35. Diepholzer Grafensonntag im Regen / Bürgermeister möchte „First-Class-City“

Bunte Schirme bestimmen das Bild

Beschirmt eröffnete das Grafenpaar – dargestellt von Henrike Schoo und Georg Türke – am Bremer Eck den 35. Diepholzer Grafensonntag. Der Besuch litt unter dem Regenwetter. Foto: Jansen

Diepholz - Von Eberhard Jansen. So sehr ist der Diepholzer Grafensonntag in seiner 35-jährigen Geschichte wohl noch nie ins Wasser gefallen. Dauerregen, der sicherlich Landwirte und Gärtner nach den trockenen Monaten erfreute, hielt viele potenzielle Besucher auf dem heimischen Sofa. So blieb der von diesem verkaufsoffenen Sonntag in Diepholz bekannte Massenandrang aus. Dennoch kamen relativ viele Menschen. Bunte Schirme bestimmten am Nachmittag das Bild in der Innenstadt.

Zur Eröffnung des Grafensonntags fuhr das Grafenpaar – wieder dargestellt von Henrike Schoo und Georg Türke – trocken in einer Kutsche mit Kabine zum Bremer Eck. Dort trotzten der „Edelherr“ und sein kostümiertes Gefolge von Fördergemeinsaft und Heimatverein Diepholz dem unwirtlichen Wetter.

In seiner Rede sprach Georg Türke („Ich bin stolz, seit 35 Jahren der Graf zu sein“) die Situation der Diepholzer Innenstadt an. Problematisch sei neben Online-Konkurrenz auch der Strukturwandel mit fehlenden Nachfolgern in den Geschäften sowie hohe Ladenmieten „wie in einer Großstadt“. Es gebe aber in Diepholz unter den Geschäften mehrere „Leuchttürme“.

Nachdem der Graf traditionsgemäß mit den Umstehenden, die dieses Mal nicht so zahlreich waren, den „untertänigen Grafengruß“ geübt hatte, nahm Bürgermeister Florian Marré – ebenfalls kostümiert – Bezug auf einen Bericht unserer Zeitung am Samstag. In dem war die Idee, Diepholz zu einer „Secondhand-City“ mit überregionaler Wirkung zu entwickeln, vorgestellt worden. Er möchte keine „Secondhand-City“, sondern lieber eine „First-Class-City“, meinte Marré.

Zum letzten Mal als Vorsitzender der Fördergemeinschaft Lebendiges Diepholz hieß Mark Kürble die Grafensonntag-Besucher willkommen. Er will 2020 nicht wieder kandidieren.

Vier Autohändler stellten in diesem Jahr beim Grafensonntag eine Auswahl ihrer Modelle aus. Auch diese Ausstellung wurde durch das Regenwetter beeinträchtigt.

Im Schlosshof bot der Heimatverein Diepholz Kaffee, Kuchen und überdachte Tischreihen an. Auch nutzen vielen Bürger die Möglichkeit, den Schlossturm zu besteigen. Gruppen zu maximal zehn Personen führten Heimatvereins-Mitglieder halbstündlich durch das Diepholzer Wahrzeichen. Da die Ortsfeuerwehr mit ihrer Drehleiter vor Ort war, war diese Gruppenstärke erlaubt. Sonst dürften aus Brandschutzgründen nur drei Menschen gleichzeitig den Turm betreten.

Die Feuerwehr Diepholz und ihr Förderverein waren auch auf der Langen Straße mit Fahrzeugen und Ständen präsent. Die Jugendfeuerwehr Diepholz bot Waffeln und – zum Wetter passend –Glühwein an.

Ein Erfolg war die Handtaschen-Aktion, die der Zonta-Club Diepholz-Vechta zum zweiten Mal beim „Grafensonntag“ veranstaltete. Dieses Mal boten die Damen für einen guten Zweck weit mehr als 500 gespendete gebrauchte Handtaschen – teils bekannter Nobelmarken – und Accessoires in der früheren Markthalle Möller an. Dort war das Interesse an Schnäppchen groß.

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