Insgesamt 111 Infizierte

Coronavirus im Landkreis Diepholz: Sorglose Bürger gefährden andere

Landkreis Diepholz – Die Zahl der Coronakranken steigt im Landkreis Diepholz auf 111. Neun weitere Infizierte meldete der Landkreis am Donnerstagabend.

Betroffen sind derzeit 24 Bürger in der Gemeinde Weyhe, 16 in der Gemeinde Stuhr, 14 in der Stadt Diepholz, elf in der Stadt Bassum, neun in der Stadt Syke sowie jeweils acht in den Städten Twistringen, Sulingen und der Samtgemeinde Altes Amt Lemförde. 13 weitere Fälle verteilen sich auf andere Orte im Landkreis.

„Bisher konnten 30 der Betroffenen aus der Quarantäne entlassen werden. In stationärer Behandlung befinden sich aktuell 18 Patienten mit einem Corona-Verdacht oder einer bestätigten Infektion“, heißt es in der Mitteilung des Landkreises. Vier davon werden intensivmedizinisch behandelt.

Landrat spricht von unermüdlichem Einsatz gegen das Coronavirus

„Es werden die größten Anstrengungen unternommen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und den betroffenen Covid-19-Patienten zu helfen“, so Landrat Cord Bockhop. „Ob die Kliniken, der Rettungsdienst, die hausärztlichen Praxen, das Gesundheitsamt oder das Testzentrum – alle Akteure stehen unter großem Druck und trotzen dem Coronavirus nun schon seit Wochen mit unermüdlichem Einsatz“, so Bockhop – und weiter: „Wir stehen vor einer immensen Herausforderung, deren Ende noch nicht in Sicht ist. Der mit Abstand wichtigste Faktor in dieser Zeit ist ein besonnenes Handeln, auch der Bürger.“

Trotzdem gebe es immer wieder Meldungen über Personen, die sich aufgrund eines Corona-Verdachts an ihren Hausarzt wenden, jedoch weiterhin am öffentlichen Leben teilnehmen, kritisiert der Landkreis Diepholz. Und blickt auf Menschen, die ohne Termin ins KVN-Testzentrum kommen oder sogar Einkäufe erledigen. „Generell gilt: Personen, die Symptome zeigen, sollten sich nicht in der Öffentlichkeit aufhalten“, erklärt Dr. Daniel Tabeling, Leiter des Gesundheitsamts in Diepholz. „Es ist völlig unverständlich, dass Verdachtspersonen, die von ihrer hausärztlichen Praxis an das Testzentrum überwiesen werden, sich nicht direkt in häusliche Absonderung begeben.“

Corona-Verdachtsfälle können „enorme Gefährdung für andere“ sein

Auch Kreisrätin Ulrike Tammen spricht deutliche Worte: „Konnte eine Quarantäne aufgrund ausstehender Tests oder Testergebnisse durch das Gesundheitsamt noch nicht offiziell angeordnet werden, bedeutet das nicht, dass Betroffene mit einem begründeten Infektionsverdacht sich nach Lust und Laune in Öffentlichkeit bewegen sollten.“ Ein solches Verhalten sei sozial unverantwortlich und stelle eine enorme Gefährdung für andere dar: „Der Landkreis prüft derzeit, ob in diesen Fällen rechtliche Schritte eingeleitet werden können.“

Vom Abstrich bis zum Testergebnis würden in der Regel bis zu 96 Stunden vergehen. In Einzelfällen könne es auch länger dauern. Grund: der große logistische Aufwand und die hohe Auslastung der Laborkapazitäten.

Rubriklistenbild: © dpa

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