vorteile von Blühflächen für alle Seiten darzustellen und praktische Tipps zu geben.“

Dass gleichzeitig auch die Politik dazu lerne und gesellschaftlichen Willen mit praktischen Erfahrungen zusammenbringen könne, zeige die 2018 neu geschaffene Maßnahme der „Bienenweide“. Obwohl der Landwirt dabei keine zusätzliche Förderung erhalte, könnten die Blühflächen dieses Programms als sogenannte ökologische Vorrangflächen angerechnet werden, die die Betriebe seit 2015 anlegen müssen. Bilanz der Fachleute: „Diese Anreizkomponente und eine flexible, aber gleichzeitig sinnvolle Ausgestaltung der Maßnahme haben in beiden Landkreisen zu einer weiteren merklichen Zunahme der Blühflächen geführt.“

Auf diesen Erfolgen gelte es weiter aufzubauen, so Hauke Ahnemann: „Wenn wir die Arbeit aller Beteiligten der letzten Jahre weiterhin so erfolgreich fortsetzen, sind wir auf einem guten Weg.“

Vielversprechend ist laut Landwirtschaftskammer in der Zukunft die gezielte Vernetzung von Blühflächen. Dadurch seien weitere positive Effekte für Flora und Fauna zu erwarten: „Dieses sollte unbedingt in bewährter Weise in enger Kooperation mit den Landwirten und Grundstückseigentümern geschehen.“

Von Anke Seidel

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