Fünf Fragen an Landrat Bockhop

Breitband-Offensive im Kreis Diepholz: Das ist nun wichtig für Hausbesitzer

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Kreisweit zahllose unterversorgte Gebiete: Die Breitband-Landkarte.

Landkreis Diepholz - Nach dem Start der kreisweiten Breitband-Offensive sind noch viele Fragen offen. Einige lassen sich bereits klären: Worauf müssen Hausbesitzer achten, auf was haben sie sich einzustellen? Landrat Cord Bockhop gibt Antworten.

Viele Hausbesitzer überlegen noch, ob sie einen Hausanschluss wollen. Warum sollten sie sich jetzt für das Angebot entscheiden?

Bockhop: Bei Vertragsabschluss mit dem neuen Netzbetreiber erfolgt ein Hausanschluss kostenlos, sonst kostet dieser etwa 1500 bis 2000 Euro.

Werden denn wirklich alle Haushalte kreisweit in den Genuss des Breitbandnetzes kommen ?

Bockhop: Anmerken möchte ich an dieser Stelle, dass aus wirtschaftlichen, überwiegend finanziellen Gründen rund 700 Gebäude in den unterversorgten Gebieten nicht angeschlossen werden. In diesen Fällen soll nach Absprachen zwischen dem Netzbetreiber und dem künftigen Planer nach Alternativen gesucht werden.

Fast ein Jahr ist nach dem Breitband-Beschluss des Kreistages ins Land gezogen. Haben sich denn wenigstens die Pachtverhandlungen mit dem zukünftigen Netzbetreiber gelohnt?

Cord Bockhop

Bockhop: Das Pachtangebot konnte nach dem ersten Angebot, zwei Verhandlungsrunden und dem finalen Angebot um einen zweistelligen Millionenbetrag erhöht werden. Außerdem gehe ich davon aus, dass der Landkreis und die Städte und Gemeinden einen guten und erfahrenen Pächter und Betreiber gefunden haben.

Kann denn künftig mehr aufs Tempo gedrückt werden?

Bockhop: Als nächstes müssen die konkreten Planungen durchgeführt werden. Nach Abschluss des Vergabeverfahrens wird das beauftragte Planungsbüro mit den Vorbereitungen für den Anschluss von 15.472 Gebäuden (privat: 15.070 / gewerblich und institutionell: 402) mit Glasfaser beginnen. Konkret handelt es sich hierbei um 18.634 Kunden. 

Für die Errichtung der Glasfaserinfrastruktur sind Tiefbaumaßnahmen in Gewerbegebieten in einer Länge von 395 Kilometer und im übrigen unterversorgten Kreisgebiet in einer Länge von über 2033 Kilometer geplant. Die Leitungslänge für den geplanten Backbone soll rund 374 Kilometer kreisweite „Versorgungsader“ betragen. 

Die kalkulierten Gesamtkosten bei einer 100prozentigen Versorgung der möglichen Anschlussteilnehmer beträgt rund 178,0 Millionen Euro, davon 32,4 Millionen für Gewerbegebiete und 145,6 Millionen für das übrige unterversorgte Gebiet. 

Finanziert wird die Glasfaserinfrastruktur über Pachterträge, Zuschüsse vom Bund und vom Land Niedersachsen sowie aus Mitteln der Städte, Gemeinden und Samtgemeinden und des Landkreises. Nach einer ca. sechsmonatigen Planungsphase sollen europaweite Bauausschreibungen erfolgen. Ziel ist bekanntlich ein Baubeginn im Frühjahr 2019.

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