Wahlbeteiligung: 71,06 Prozent 

AfD bleibt in Diepholz unter dem Bundesergebnis

+
Auf Wähler brauchten die Helfer im Diepholzer Wahllokal Jahnschule nur zeitweise zu warten. Zwei Urnen standen für die Stimmzettel bereit.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Von 230 Zweitstimmen vor vier Jahren auf 844 bei der Bundestagswahl 2017: Auch in der Stadt Diepholz erlebte die Alternative für Deutschland (AfD) am Sonntag eine deutliche Steigerung der Stimmenzahl.

Sie erreichte allerdings nicht das Ergebnis auf Bundesebene, sondern kam auf 9,73 Prozent. Deutliche Verluste gab es in Diepholz bei den großen Parteien. Die CDU verlor in der Kreisstadt acht Prozentpunkte der Zweitstimmen und kam auf 37,02 Prozent. Die SPD musste einen Verlust von 5,58 Prozentpunkten auf 25,33 Prozent hinnehmen. Die FDP steigerte sich um 5,48 Prozentpunkte auf 11,5 Prozent. Das Ergebnis der Grünen blieb gegenüber der Bundestagswahl 2013 praktisch gleich bei 7,17 Prozent. Die Linke legte um zwei Prozentpunkte zu und kam auf 6,37 Prozent. Den deutlichsten prozentualen Zuwachs gab es bei der AfD, die um 6,76 Prozentpunkte zulegte.

Bei den Erststimmen erhielt CDU-Direktkandidat Axel Knoerig in Diepholz 3.805 Stimmen (43,98 Prozent, gegenüber 2013 ein Minus von 6,38 Prozentpunkten). Tevlik Özkan (SPD) wurde von 2 251 Diepholzern gewählt (26,02 Prozent). 670 Wähler gaben in der Kreisstadt dem Grünen-Direktkandidaten Klaus Schmelz ihre Stimme (7,74 Prozent). 614 Diepholzer wählten Alexander Carapinha Hesse (FDP), der somit auf einen Stimmenanteil von 7,1 Prozent kam. Jürgen Abelmann (Die Linke) erhielt in Diepholz 497 Erststimmen (5,75 Prozent). 814 Wähler in Diepholz stimmten für den AfD-Kandidaten Gerd Breternitz (9,41 Prozent.) Die Wahlbeteiligung in der Stadt Diepholz lag bei 71,06 Prozent. Von den 12. 315 wahlberechtigten Diepholzern gaben 8 752 ihre Stimme ab.

Wahlparty bei Axel Knoerig in Kirchdorf

Die AfD kam in den Diepholzer Wahllokalen auf sehr unterschiedliche Stimmenanteile. Während die politischen Rechtsaußen in Aschen nur 6,4 Prozent der Zweitstimmen bekamen, machten im Wahllokal „Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe“ (Am Weizenkamp) 20,23 Prozent (124 Stimmen) bei der AfD ihr Kreuz – und damit dort mehr als bei der SPD, die in diesem Lokal 19,58 Prozent der Zweitstimmen (120) bekam. Die CDU kam in der Tagesbildungsstätte auf 193 Zweitstimmen.

Nicht alle Diepholzer Parteivorsitzenden hatten am Sonntagabend Abend angesichts des Wahlergebnisses auf Bundesebene Grund zum Feiern.

Der Diepholzer CDU-Stadtverbandsvorsitzende Hans-Ulrich Püschel freute sich, dass die CDU in Diepholz wieder stärkste Partei geblieben ist. Die Parteimitglieder seien im Wahlkampf „ausgesprochen aktiv“ gewesen. Am Sonntagabend tauschten sie in Diepholz bereits die Plakate der Bundestagswahl gegen Plakate für die Landtagswahl am 15. Oktober aus. Zum Abschneiden der AfD und anderer Parteien wollte sich Püschel nicht äußern.

„Es ist schockierend, dass die AfD ein zweistelliges Ergebnis bekommen hat“

Der Diepholzer SPD-Ortsvereinsvorsitzende Ingo Estermann – am Sonntagabend in Berlin in der Zentrale seiner Partei – wurde da im Gespräch mit unserer Zeitung deutlicher: „Es ist schockierend, dass die AfD ein zweistelliges Ergebnis bekommen hat.“ Estermann befürwortete, dass die SPD nun auf Bundesebene in die Opposition geht, um sich dort zu erneuern. Mit Blick auf seine Heimatstadt zeigte sich Ingo Estermann erfreut darüber, dass die SPD in Diepholz ein besseres Wahlergebnis (25,33 Prozent) als auf Bundesebene erzielt hat.

„Hocherfreut“ war der Diepholzer FDP-Vorsitzende Lars Mester über das Abschneiden der Liberalen. Als „schlimm“ bezeichnete er das Ergebnis der AfD. Aber man müsse dieses anerkennen und nun die Partei mit Sachthemen stellen.

Keine besonderen Vorkommnisse

Der Diepholzer Grünen-Politiker Andreas Pawelzik betonte, dass in der wohl kommenden Jamaika-Koalition (CDU, FDP, Grüne) darauf geachtet werden müsse, dass der soziale Aspekt nicht zu kurz komme. Und es müsse dafür gesorgt werden, dass die Braunkohlekraftwerke möglichst schnell abgeschaltet werden.

Besondere Vorkommnisse gab es bei der Bundestagswahl in Diepholz laut Stadt-Pressesprecher Johannes Selker nicht.

Wegen der dieses Mal sehr vielen Briefwähler – insgesamt fast 2. 000 – waren zum Auszählen beim Landkreis zwei Wahlbezirke für die Stadt Diepholz eingerichtet worden.

Die Ergebnisse des zweiten Bezirks lagen als letztes erst gegen 20.30 Uhr vor und komplettierten damit das Wahlergebnis der Stadt Diepholz.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sieg auf Zypern verpasst - BVB droht Aus in der Königsklasse

Sieg auf Zypern verpasst - BVB droht Aus in der Königsklasse

RB Leipzig feiert ersten Champions-League-Sieg

RB Leipzig feiert ersten Champions-League-Sieg

Haben sich Ihre Fingernägel so verändert? Dann sofort zum Arzt!

Haben sich Ihre Fingernägel so verändert? Dann sofort zum Arzt!

Google Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test

Google Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test

Meistgelesene Artikel

Kein Engagement gegen Atomwaffen: „Bund nimmt totale Zerstörung in Kauf“

Kein Engagement gegen Atomwaffen: „Bund nimmt totale Zerstörung in Kauf“

Brockumer Großmarkt: „Einzäunung und Entsorgung werden verbessert“

Brockumer Großmarkt: „Einzäunung und Entsorgung werden verbessert“

Beratung für Gründerinnen im geschützten Rahmen

Beratung für Gründerinnen im geschützten Rahmen

Kreislandwirt befragt Landtagswahl-Kandidaten in Rehden

Kreislandwirt befragt Landtagswahl-Kandidaten in Rehden

Kommentare