Bauvorhaben in Diepholz: Anwohner im Rathaus angehört

Bürger befürchten Lärmbelästigung

Für das städtische Gelände an der B 214, auf dem die Gaststätte „Moorhof“ stand, gibt es noch keinen Interessenten. Eine Festhalle soll weiter südlich am Junkernhäuser Weg entstehen. - Foto: Jansen

Diepholz - Anwohner des Barlager Weges befürchten Lärm durch das Verkehrsaufkommen, das durch die Bewohner der geplanten Neubauten am Heckenweg entsteht. Der Planer geht von etwa 150 Verkehrsbewegungen täglich aus, wenn auf dem bislang brach liegenden Gelände, das direkt östlich an die Bahnline angrenzt, drei Häuser mit jeweils zwölf Wohneinheiten gebaut werden.

Die Änderung des Diepholzer Bebauungsplanes Nr. 23 „Heckenweg“ hatte der städtische Fachausschuss im Mai beschlossen. Im Zuge des Verfahrens fandam Donnerstag die frühzeitige Bürgerbeteiligug statt. 15 Anwohner – unerwartet viele – waren dazu am frühen Abend ins Rathaus gekommen. Dort erläuterten Fachdienstleiter Dr. Akbar Nassery und der Vertreter des Oldenburger Planungsbüros das Vorhaben.

Für das Gebiet gibt es bereits einen Bebauungsplan, es könne also sofort gebaut werden – auch in einer Größenordnung, wie das ein Diepholzer Bauunternehmen aktuell plant. Allerdings sind im mehr 30 Jahre alten Plan die Baukörper parallel zur Bahnlinie vorgeschrieben. Damit könnten heutige Lärmschutzvorschriften für Wohngebäude nicht erfüllt werden. Deshalb sollen die geplanten drei Häuser mit jeweils zwölf bewusst kleinen Wohnungen, die in Diepholz fehlen, schräg und etwas weiter weg von der Bahn gebaut werden.

Auf der Bahnlinie fahren laut Zahlen des Planungsbüros tagsüber 131 Züge und nachts 68. Für laut Gutachter ausreichenden Lärmschutz soll die Erhöhung des vorhandenen Walls auf 5,70 Meter sorgen. Auf dem Gelände sollen auch die vorgeschriebenen Abstellflächen für Fahrzeuge entstehen. Die Bedenken der Anwohner, die eine Verdoppelung des Verkehrsaufkommens sehen, nahm die Stadtverwaltung ins Protokoll auf. Sie fließen in die weiteren Beratungen mit ein.

In der nächsten, sich gestern Abend im Rathaus direkt anschließenden frühzeitigen Bürgerbeteiligung ging es um das neue Gewerbegebiet am Junkernhäuser Weg, wo (wie berichtet) eine Festhalle für bis zu 400 Gäste mit Übernachtungsmöglichkeit entstehen soll. Dazu waren sechs Anwohner gekommen.

Auch sie befürchteten in erster Linie eine Lärmbelästigung. Wie der Vertreter des Planungsbüros erläuterte, muss der Betreiber Maximalwerte einhalten – 68 dB(A) tagsüber und 53 dB(A) nachts. Damit sei laut Gutachter im gesetzlichen Rahmen keine Beeinträchtigungen zu erwarten

Die 36 000 Quadratmeter große Planfläche, die auch jetzige Ackerflächen umfasst, wird durch den Grünbereich mit dem vorhandenen Teich geteilt. Die Festhalle soll im südlichen Bereich am Junkernhäuser Weg entstehen. Für den nördlichen Teil an der B 214 – dort stand früher die Gaststätte „Moorhof“ und ist noch der Parkplatz – gebe es laut Dr. Nassery noch keine konkreten Interessenten.

Ein Bürger fragte nach dem Betreiber der Festhalle. Aus Datenschutzgründen beantwortete Nassery diese Frage nicht.

Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich um einen Diepholzer Geschäftsmann handeln.

An der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zum Gebiet Flaggeweg (Aschen) hatte kein Bürger Interesse.

An allen drei öffentlichen Bebauungsplan-Veranstaltungen nahmen zwei Ratsherrn teil: Gerhard Albers (CDU) und Wilhelm Reckmann (FDP).

ej

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