Schulen und Kitas geschlossen 

Coronavirus: Kreis Diepholz meldet am Freitag vier neue Infektionen

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Im gesamten Landkreis Diepholz bleiben ab Montag alle Schulen geschlossen.

Landkreis Diepholz - Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle im Landkreis Diepholz steigt – aber nicht so stark wie befürchtet: Nicht 28, wie zunächst gemeldet, sondern insgesamt 21 Menschen haben sich bisher nachweislich mit dem Virus infiziert, so Dr. Daniel Tabeling als Leiter des Gesundheitsamtes. Die Zahl ist also um vier gestiegen. Neu erkrankt sind demnach eine Person in Stuhr, eine in Wagenfeld sowie zwei Menschen in Syke. Damit gibt es bestätigte Infektionsfälle in den Gemeinden Stuhr, Weyhe und Wagenfeld sowie in den Städten Bassum, Twistringen, Syke und Diepholz.

Drastische Beschränkungen im öffentlichen Leben sollen helfen, die Ausbreitung der tückischen Infektion zu verhindern oder wenigstens stark einzudämmen. „Der gesundheitliche Schutz der Bürgerinnen und Bürger hat oberste Priorität“, so Landrat Cord Bockhop. Deshalb bleiben ab Montag die 78 Schulen (davon 38 Grundschulen) im Landkreis sowie alle Kindertageseinrichtungen und erlaubnispflichtigen Kindertagespflegestellen geschlossen. Die dafür notwendige Allgemeinverfügung ist erlassen. Die Schließung gilt bis zum 18. April. „Eine Ausnahme bilden Abiturientinnen und Abiturienten“, so der Landkreis in einer Mitteilung, „für diese findet der Unterricht ab dem 15. April wieder statt.“

Ein Corona-Verdachtsfall hat am Freitagmorgen Kita und Grundschule in Heiligenloh (Stadt Twistringen) aufgeschreckt. Twistringens Bürgermeister Jens Bley hat sofort die Schließung der Grundschule und des Kindergartenbetriebes Lollypop angeordnet. Betroffen sei ein Elternteil in Heiligenloh, das ein Kind in der Kita und eines in der Schule habe, so Bley.

Ab Montag fahren Schulbusse nicht mehr.

Die Person habe nach einer besuchten Fortbildung grippe-ähnliche Symptome gezeigt. Es handelt sich um einen Vater, der während der Fortbildung Kontakt mit inzwischen bestätigten Verdachtspersonen hatte. Er rief am Freitagmorgen sofort im Kindergarten an. Die Leitung informierte die Stadtverwaltung. Dem Vernehmen nach, so der Bürgermeister, habe sich der Verdacht bislang nicht bestätigt.

Schulleiterin Elke Meyer sagte auf Nachfrage, bei Bekanntwerden des Verdachtsfalls habe sie sich gleich bei der Landesbehörde erkundigt. Dort habe man ihr geraten, zunächst abzuwarten. „Aber die Stadt hat darauf bestanden, die Schule zu schließen und die Kinder nach Hause zu schicken“, so Meyer. Nun sind die Kinder vorzeitig in die verlängerten Osterferien gestartet.

Laut Bürgermeister Bley wird es in Twistringen ab Montag vereinzelt Notdienste in den Kindertagesstätten geben – für Jungen und Mädchen, deren Eltern beruflich unabkömmlich sind. Das gilt auch kreisweit: für Kinder bis zur achten Klasse von Beschäftigten in der Pflege, im Gesundheits- und Medizinbereich sowie bei Polizei, Justiz, Rettungsdiensten, Feuerwehr und Katastrophenschutz. „Diese Notbetreuung soll in kleinen Gruppen stattfinden und auf das absolut notwendige Maß begrenzt werden“, so die Kreisverwaltung.

Für den Linienbusverkehr gilt ab Montag der Ferienfahrplan. Schulbusse fahren nicht also nicht mehr, ebenso wenig Taxis, Kleinbusse und andere Fahrzeuge in der freigestellten Schülerbeförderung. Außerdem hat der Landkreis alle Termine für die Schuleingangsuntersuchungen bis zum 13. April abgesagt.

Um die Entsorgung müssen Bürger sich keine Gedanken machen. Die AWG hat ein strategisches Konzept erarbeitet, das ihre Dienstleistungen sicherstellt.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat sämtliche Prüfungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung gestrichen – und auch die Kirche reagiert auf Corona: Die evangelisch-lutherische Landeskirche hat ihren Gemeinden die Absage aller Gottesdienste, Andachten und Konzerte bis einschließlich 19. April empfohlen. „Auch wenn eine Entscheidung durch die Kirchenvorstände zu treffen ist, gehe ich davon aus, dass diese Empfehlung in den Kirchengemeinden des Kirchenkreises Syke-Hoya umgesetzt werden wird“, so Superintendent Jörn-Michael Schröder. Er verweist auf Mitteilungen der Kirchengemeinden im Internet oder in den Schaukästen.

Laut Claudia Rolke, Gemeindereferentin der katholischen Kirche Sulingen, fallen die Gottesdienste in den Gemeinden Sulingen, Diepholz, Barnstorf, Bruchhausen-Vilsen, Hoya, Kirchweyhe, Brinkum, Twistringen, Bassum, Marhorst, Bassum und Harpstedt am Wochenende aus. Die Regelung gilt vorerst bis zum 5. April.

Die Abfall Wirtschafts Gesellschaft (AWG) schickt für zwei Wochen bis zu 50 ihrer Verwaltungsmitarbeiter nach Hause, um Kontakte zu minimieren. Wenn möglich, so AWG-Geschäftsführer Andreas Nieweler, sollen sie von zu Hause aus arbeiten. Die AWG bittet um Verständnis, „dass unser Kundenzentrum aufgrund der aktuellen Situation ausgelastet ist“ und es bei Anrufen vereinzelt zu längeren Wartezeiten kommen könne. Die AWG hat ein Sicherungskonzept für ihre Dienstleistungen erarbeitet, aber den Tag der offenen Tür am 1. Mai abgesagt, zu dem 6000 Besucher erwartet wurden. Die Großveranstaltung soll nun im Frühjahr 2021 stattfinden.

Zur Info: Hausarzt anrufen

Bei Verdacht auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus sollten sich Bürger zunächst telefonisch an ihren Hausarzt wenden – außerhalb der Praxiszeiten über den ärztlichen Notdienst unter der zentralen Telefonnummer 116117. Der Arzt überweist Betroffene bei Bedarf an das Corona-Testzentrum in Diepholz. Auf keinen Fall sollten Bürger den Notruf 112 wählen, nur um Corona-Fragen beantwortet zu bekommen. Der Notruf ist für absolute Notfälle gedacht, damit Menschen in Lebensgefahr schnell geholfen werden kann.

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