Planungswerkstatt „Sanierung der Diepholzer Innenstadt“

200 Bürger und viele Vorschläge

Bei der öffentlichen Planungswerkstatt „Innenstadtsanierung“ am Montagabend im Diepholzer Rathaus, an der 200 Bürger teilnahmen, wurden Vorschläge in vier Arbeitsgruppen diskutiert – hier „Vitale Innenstadt“. Foto: Jansen

Diepholz – Viele Bürger, viele Ideen, viele Wünsche: Die öffentliche Planungswerkstatt zur Zukunft der Diepholzer Innenstadt fand ein deutlich größeres Echo als erwartet. Etwa 200 Teilnehmer füllten am Montagabend die Plätze im Sitzungssaal des Rathauses und später in den vier Arbeitsgruppen. Die Stadt Diepholz hatte zusammen mit den drei an der Innenstadtsanierung beteiligten Bremer Planungsbüros zu der öffentlichen Veranstaltung eingeladen, bei der jeder Vorschläge machen konnte.

Im Vorfeld hatten am Montagnachmittag etwa 100 Bürger an geführten Rundgängen durch die Innenstadt teilgenommen, bei denen Planer und Vertreter der Stadt mögliche Projekte und Verbesserungsmöglichkeiten erläuterten (wir berichteten).

Bei der zweienhalbstündigen Veranstaltung am Abend kamen Planer und Bürger ins Gespräch, diskutierten Vorschläge, wie die Innenstadt attraktiver werden könnte. Durch die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ stehen der Stadt Diepholz in den nächsten zwölf Jahren insgesamt 12,6 Millionen Euro an Zuschüssen zur Verfügung. Auch Baumaßnahmen von Privatleuten können im Rahmen des Programms gefördert werden.

Vor dem Hintergrund, dass es der Innenstadt immer mehr Leerstände gibt und die Besucherzahl früher auch deutlich höher war, hatten die Planungsbüros Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Ergänzt mit den am Montagabend geäußerten Ideen und Wünschen der Bürger beschäftigen sich in den nächsten Monaten die Kommunalpolitiker damit.

„Ich kann Ihnen versprechen, dass wir alles betrachten, kann aber nicht versprechen, alles umzusetzen“, sagte Bürgermeister Florian Marré in seinem Schlusswort. Sein Fazit der Planungswerkstatt: „Ich glaube, es hat sich gelohnt.“

Nachdem die Planer die Bürger über den Stand im Verfahren der Innenstadtsanierung informiert hatten, konnten die Teilnehmer in vier Arbeitsgruppen mit Planungsexperten spezielle Themen diskutieren. „Vitale Innenstadt“, „Schöne Innenstadt“, Grün-Blaue Innenstadt“ (Grünanlagen/Wasser) und „Mobile Innenstadt“ (Straßen, Parkplätze) waren die Bereiche der Arbeitsgruppen.

Wegen der unerwartet hohen Zahl gab es an die vier Tischen nicht für alle Sitzplätze. Die dabei notierten Vorschläge fließen nun in die weiteren politischen Beratungen mit ein. Die Politiker müssen über die Umsetzung entscheiden. Dabei spielt auch die Finanzierung der Maßnahmen eine Rolle, denn aus dem Bund-Länder--Programm gibt es nur Zuschüsse, ein Teil muss also selbst bezahlt werden.

Mögliche Projekte

In den vier Arbeitsgruppen machten Bürger und Planer bei der Planungswerkstatt am Montagabend im Rathaus unter anderem folgende Vorschläge, wie die Diepholzer Innenstadt attraktiver werden könnte:

- Das Kaufhaus Ceka, das laut Planer Frank Schlegelmilch „eine Riesenchance“ ist, zur Bahnhofstraße hin baulich öffnen, um das gute Angebot nach außen besser sichtbar zu machen.

- Ein Alleinstellungsmerkmal für Diepholz entwickeln, zum Beispiel als „Öko-City“ mit „Unverpackt“-Läden und Reparatur-Café.

- Die Einmündung Kolkstraße / Lange Straße in der Fußgängerzone als Platz umgestalten – mit Wasserspiel oder mit einem Stück historischem Bohlenweg aus dem Moor unter Glas im Boden.

- Die Fußgängerzone „aufräumen“ und mit neuer Beleuchtung versehen.

- Kleine, besondere Läden schaffen.

- Historische Gebäude – wie die frühere Lübkemannschule und alte Realschule (VHS) an der Bahnhofstraße – durch Licht besser präsentieren.

- Ein Parkplatzleitsystem schaffen. Den Parkplatz neben dem Kaufhaus Ceka befestigen und strukturieren.

- Die Diepholzer Gans als Elemente einbringen – auch auf Spielplätzen.

- Eine Brücke über den Schlossgraben zur Hinterseite des Schlosses bauen.

- Die Bahnhofstraße umgestalten, dort fühlen sich derzeit Fahrradfahrer unsicher..

- Sichere Abstellmöglichkeiten für Zweiräder – insbesondere E-Bikes – schaffen.

- Kleine Ladenlokale zu größeren zusammenlegen.

- Den Wochenmarkt am Nachmittag öffnen.

-Abriss der alten Häuser Lange Straße 7 bis 11, die die Stadt gekauft hat. Einen Neubau anstelle des jetzigen „Arko“-Hauses (Lange Straße 11) zurücksetzen, um davor Platz für eine weitere Außengastronomie zu haben.

Die Planer nannten bei der Veranstaltung im Rathaus auch Ergebnisse von Verkehrszählungen im August. Demnach sind pro Tag beispielsweise etwa 5 000 Fahrzeuge auf der Bahnhofstraße unterwegs.

Von den 1 200 Parkplätzen der Diepholzer Innenstadt werden wochentags nur etwa 600 genutzt. Ausgelastet ist nur der Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof.

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