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Brücken im Landkreis Diepholz in gutem Zustand

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Mit umfangreichen Brückenschäden muss sich der Landkreis Diepholz derzeit nicht beschäftigen. Zwei Bauwerke werden dennoch in Kürze saniert.

Landkreis Diepholz - Von Janna Silinger. Niedersachsens Brücken sind in keinem guten Zustand. 13 Stück im Bundesland wurden sogar mit Noten zwischen 3,5 und 4,0 bewertet – die Verkehrssicherheit ist nicht mehr gegeben.

Da stellt sich die Frage: Können die Brücken im Landkreis noch sorglos befahren werden? Ja, können sie. Lediglich zwei Brücken erhielten Noten von 3,0 bis 3,4.

Diese Bewertung steht zwar für einen „nicht ausreichenden Bauwerkzustand“, bedeutet aber keinesfalls, dass sofortige Sanierungen notwendig sind. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Geschäftsstelle Nienburg) ist für insgesamt 73 Brücken im Landkreis Diepholz zuständig. 

Das von diesen nur zwei eine „schlechte“ Bewertung erhalten haben, bedeutet nicht, dass sie sich auch tatsächlich in einem solchen Zustand befinden. Denn Noten zwischen 3,0 und 3,4 bedeuten nicht zwangsläufig eine Nutzungseinschränkung des Bauwerkes, sondern können ein Indikator dafür sein, dass in näherer Zukunft Instandsetzungsmaßnahmen zu planen sind.

Normale Alterserscheinungen

Das betont auch Jens Maretzki, der erste Brückeningenieur der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Nienburg. „Es handelt sich nicht um Mängel, die die Tragfähigkeit des Bauwerkes beeinflussen, sondern um völlig normale Alterserscheinungen.“

Eines der betroffenen Bauwerke ist Teil der K103, die über den Bassumer Mühlenbach bei Wedehorn führt. „Die Brücke wurde bereits 1968 erbaut, damals war es in Ordnung, wenn ein Geländer nur 80 Zentimeter hoch war“, berichtet Maretzki. Inzwischen liege die Mindesthöhe allerdings bei 1,30 Meter. Erneuerte Standards seien bei vielen Brücken Gründe für die schlechte Bewertung.

Wegen so etwas würde man aber nicht gleich losrennen und das Geländer austauschen. „Wir planen eh bald Baumaßnahmen in dem Bereich und werden im Zuge dieser dann auch das Geländer erneuern und den aktuellen Vorgaben anpassen“, so Maretzki.

Die K 123 verläuft bei Henstedt über die Hache. Dort befindet sich die zweite Brücke. An dieser sei das Tragwerk zum Teil rostig. Auch dort wird der Schaden im Zuge weiterer Bauarbeiten behoben, teilt Maretzki mit. Es wäre nicht wirtschaftlich, beziehungsweise würde nicht langfristig halten, würde die Sanierung vorgezogen werden. „Der Mangel wird aber definitiv behoben“, erklärt Maretzki weiter.

Unterschiedliche Prüfungen gewährleisten Sicherheit

Um Sicherheit gewährleisten zu können, gibt es verschiedene Arten von Prüfungen. Dieser Vorgang umfasst immer die Bereiche Statik, Dauerhaftigkeit und Verkehrssicherheit, wie Uwe Schindler, Leiter der Niedersächsischen Straßenbaubehörde Nienburg erklärt.

Die jährliche Sichtprüfung: Dabei werden sichtbare Schäden dokumentiert und Messdaten erhoben. Ein besonderes Augenmerk legen die Prüfer auf außergewöhnliche Veränderungen am Bauwerk.

Die Hauptprüfung: Diese ist schon etwas aufwendiger, denn jeder einzelne Quadratmeter der Brücke muss vom Ingenieur mit der Hand berührbar sein.

Prüfung aus besonderem Anlass: Zu dieser rücken die Prüfer nach speziellen Ereignissen an, die den Zustand der Brücke beeinflussen können. Dazu zählen beispielsweise Unfälle im Brückenbereich, Blitzeinschläge oder Erschütterungen, wie Petra Bierl von der Bundesanstalt für Straßenwesen berichtet.

Alle Messwerte und Erhebungen werden nach der Prüfung in einem Datenbanksystem abgelegt. Dieses hat der Bund für die Länder bereitgestellt, erklärt Maretzki. „Wir Ingenieure schlagen dann vor, wie man die Mängel beheben könnte.“

Der Bund zahlt, was an den Bundesstraßen anfällt, die Länder, was an den Landesstraßen anfällt und die Kreise, was an den Kreisstraßen anfällt.

Sicherheit steht an erster Stelle

„Das ist ein toller Job. Jeden Tag muss man sich neuen Herausforderungen stellen und jede Brücke ist anders“, meint Maretzki. Man helfe und unterstütze sich gegenseitig, sollte es mal einen Zweifel geben. 

Und auch wenn einzelne Bürger hin und wieder erbost über Bauarbeiten und daraus resultierenden Staus sind: Das ist alles für die Sicherheit, sagt er. Die stehe an erster Stelle. „In anderen Gebieten gibt es sogar Monitoring. Da werden Brücken ständig überwacht. Und sollte was sein, greift man sofort ein.“ Aber das, entwarnt er, ist im Landkreis Diepholz zum Glück nicht notwendig.

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