Sankt Hülfer Jäger montieren „Wildwarner“

200 blaue Reflektoren an der Bundesstraße

Bei der Montage von blauen Wildwarn-Reflektoren: Ein Dreierteam der Sankt Hülfer Jäger mit Friedhelm Weghöft und Jörg Oehlmann (rechts) sowie Rudolf Sieck im Hintergrund. Links: Allianz-Generalvertreter Franz Lübbehusen. - Foto: Piepmeyer

Sankt Hülfe - Jährlich ereignen sich etwa 230 000 Wildunfälle in Deutschland, vornehmlich durch Rehe. In einer statistischen Auswertung wurde die Wirksamkeit der blauen Wildwarnreflektoren überprüft. Erfasst wurde eine Gesamtkilometerstrecke von 1135,2 Straßenkilometern.

Vor dem Anbringen der Reflektoren ereigneten sich 3 263 Rehunfälle, nach dem Anbringen waren es nur noch 883. Das entspricht einem Rückgang nächtlicher Unfälle um 2 380 Rehe oder 73,2 Prozent. Vor diesem Hintergrund wurden jetzt auch in Sankt Hülfe die blauen Reflektoren angebracht.

Wildtiere können nur grüne und blaue Farbtöne sehen, letztere aber bis in den UV-Bereich. Rot und Orange entfallen ganz, diese werden nur als Grün-Abstufungen gesehen. Darum trägt der Mensch bei der Jagd die rote Warnkleidung, die für den Menschen eine intensive Signalwirkung hat, für die Tiere jedoch mit der Umgebung verschmilzt. Dagegen ist Blau eine regelrechte Schreckfarbe, es wird – da es in der Natur praktisch nicht vorkommt – sofort als fremd und daher potentiell gefährlich empfunden.

Mit dem Bau und der Inbetriebnahme der Diepholzer Umgehungsstraße B 214 wurden alte Wildwechsel unterbrochen. Dadurch kommt es zu einer Häufung von zum Teil schweren Unfällen, berichtet die heimische Jägerschaft. Gab es vor der dem Bau der Umgehungsstraße 13 bis 14 Rehunfälle im Jagdbezirk Sankt Hülfe, so waren allein an der neuen B 214 in den letzten Jahren 13 Unfälle zu verzeichnen – eine Erhöhung um 100 Prozent.

Dies nahmen die Jäger aus Sankt Hülfe zum Anlass, mit Zustimmung der entsprechenden Behörde, Wildwarnreflektoren an den Straßenpfählen entlang der alten und neuen Bundesstraße 214 sowie der B 51 anzubringen.

Dazu waren über 200 Reflektoren zum Stückpreis von Brutto 4,80 Euro notwendig. Auf Initiative von Jörg Oehlmann war die Allianz Generalvertretung mit Sitz in Damme bereit, die Reflektoren zu finanzieren. Die Sankt Hülfer Jäger bildeten zum Anbringen Dreierteams, sodass die Wildwarnreflektoren in kurzer Zeit angebracht werden konnten.  - fp

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