Circus Krone zeigt „Evolution“ in Diepholz / Heute letzte Vorstellungen

Perfekte Show unter der Circuskuppel

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Gewichtiger Auftritt der Krone-Elefanten.

Diepholz - Von Sven Reckmann. Die Bundesliga-Kicker von Werder Bremen sind, vorsichtig formuliert, in einem leichten Formtief. Vielleicht sollten sie sich Anschauungsunterricht auch mal abseits des Fußballplatzes holen, beispielsweise bei den Seelöwen im Circus Krone. Mit welcher Sicherheit, mit welcher Geschmeidigkeit die sich die Bälle zuspielen – das riecht nach europäischem Geschäft. Das nur als kleiner Tipp nach Bremen...

„Evolution“ – Entwicklung also – ist das Programm überschrieben, mit dem der Circus Krone derzeit in Diepholz gastiert. Und es dürfte eine ziemlich hohe Stufe der Circus-Entwicklung sein, die das Traditionsunternehmen aus München in die Manege bringt.

Das 180-minütige Programm mit 54 Artisten aus 14 Nationen soll nicht nur den ausgewiesenen Circus-Enthusiasten ansprechen. Sie ist eine gut abgestimmte Mischung aus klassischem Circus und moderner Show mit den Hauptdarstellern Mensch und Tier.

Vielfach preisgekrönt sind die, die hier in der Manege stehen. Die meisten haben schon die „Oscars“ in der Circuswelt in ihrer Vitrine, die goldenen und silbernen Clowns vom Internationalen Circus-Festival in Monte Carlo.

Mit dem Thema Show kennt sich natürlich keiner besser aus als ein US-Amerikaner: Wilson Dominguez, alias „Crazy Wilson“, der als „verrücktester Mann der Welt“ angekündigt wird. Nicht allein, dass er auf seiner Harley mit mächtig (künstlichem) Rauch vorfährt. Nicht allein, dass er eine seine Salti auf einem riesigen, als Motorrad verkleideten „Todesrad“ unter der Zeltkuppel vollführt. nein, bei alledem darf eines nicht fehlen: Die Sonnenbrille. Und der spektakuläre letzte Abgang geht fast in einem Zug von der Circuskuppel hinunter über sein Gefährt bis auf einen Sitz in der ersten Logenreihe. Mit Victory-Zeichen. Hut ab!

Auch die Raubtiernummer ist etwas größer als in den anderen Circussen: Martin Lacey jr. steigt anfangs gleich mit 26 Schmusekatzen zusammen in den stählernen Käfig.

Schmusen, das muss auch mal bei den Arars sein, die Alessio Fochesato in die Manege bringt. Und es ist ein beeindruckender Moment, wenn die grazilen Tiere im freien Flug in der Circuskuppel unterwegs sind.

Einer der bunten Gesellen wollte so gar nicht dem Futterangebot seines Herrschens folgen und blieb gleich oben unter der Kuppel sitzen. Er ließ sich auch nicht stören von den Trapez-Künstlern, die wenig später auf gleicher Höhe durch die Luft wirbelten.

Groß und schwer sind einige der Darsteller im Manegenrund, allen voran die Elefantenherde. 3,5 Tonnen bringt Breitmaulnashorn „Tsavo“ auf die Waage, das übrigens vor seinem Amtsantritt beim Circus Krone beim Circus Barum „unter Vertrag“ war. Barum gehörte zu den regelmäßigen Gästen in Diepholz.

Auch Jonglage ist bei Krone nicht nur Jonglage: Picaso jr. aus Spanien lässt die kleinen Tischtennisbälle mit Mund und Schläger gleichzeitig rotieren, anschließend wirft er seine Plastikteller wie Frisbeescheiben bis in die letzte Reihe des Reisenzeltes.

A propos Riesenzelt: Dass an diesem Abend mancher Sitzplatz freibleibt, war wohl zu erwarten in einem Zelt, das knapp 4000 Menschen Platz bietet. Ist es da nicht geboten, an kleineren Spielorten wie Diepholz eine Art „Spar-Version“ aufzubauen? „Uns gibt es nur ganz oder gar nicht“, antwortet Krone-Sprecherin Dr. Susanne Matzenau auf solche Fragen.

Heute, um 15.30 und 20 Uhr, gibt Krone noch zwei Vorstellungen auf dem Markplatz, danach zieht die Zelt- und Wagenstadt weiter nach Lübbecke.

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