Umfrage in der Kreisstadt

Coronavirus: Atemschutzmasken in Diepholzer Apotheken ausverkauft

Anke Witten, Pharmazeutisch-technische Assistentin in der Diepholzer Rats-Apotheke, trägt eine Atemschutzmaske nur bei der Zubereitung von Medizin-Rezepturen, nicht gegen eine mögliche Ansteckung durch Coronaviren. Foto: Jansen
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Anke Witten, Pharmazeutisch-technische Assistentin in der Diepholzer Rats-Apotheke, trägt eine Atemschutzmaske nur bei der Zubereitung von Medizin-Rezepturen, nicht gegen eine mögliche Ansteckung durch Coronaviren.

Diepholz - Die Angst vor Ansteckung mit dem neuen Coronavirus aus China hat auch in Diepholz Auswirkungen: Atemschutzmasken sind in allen Apotheken der Kreisstadt ausverkauft. Die Großhändler können nicht mehr liefern, weil die Nachfrage auch woanders höher als üblich ist.

Rats-Apotheke, Schloss-Apotheke, Apotheke am Pohl und Löwen-Apotheke erklärten bei einer Umfrage unserer Zeitung unisono, dass in den vergangenen Tagen jeweils etwa fünf Kunden nach einem Mundschutz gefragt hätten. Apotheker halten Atemschutzmasken nur in speziellen Fällen für sinnvoll.

Gerdfried Rüter (Wagenfeld), Inhaber mehrerer Apotheken und Bezirks-Vorsitzender des Landes-Apothekerverbandes, hält einen Mundschutz nur für Menschen angebracht, die selbst infiziert sind – derzeit vorwiegend mit Grippe- oder Erkältungsviren: Dadurch könne die Infektion anderer in der Nähe verringert werden. Auch für Personal in Arztpraxen, Krankenhäusern und Altenheimen, das mit infizierten Menschen zu tun hat, sei ein Mundschutz sinnvoll.

„Häufig die Hände waschen“

Während ein einfacher Mundschutz wenig bringe, sei es besser und wichtig, sich häufig gründlich die Hände zu waschen und diese auch zu desinfizieren, so Rüter: „Ein Mundschutz, wie man ihn in Asien häufig sieht, ist mehr Show.“

Ein weiterer Faktor zur Vermeidung von Infektionen sei die Nies- und Husten-Etikette: Also besser in die Armbeuge niesen beziehungsweise husten als in die Hand. Das vermindert das Übertragungsrisiko von Viren, die sich über Tröpfchen verbreiten.

„Keine Panik schüren“

In Sachen Coronavirus hält es Gerdfried Rüter für wichtig, keine Panik zu schüren.

„Grippe ist schlimmer“, meint Anke Witten, Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) in der Diepholzer Rats-Apotheke. Diese Krankheit verursache auch Todesfälle. Anke Witten trägt gelegentlich Mundschutz – aber nicht gegen eine mögliche Infektionsgefahr, sondern bei der Zubereitung von Rezepturen vor Ort in der Apotheke. Das ist vorgeschrieben, um staubende Bestandteile der Medikamente nicht einzuatmen. Und es muss vermieden werden, dass Tröpfchen aus Nase und Mund in das Medikament gelangen – ähnlich wie bei einer Operation nicht in die Wunde kommen darf.

Masken behindern beim Atmen

Die PTA weiß auch: Eine Atemschutzmaske der Klassen FFP 2 oder 3 – also mit Ventil – behindert beim Atmen. Und die Masken sind laut Anleitung nur fünf Stunden lang wirksam.

In Apotheken werden Atemschutzmasken in der Regel fast nie verlangt. Derzeit sieht aber auch Christian Niehaus in seiner Schloss-Apotheke eine verstärkte Nachfrage. Auch er hält den Nutzen des Mundschutzes gegen Infektionen für sehr begrenzt. Allerdings konnte er bei einem seiner Kunden Anfang dieser Woche verstehen, dass dieser eine Atemschutzmaske haben wollte: Ihm stand eine Reise nach China bevor.

Im Landkreis Verden ist ein Coronavirus-Verdachtsfall aufgetreten. In der Aller-Weser-Klinik Achim ist eine Frau nach einer Urlaubsreise isoliert worden.

Bezugsquelle Baumärkte

Auch wenn in Apotheken wegen des derzeit nahezu überall präsenten Themas „Coronavirus“ kaum noch Atemschutzmasken zu haben sind, gibt es noch eine Bezugsquelle: Baumärkte. Dort wird der spezielle Mundschutz FFP 2 oder 3 („Filtering Face Piece“) zum Beispiel für Arbeiten mit Asbest oder Feinstaub angeboten. Beim Hagebau in Diepholz waren sie gestern noch zu haben. Dort war bislang keine erhöhte Nachfrage bemerkt worden.

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