Bioökonomie: Vortrag von Dr. Patrick Dieckhoff in der GFS

Autoreifen aus Löwenzahn

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Der ehemalige GFS-Schüler Dr. Patrick Dieckhoff leitet das Hauptstadtbüro des Fraunhofer-Instituts.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Erdöl ist endlich. Und seine Verbrennung belastet die Umwelt extrem, führt zu CO2-Belastung und Klimawandel. Die Menschheit muss nachwachsende, nachhaltige Alternativen suchen. Manche gibt es schon heute: Autoreifen aus Latex, das aus russischem Löwenzahn gewonnen wird, Textilien aus Milchbestandteilen oder Mäntel aus Bananenfasern.

„Bioökonomie“ ist der Fachbegriff und war am Donnerstagabend Thema im Diepholzer Gymnasium Graf-Friedrich-Schule (GFS). In der sechsten Veranstaltung der Reihe „Von der Schule in die Welt“, bei der ehemalige GFS-Schüler Vorträge aus ihrem beruflichen Leben halten, war Dr. Patrick Dieckhoff zu Gast. „Wir müssen umdenken“, forderte der promovierte Chemiker.

1994 hatte der Diepholzer an der GFS Abitur gemacht, dann in Münster, Zürich und Göttingen studiert. Über ein Praktikum und als freier Mitarbeiter beim Diepholzer Kreisblatt bekam er das journalistische Rüstzeug, das er später als Chefredakteur des Biotechnologie-Fachmagazins „Transkript“ nutzte. Danach leitete der heute 40-jährige Dieckhoff in Berlin die Geschäftsstelle des Bioökonomierates, ein Beratungsgremium der Bundesregierung. Seit Januar ist der in der GFS unter seinem Spitznamen „Pade“ noch bei Lehrern und Ex-Schülern gut bekannte Chemiker Leiter des Hauptstadtbüros der Fraunhofer-Gesellschaft – der größten Organisation für angewandte Forschung in Europa.

Trotz dieser steilen Karriere ist sich „Pade“ in seiner freundlichen Art treu geblieben. Der mit seiner Familie in Berlin wohnende Dieckhoff gestaltet seinen Vortrag ebenso locker-unterhaltsam wie ernsthaft-wissenschaftlich – und immer verständlich. Die Transformation der heutigen Wirtschaft auf Basis fossiler Rohstoffe zu einer Ökonomie, die auf nachwachsenden Naturprodukten basiert – geht nur in kleine Schritten, betont er. Er zeigt Probleme und Lösungsmöglichkeiten auf. „Brücken bauen zwischen konventioneller und biologischer Landwirtschaft“, fordert er beispielsweise. Und Patrick Dieckhoff betont: „Bioökonomie ist nicht gleich öko.“

Im Mittelpunkt steht die Nachhaltigkeit, die intensive Nutzung von Pflanzen und von jetzigen Abfällen sowie ein Wirtschaftskreislauf, der endliche Rohstoffe wie Metalle durch Recycling effizient nutzt.

Die wieder von Manfred Redetzky – GFS-Lehrer im Ruhestand – organisierte Veranstaltung bot den 140 Besuchern – jetzige und ehemalige GFS-Schüler und -Lehrer und Gäste – viel Diskussionsstoff. Im Rahmenprogramm kam auch die Kultur nicht zu kurz: Die GFS-Band „Neuland“ sorgte für Musik, die Bilderausstellung „Mensch und Stadt“ hatten Oberstufenschüler beigesteuert.

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