Deutliche Gewinne für SPD und Grüne

CDU verliert in Diepholz zweistellig

In zwölf Wahllokalen, wie hier im Feuerwehrhaus in Heede, konnten die Diepholzer am Sonntag ihre Stimmen abgeben.
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In zwölf Wahllokalen, wie hier im Feuerwehrhaus in Heede, konnten die Diepholzer am Sonntag ihre Stimmen abgeben.

Diepholz – Als am Sonntagabend um 18 Uhr die ersten Prognosen zum Ausgang der Bundestagswahl eintrafen, war der Diepholzer CDU-Stadtverbandsvorsitzende Marcel Scharrelmann bereits dabei, die Wahlplakate wieder einzusammeln. Vielleicht ahnte er ja, dass die Nachrichten an diesem Abend für seine Partei nicht die besten werden sollten.

Bei den Zweitstimmen musste die CDU – wie schon 2017 – in Diepholz herbe Verluste hinnehmen, ihr Stimmenanteil sank um 11,84 Prozentpunkte auf 25,18 Prozent. SPD (plus 6,69 Prozentpunkte) und Grüne (plus 7,06 Prozentpunkte) konnten hingegen deutliche Gewinne in der Stadt Diepholz verbuchen. Die FDP verbesserte ihr Ergebnis leicht: um 1,92 Prozentpunkte auf 13,42 Prozent. Verluste musste die Linke einstecken, deren Anteil um 3,76 Prozentpunkte auf 2,61 Prozent sank.

Bei den Erststimmen gab es in Diepholz lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Kandidaten von CDU und SPD. Schließlich setzte sich CDU-Mann Axel Knoerig mit 33,14 Prozent der Stimmen gegen Schierenbeck durch, die 30,90 Prozent der Erststimmen erhielt.

Die Wahlbeteiligung in der Stadt Diepholz lag bei 68,75 Prozent. 2017 hatte sie bei 71,06 Prozent gelegen.

Die AfD konnte ihr Ergebnis von 2017 nicht halten, schaffte es aber wieder, besonders im Wahllokal Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe (Am Weizenkamp) zu gewinnen. Hier machten 107 Wähler ihr Kreuz bei der AfD (20,58 Prozent), während die CDU nur 98 Stimmen erhielt (18,85 Prozent). Die meisten Zweitstimmen in diesem Wahllokal erhielt die SPD: 138, beziehungsweise 26,54 Prozent.

„So ein Ergebnis kann uns nicht glücklich machen“, sagte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Marcel Scharrelmann am Abend, als noch nicht klar war, ob Axel Knoerig das Direktmandat gewinnen würde. Der Bundestrend habe der CDU übel mitgespielt. In der Partei hätten sich viele einen anderen Spitzenkandidaten gewünscht, sagte Scharrelmann mit Blick auf die Entscheidung zwischen Laschet und Söder. Die Diepholzer Union habe das sogar in einem Votum bekräftigt. „Aber es ist in Berlin entschieden worden und da ziehen wir natürlich mit.“

Scharrelmann hob die deutliche Differenz zwischen dem Zweitstimmenergebnis und dem Erststimmenergebnis der Union in Diepholz hervor, das zeige, dass Knoerig ein starker Kandidat gewesen sei.

„Die SPD ist wieder da“, jubelte Ortsvereinsvorsitzender Ingo Estermann dagegen über das Wahlergebnis. „Wir sind richtig gut zufrieden, dass Peggy Schierenbeck einen so großen Stimmenzuwachs verbuchen konnte.“

Der Blick auf das Zweitstimmenergebnis in der Stadt Diepholz, bei dem die Sozialdemokraten sechs Prozentpunkte vor der CDU lagen, zeige, dass die SPD auch in der Kreisstadt ein starkes Potenzial habe. „Die Menschen sind für die SPD ansprechbar auch nach schwierigen Zeiten. Und jetzt geht die Arbeit weiter mit guten, engagierten Leuten.“

„Zunächst kann man ja mal froh sein, dass es nicht zu Rot-Rot-Grün reicht“, sagte der Diepholzer FDP-Chef Lars Mester mit Blick nach Berlin. An den Liberalen dürfte bei der Regierungsbildung kein Weg vorbeiführen. Mester äußerste sich zufrieden, dass bei den Wahlen eher die politische Mitte gestärkt worden sei. Mit dem Ergebnis aus Diepholz sei er zufrieden, man liege nach wie vor etwas über dem Bundestrend.

Joel Hoff, einer der drei Vorsitzenden der Diepholzer Grünen, wollte dem endgültigen Wahlergebnis in Berlin nicht vorgreifen, freute sich aber, dass die Grünen erneut auf Bundesebene eine gute Rolle spielten.

„Wir hatten uns für die Kommunalwahl vergeblich einen Machtwechsel erhofft. Wenn das jetzt in Berlin klappen würde, dann wäre das wenigstens ein kleiner Trost.“

Auch diesmal bestätigte sich der Trend zu Briefwahlen. Für die Stadt Diepholz war die Zahl der Briefwahlbezirke verdoppelt worden. Mehr als 2 800 Wähler hatten ihre Stimme per Brief abgegeben, 2017 waren es „nur“ knapp 2 000 gewesen.

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