Forró geht auch ohne festen Partner 

Brasilianischer Paartanz mit viel Spaß

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Spaß steht im Mittelpunkt: Philip Faderl bietet in Diepholz einen Forró-Kursus an. Die Diepholzerin Roseline Brinkman ist Fan dieses brasilianischen Tanzes. 

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Forró geht auch ohne festen Partner – oder wenn man einen hat, der Tanzmuffel ist und lieber zu Hause bleibt. Denn bei dieser Art des brasilianischen Paartanzes wird oft gewechselt. So entstehen im Nebeneffekt Kontakte in der lockeren Gruppe. Forró ist auch in Deutschland im Trend. In Diepholz lehrt Philip Faderl diesen Tanz, bei dem der Spaß im Mittelpunkt steht.

„Unser Ziel ist es, den Menschen den Alltag zu versüßen und sie erleben zu lassen, wie glücklich es macht, Forró zu tanzen. Dabei haben wir keine Zielgruppe, sondern wir wollen Jung und Alt, Einheimische und Ausländer, Leute mit Tanzerfahrung und welche ohne zusammenführen und verbinden“, schreibt Philip Faderl auf seiner Internet-Seite „forrowelt.de“. Der heute 24-jährige Sportstudent, der auch Torwart beim Fußball-Regionallisten BSV Rehden ist, kam über eine Kommilitonin an der Uni Köln zum Forró. „Eigentlich hatte ich gar keine Lust zum Tanzen und war als Fußballer auch etwas hüftsteif“, berichtet der gebürtige Regensburger lächelnd. Seine wichtigste Erfahrung: „Ich ging schlecht gelaunt zu dem ersten Tanzabend – und kam gut gelaunt wieder.“ Der Forró hatte ihn gepackt. Das war 2014.

Philip Faderl ist jetzt Forró-Coach. Er lernte laut Internetseite unter anderem bei Rudolfo (Forró de Colônia, Köln) und Renato (Rio de Janeiro).

Neben Sportstudium und seiner Fußballer-Karriere machte sich der 24-Jährige als Forró-Lehrer selbstständig, gestaltete mit Unterstützung von Gleichgesinnten schon Kurse in Bremen und Osnabrück. Auch in Diepholz fand ein erster statt. Hier im Sauna- und Sportparadies machte auch die Diepholzerin Roseline Brinkman mit. „Ich bin auf jeden Fall auch bei der Neuauflage dabei“, fasst sie ihre Forró-Erfahrungen dort zusammen. Sie lässt jetzt keine Forró-Party und keine Workshop zwischen Bremen, Bochum und Bielefeld aus.

Der Tanz hat seine Ursprünge im Nordosten Brasiliens, ist aber inzwischen in dem ganzen südamerikanischen Land verbreitet. Forró ist nicht nur ein Tanz, sondern ein ganzes Musikgenre, ein bestimmter Rhythmus. In den 1950er Jahren machte ihn der Musiker Luiz Gonzaga in ganz Brasilien populär. In den 1990er Jahren erlebte der Forró einen Boom von neuen Bands und neue Variationen. In den vergangenen Jahren tauchte er auch mehr und mehr in Deutschland auf. Inzwischen gibt es große Forró-Partys beispielsweise in Aachen, Berlin, Stuttgart und Köln.

Der Begriff Forró bedeuten im Portugiesischen (der Landessprache Brasiliens) „Unordnung“. Andere Quellen nennen einen englischen Ursprung und erklären das Wort mit einer Variante von „for all“ (für alle).

Tanzpartner dürfen beim Forró keine Angst vor Körperkontakt haben

„Beim Forró dürfen die Tanzpartner keine Angst vor Körperkontakt haben“, erklärt Forró-Fan Roseline Brinkman.

Forró tanzt man eng umschlungen. Die Dame legt den linken Arm um den Hals des Partners und die rechte Hand in seine linke Hand. Es gibt aber auch Drehungen und Öffnungen. Die Basisinstrumente der Musik sind Akkordeon, Triangel und Zabumba, der Rhythmus ist besonders.

Von anderen Gesellschaftstänzen, die einstudierte Choreografien haben und bei denen man sich oft auf die Schritte konzentrieren muss, unterscheidet sich Forró: Spaß steht dabei im Vordergrund, nicht ein Leistungsgedanke. „Wettbewerbe gibt es in Deutschland nicht“, weiß Philip Faderl. Dafür aber Forró-Festivals, die der 24-Jährige auch gern mit seinen Kursusteilnehmern besucht.

Wer den Farró ausprobieren möchte, kann das am Donnerstag, 26. Juli, mit Philip Faderl ab 20.30 Uhr in der „Bar dü Mar“ in Hüde und bei einem Gratis-Probierkursus am Donnerstag, 2. August, ab 20.30 Uhr in Diepholz im Sauna- und Sportparadies. Dort startet auch am 9. August ein neuer Kursus.

Tanz-Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – auch nicht spezielle Kleidung oder Schuhe. Wer möchte, kann barfuß tanzen. Eine Altersbeschränkung gibt es ebenfalls nicht – von Jugendlichen bis zu Menschen im Rentenalter können alle teilnehmen. Philip Faderl: „Bei meinem ersten Kursus in Diepholz war auch eine Mutter mit ihrer Tochter dabei.“

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