Nach Rechtsstreit Baustart

Breitbandausbau im Landkreis Diepholz: „Wir legen jetzt los!“

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So sehen sie aus: Landrat Cord Bockhop (vorn) zeigt mit Kreisrat Jens-Hermann Kleine (rechts) und Günter Klingenberg die Leerrohre für den Breitbandausbau, der jetzt beginnen kann.

Der Breitbandausbau im Landkreis Diepholz kann endlich durchstarten. Nach einem Rechtsstreit sind nun erste Aufträge vergeben worden. Die Resonanz der Bürger war riesig.

Landkreis Diepholz - Die Freude im Diepholzer Kreishaus ist groß: „Wir legen jetzt los!“, kündigt Landrat Cord Bockhop im Schulterschluss mit Kreisrat Jens-Hermann Kleine und Günter Klingenberg als Leiter des Eigenbetriebs den Start des Breitbandausbaus an. Es ist ein Projekt mit historischer Bedeutung: Insgesamt 180 Millionen Euro investiert der Landkreis – im Schulterschluss mit Bund, Land sowie Städten und Gemeinden – in die digitale Zukunft.

Vergangenheit sind jetzt die acht Wochen Baustart-Verzögerung, die ein Rechtsstreit ausgelöst hatte. Unterlegene Bieter in der europaweiten Ausschreibung hatten vor der Vergabekammer Lüneburg zwei Rügeverfahren angestrengt – ohne Erfolg, der Eigenbetrieb Breitbandausbau des Landkreises Diepholz hatte Recht bekommen.

Breitbandausbau: Aufträge für 36 Millionen Euro vergeben

Deshalb hatte der Eigenbetrieb am 11.11.2019 – für den Landrat ein besonderes Datum – die ersten Aufträge für sechs von insgesamt 24 Baulosen für das Mammut-Projekt vergeben. Investitionsvolumen: 36 Millionen Euro. Außerdem konnte nach Abschluss des Verfahrens in Lüneburg auch die Vergabe für das erste Materiallos (Anschaffung von Leerrohren und Multirohren) erfolgen. Auftragsvolumen: mehr als sechs Millionen Euro.

„Durch das Nachprüfungsverfahren haben wir leider acht Wochen verloren und bitten um Verständnis bei den Bürgerinnen und Bürgern“, so Cord Bockhop. Abgeschlossen sei das Nachprüfverfahren aber nur zum Teil, weil ein unterlegener Bieter nun Beschwerde beim Oberlandesgericht Celle eingelegt hat – gegen die Vergabe der Materiallose 2 bis 4.

Leerrohre für Glasfaserleitungen werden verlegt

Die Entscheidung bleibt abzuwarten. Einfluss auf den Baustart hat sie nicht: „Wir sind optimistisch, dass die Klage zügig bearbeitet wird“, so der Landrat. Deshalb sollen jetzt die Leerrohre für die Glasfaserleitungen verlegt werden. Möglich ist das, weil Glasfasern in die Leerrohre eingeblasen werden können. „Die Überprüfung, ob die Leitungen funktionieren, erfolgt dann über Licht“, beschreibt Cord Bockhop das Verfahren, bei dem am Kabelanfang ein Lichtimpuls über die Glasfasern geschickt wird – und das Leuchten am Kabelende die Funktionsfähigkeit beweist.

„Die Baufirmen stehen Gewehr bei Fuß“, berichtet Günter Klingenberg als Leiter des Eigenbetriebs Breitbandausbau. Genau die werden, so kündigen Landrat Cord Bockhop und Kreisrat Jens-Hermann Kleine an, die Rohre für die Glasfaserverbindungen deutlich tiefer verlegen als vielerorts üblich: 60 Zentimeter unter der Erde sollen sie verlaufen – und damit weniger anfällig für Störungen sein, zum Beispiel bei Pflasterarbeiten.

Glasfaserausbau: Riesige Resonanz im Landkreis Diepholz

Zur guten Stimmung im Diepholzer Kreishaus trägt aber genauso die Resonanz auf die Vermarktungsphase bei. Im Bereich Wagenfeld, Rehden, Hemsloh und Barver sowie in Syke und Bassum haben demnach 70 Prozent der Bürger einen Vertrag abgeschlossen, die in den „weißen“ – sprich unversorgten – Gebieten liegen.

Über diese Resonanz freut sich genauso das Unternehmen GVG Glasfaser mit seiner Marke nordischnet, Partner des Landkreises Diepholz. In den „schwarzen Flecken“ haben sich laut Unternehmen mehr als 40 Prozent für einen Anschluss bei nordischnet entschieden.

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