Sonnenkinder-Projekt

Bittere Not in Namibia: Kinder suchen Paten

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Unterricht in der Coastal High School, Swakopmund. „Die Kinder hassen die Ferien“, sagt Arthur Rohlfing.

Das Sonnenkinder-Projekt sorgt seit 16 Jahren dafür, dass benachteiligte Kinder in Namibia Nahrung, Kleidung und Essen erhalten – über Patenschaften. Zurzeit bekommen 240 Jungen und Mädchen eine solche Unterstützung. Weitere warten dringend auf Pateneltern.

Landkreis Diepholz – „Wir wohnen in ärmlichen Verhältnissen. Der Vater lebt nicht bei uns. Es fehlt oft an Essen und Kleidung. Dadurch ist unser Leben nicht einfach.“ Mit diesen Worten schildert die 15-jährige Uwami Uwu-Khaes, unter welchen Umständen sie ihre Jugend verbringen muss. Ihre Mutter Tania ist arbeitslos, muss aber insgesamt fünf Kinder versorgen.

Uwami besucht die Coastal High School in Swakopmund – und gehört zu den insgesamt 19 Jungen und Mädchen, die Arthur Rohlfing als Vorsitzender des Sonnenkinder-Projekts vermitteln möchte. Es sind Kinder, oft Waisen oder Halbwaisen, denen es am Nötigsten fehlt. Trotzdem haben sie – wie alle Jungen und Mädchen – große Träume von ihrem Leben. Uwami besucht die achte Klasse, „Sie lernt viel“, heißt es auf ihrem Personalblatt – wie bei den anderen auch.

„Die Schüler in Namibia hassen die Ferien“, berichtet Arthur Rohlfing über seine Schützlinge. Denn in der Schule erhalten sie nicht nur Bildung, sondern auch Nahrung – und tragen Schulkleidung. Der Schulbesuch bedeutet für sie Verlässlichkeit.

Das Patenprogramm des Sonnenkinderprojekts ist eine Erfolgsgeschichte. In 15 Jahren haben insgesamt 838 Kinder davon profitiert oder tun es noch. Weit über 700.000 Euro an Spenden und Zuschüssen sind mittlerweile in Investitionen für die Bildung in Namibia geflossen, so Arthur Rohlfing.

19 Kinder suchen Pateneltern

Er sucht zurzeit Pateneltern für neun Kinder der Coastal High School und für zehn in der Namib High School. Letztere gehört schon seit Jahren zu den Patenschulen des Sonnenkinderprojektes. Wie die Namib High School liegt auch die Coastal High School in Swakopmund.

Schulleiter Calvin Martin hat 32 Lehrer im Kollegium, die insgesamt 732 Schüler in den Klassen acht bis elf unterrichten. Die Schule bietet den Jungen und Mädchen eine praktische Basis für die Berufsausbildung – in sieben verschiedenen Werkstätten für die Berufszweige Automechanik, Elektronik, Maurerhandwerk, Holzwerken, Hauswirtschaft, Krankenpflege und Mode/Textilien.

„Der Schulleiter ist sehr engagiert und bemüht um seine Schule“, berichten Partner des Sonnenkinderpojekts in Namibia, „die Schule macht einen sehr sauberen Eindruck und die Schüler erscheinen sehr diszipliniert“.

Viele Kinder HIV positiv

Trotzdem steht Calvin Martin vor großen Herausforderungen: „Viele Kinder an dieser Schule sind HIV positiv, teilweise schon so geboren.“ Sie erhalten nicht nur eine Mahlzeit mit Gemüse aus dem schuleigenen Garten. Die Schule sorgt genauso für eine Nachmittagsbetreuung mit Hausaufgabenhilfe, wenn die Kinder keine Eltern oder Betreuer haben.

„Ein großes Problem sind auch Schwangerschaften“, heißt es weiter. Genau deshalb will das Sonnenkinder-Projekt gezielt für Aufklärung sorgen. Die Mädchen haben schon jetzt die Möglichkeit, nach ihrer Schwangerschaft an die Schule zurückzukehren. Drei Monate – einen Monat vor und zwei Monate nach der Geburt ihrer Kinder – sind die jungen Frauen vom Unterricht freigestellt. „Ein Großteil dieser Mädchen kommt schon vorher wieder zur Schule, da sie sich hier gut aufgehoben fühlen“, heißt es im Bericht über die Schule.

Drogen und Tuberkulose werden als weitere Herausforderungen geschildert. In einem benachbarten Krankenhaus werden die betroffenen Kinder behandelt und betreut. Die Kosten dafür trägt der Staat.

Haben Schüler der Coastal High School die elfte Klasse erfolgreich absolviert und möchten das Abitur machen, wechseln sie zur Namib High School – und haben nach ihrem Abschluss dort die Chance auf ein Studium.

Weitere Patenschaft-Infos

Wer eine Patenschaft für eines der 19 namibischen Kinder übernehmen möchte, bekommt bei Arthur Rohlfing per Telefon (04277/607) oder per E-Mail (rohlfing@skpmail.org) weitere Informationen.

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