Corona-Zweitimpfung nötig

So geht es weiter mit Johnson  &  Johnson: Diese Stiko-Empfehlung gilt nun

Spritze mit Impfstoff.
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Vergleichsweise unwirksamer: Bisher empfahl die Stiko eine einmalige Impfung mit dem Corona-Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson.

Landkreis – Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson musste bislang nur ein einziges Mal verabreicht werden. Doch das soll sich ändern. Wer mit dem Vektorvakzin geimpft wurde, soll eine zweite Dosis erhalten. Das empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko). Diese Empfehlung hat die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) an die Ärzte weitergeleitet.

Rund 300. 000 Niedersachsen haben sich bislang mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson gegen Covid-19 impfen lassen. Die nun notwendige Zweitimpfung soll mittels mRNA-Vakzin erfolgen – das heißt, mithilfe der Wirkstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna.

9.858 Impfdurchbrüche bei 3,2 Millionen Dosen

Mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson gebe es nämlich immer wieder Impfdurchbrüche. Die Stiko und das Robert-Koch-Institut (RKI) stellen daher die Wirksamkeit infrage. Im Vergleich zu den anderen zugelassenen Vakzinen soll die bei der in Deutschland vorherrschenden Delta-Variante ungenügend sein. Doch „ungenügender Impfschutz bedeutet nicht wirkungslos“, sagt Detlef Haffke, KVN-Pressesprecher.

Bei ihrer Entscheidung habe die Stiko berücksichtigt, wie viele Erkrankungen trotz Impfung im Verhältnis zur Anzahl der verabreichten Impfdosen aufgetreten sind. Bei Johnson & Johnson seien das laut Haffke 9858 Impfdurchbrüche bei 3,2 Millionen verabreichten Impfdosen – das entspricht einem Anteil von 0,31 Prozent.

Hausärzte oder mobile Impfteams verabreichen Zweitimpfung

Welche Empfehlung gibt es nun für Bürger des Landkreises? Aktuell plane der Landkreis Diepholz jedenfalls keine Änderung der Impfstrategie, teilt Kreissprecherin Meike Zum Vohrde mit. Es handele sich bei dem Vakzin Johnson & Johnson um einen zugelassenen Impfstoff, der einen ausreichenden Schutz erreicht, unterstreicht sie. Die Auffrischungen der Corona-Impfung sollen derweil laut Beschluss des Bundesgesundheitsministeriums „in den Impfzentren der Länder oder durch die niedergelassenen Ärzte sowie durch Betriebsärzte erfolgen“. Das Land Niedersachsen hat den Betrieb sämtlicher Impfzentren seit dem 1. Oktober auf mobile Impfzentren umgestellt. Der Landkreis Diepholz berichtet dazu, dass er mit mobilen Impfteams in Alten- und Pflegeheimen sowie in Wohnquartieren, an Schulen und weiteren öffentlichen Orten impfe. Auch weiterhin werde das Corona-Vakzin von Johnson & Johnson vom Bund bezahlt, erklärt Kreissprecherin Zum Vorhde. Die mobilen Impfteams beziehungsweise das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bestellten ihn selbstständig bei den Apotheken.

Das Impfportal des Landes wirbt derweil weiter: „Die Covid-19-Schutzimpfung ist und bleibt der wirksamste Weg, sich selbst und Ihre Mitmenschen vor einer Covid-19-Erkrankung zu schützen.“

Wie bei jeder Impfung können nach der Covid-19-Impfung Nebenwirkungen und Impfreaktionen auftreten. Den Impfstoff von Johnson & Johnson bewertet die Stiko anhand der Zulassungsstudien wie folgt: Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 40 Prozent), Kopfschmerzen, Ermüdung und Muskelschmerzen (mehr als 30 Prozent) sowie Übelkeit (mehr als 10 Prozent). Wichtig sei daher immer eine individuelle Risikoanalyse des Impfwilligen mit einem Arzt.

Nicht geimpft werden darfmit Johnson & Johnson, wenn früher ein Kapillarlecksyndrom beim Impfwilligen diagnostiziert wurde, heißt es vom Bundesgesundheitsministerium. Außerdem komme eine Verwendung des Impfstoffs von Johnson & Johnson nicht für die Gruppe der 12- bis 17-Jährigen in Frage, so Zum Vohrde. Zulässig seien für diese Personen derzeit nur mRNA-Impfstoffe wie Corminaty von Biontech.

Entschädigung im Fall von Impfschäden

Und wenn wegen der Impfung doch etwas schief läuft? „Es besteht ein bundeseinheitlicher Entschädigungsanspruch“, teilt die Bundesregierung mit. Dieser gelte für alle gesundheitlichen Schäden, die im Zusammenhang mit Impfungen eintreten, die auf Grundlage der Coronavirus-Verordnung vorgenommen wurden. Dieser Anspruch bestehe unabhängig von den Empfehlungen der Landesbehörden und gelte sogar für alle Impfungen in Deutschland mit einem zugelassenen Impfstoff.

Stiko-Empfehlung

Auf Basis von US-amerikanischen Daten empfiehlt die Stiko, analog zum Impfstoff von Astrazeneca, Johnson & Johnson für Personen im Alter ab 60 Jahren zu verwenden. Der Einsatz des Vakzins für jüngere Menschen bleibt wie bei Astrazeneca weiterhin nur nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die impfwillige Person möglich. Das teilt die Bundesregierung auf Anfrage mit.

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