Bilanz der Saison 2014/2015 / Vorstand einstimmig wiedergewählt

Kulturring macht fast 28.000 Euro Verlust

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Der wiedergewählte Vorstand des Kulturrings Diepholz, der für die Saison 2014/2015 von einem finanziellen Minus berichtetete (von links): Ines Heidemann, Werner Wessel, Vorsitzender Reinald Schröder, stellvertretender Vorsitzender Volker Jürgens, Ulla Wessel und Paula Zinser bei der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend im Rathaus.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Sinkende Besucherzahlen in Schauspielen und gestiegene Kosten: Nach Jahren mit einem Plus schließt der Kulturring Diepholz die Saison 2014/2015 mit einem dicken Minus ab. Der Verlust beträgt 27.900 Euro.

Diese Bilanz legte Vorstandsmitglied Werner Wessel am Dienstagabend bei der Jahreshauptversammlung im Rathaus vor. Auf der Einnahmenseite verbuchte er unter anderem 143.000 Euro aus dem Kartenverkauf und 60.000 Euro Zuschuss der Stadt Diepholz. Doch den Gesamteinnahmen von 231.000 Euro stehen 248.000 Euro an Ausgaben gegenüber.

Da der Kulturring Diepholz noch über ein fünfstelliges finanzielles Polster verfügt, ist der Verlust noch kein existentielles Problem für den Veranstalter-Verein.

Doch auch für die laufende Saison rechnet der Kulturring Diepholz mit einem Minus, das allerdings deutlich geringer ausfallen soll. „Um einen Verlust zu vermeiden, müssten wir noch 1000 Karten verkaufen“, rechnete Wessel vor. Das dürfte kaum zu schaffen sein.

Überhaupt sind manche Diepholzer Besucherzahlen dem Kulturring ein Rätsel. Einige Veranstaltungen blieben deutlich hinter den sicher geglaubten Zahlen zurück, andere waren unerwartet ausverkauft.

Werner Wessel nannte Beispiele, dass bei exakt dem selben Stück in nahen Städten wie Sulingen, Vechta und Espelkamp doppelt oder sogar dreimal so viele Zuschauer kamen. So habe das Schauspiel „Zorn“ im 541 Plätze umfassenden Diepholzer Theater nur 200 Zuschauer gehabt, in Espelkamp seien es 600 gewesen – bei höheren Eintrittspreisen.

Die durchschnittliche Besucherzahl betrug 251 in der Saison 2014/2015. Für den Kulturring kam auf der Ausgabenseite hinzu, dass Nebenkosten deutlich gestiegen seien. So seien für viele Stücke nun Tantiemen zu zahlen, teils werde aufwändige Technik benötigt, die angemietet werden müsse, erklärte Werner Wessel.

Für die kommende Saison plant der Kulturring zwei Schauspiele weniger. Die Eintrittspreise sollen moderat angepasst werden. „Auf keinen Fall wollen wir auf Vielfalt und Qualität verzichten“, betonte Wessel. Auf große Zustimmung der zwölf Versammlungsteilnehmer stieß die Neuerung für die kommende Saison, dass Kammerkonzerte immer sonntags um 17 Uhr beginnen sollen. Diese frühere Anfangszeit komme den meist älteren Besuchern sehr entgegen.

Offenbar gibt es einen Trend, Karten einzeln für die Veranstaltungen zu kaufen. So hat der Kulturring Diepholz nur noch etwa 100 Abonnenten. Vor 25 Jahren waren es noch mehr als 1000 gewesen.

Die Planung für die Saison 2016/2017 sieht unter anderem die Schauspiele „Honig im Kopf“ und „Er ist wieder da“ vor – dazu das Musical „Les Miserables“. Das Neujahrskonzert 2017 gestalten wie 2015 die Kölner Symphoniker.

Keine Einwände hatte Kassenprüfer Wilhelm Reckmann an der Kassenführung des Kulturrings. Reckmann wird in diesem Jahr erneut die Kasse prüfen – dann gemeinsam mit Bärbel Schmitz.

Ohne Probleme und einstimmig erfolgte die Wiederwahl des Vorstandes, der für seine Arbeit den Beifall der Mitglieder bekam. Vorsitzender bleibt Reinald Schröder, stellvertretender Vorsitzender Volker Jürgens, Schriftführerin Ines Heidemann, Beisitzer Werner Wessel, Ulla Wessel und Paula Zinser.

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