Lockdown verhindert Übungstreffen sowie Aus- und Weiterbildungskurse

Corona: Feuerwehr kämpft mit Problemen

Die Feuerwehr setzt auf Webinare: Ausbilder Ralf Schröder (l.) und Lutz Budelmann (Bildschirm, obere Reihe, Mitte) schulen die Elo-Gruppe.
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Die Feuerwehr setzt auf Webinare: Ausbilder Ralf Schröder (l.) und Lutz Budelmann (Bildschirm, obere Reihe, Mitte) schulen die Elo-Gruppe.

Landkreis – Corona lässt zwar Vieles stocken, doch Feuerwehreinsätze sind auch während der Pandemie unausweichlich. Das Problem: Wie alle anderen, müssen sich auch die Wehren im Landkreis Diepholz an die Coronamaßnahmen der Regierung halten. Regelmäßige Übungstrainings sind daher nicht möglich. In Einsätzen müssen sie allerdings weiterhin alles geben, um Menschenleben zu retten. Aber wie halten sich die Mitglieder aktuell dafür fit?

Laut Angaben von Kreisfeuerwehrverbandssprecher Ralf Schröder könne die Ausbildung teilweise über sogenannte Webinare weitergeführt werden. Diese würden unter anderem für die Einsatzleitungen der jeweiligen Kommunen angeboten werden. „Schließlich darf es bei einem Einsatz nicht stocken“, sagt er.

Diese Onlinekurse könnten die Mitglieder zu Hause in ihrem gewohnten Umfeld oder – wenn die Technik daheim nicht vorhanden ist – in den Feuerwehr-Technischen-Zentralen wahrnehmen. Zudem biete die Wehr aus Sulingen Videos zum Thema Funkausbildung an. Allerdings seien diese Angebote nur auf theoretische Inhalte beschränkt. „Vieles bleibt auf der Strecke“, meint Schröder. Das gemeinsame Üben und somit der gesamte Praxisanteil liege aktuell brach. Auch Prüfungen könnten demnach nicht abgeschlossen werden.

Und das ist sowohl für die Aktiven als auch für Feuerwehrneulinge ein großes Problem. „Die Grundausbildung fängt meist im Februar an. Seit März steht alles still. Das bedeutet, dass wir auch für dieses Jahr noch nicht alle Teilnehmer durchschleusen konnten“, erklärt der Kreisverbandssprecher. In „normalen“ Jahren würden jeweils vier Lehrgänge pro Ausbildungsstätte in der Feuerwehr-Technischen-Zentrale in Barrien und Wehrbleck angeboten werden.

Pro Kurs könnten daran 25 bis 30 Personen teilnehmen, was aufs Jahr gerechnet rund 200 bis 240 Feuerwehrkräfte seien, die ihre Truppmann-I-Ausbildung absolvieren. Um diesen Rückstand 2021 aufholen zu können, würden die Kreisausbildungsleiter mit vier Lehrgängen pro Halbjahr rechnen, die natürlich nach einem strengen Sicherheitskonzept durchgeführt werden müssten, so Schröder.

Auch die Atemschutzgeräteträger sollten eigentlich jährlich eine Einsatzübung absolvieren, doch auch das falle derzeit weg. „Wir dürfen sie nur deswegen noch beschäftigen, weil sie in entsprechender Art und Umfang unter Atemschutz bereits im Einsatz waren.“ Besteht also keine Gefahr bei einem Feuerausbruch? „Nein. Jeder muss das aktuell für sich selbst verantworten. Wir fragen vorher immer, niemand wird gezwungen“, beruhigt Schröder.

Aber die abgesagten Übungen und Kurse könnten nicht das einzige Problem bleiben. „Auch in der Jugendfeuerwehr darf momentan nichts gemacht werden, da könnte ich mir vorstellen, dass es Rückläufer gibt, die sich dann eben etwas suchen, was erlaubt ist“, befürchtet der Kreisverbandssprecher. Darüber hinaus hindere das auch Interessierte am Eintreten in die Wehren. „Wir haben gerade massiv Probleme“, fasst Schröder zusammen.

Von Nala Harries

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