CDU-Bundespolitiker Jens Spahn und mehr als 80 Zuhörer in der PHWT

„Das beste Deutschland, das es jemals gab“

Einfacheres Planungsrecht, Digitalisierung und Integration waren einige seiner Themen: Jens Spahn (rechts), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und CDU-Präsidiumsmitglied, sprach am Tag der Deutschen Einheit in der Diepholzer PHWT vor mehr als 80 Zuhörern bei einer öffentlichen Veranstaltung des Landtagskandidaten Marcel Scharrelmann. - Foto: Jansen

Diepholz - Von Eberhard Jansen. „Wir leben in dem besten Deutschland, das es jemals gab“, stellte Jens Spahn – 27 Jahre nach der Wiedervereinigung – fest. Aber er zeigte auch auf, was zu verbessern ist. Der 36-jährige Bundespolitiker – Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und CDU-Präsidiumsmitglied – machte am 3. Oktober Wahlkampf-Station in Diepholz.

Mehr als 80 Zuhörer drängten sich im Foyer des Zentrums für Werkstoffe und Technik (ZWT) der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik (PHWT) an der Thüringer Straße. Mit so vielen Besuchern an einem Feiertag hatte der Diepholzer CDU-Landtagskandidat Marcel Scharrelmann nicht gerechnet. Der Westfale Spahn unterstützte seinen niedersächsischen Parteifreund im Wahlkampf – und das mit einer rhetorisch wie inhaltlich alles andere als langweiligen Rede.

Eines von Spahns Themen: das Planungsrecht. Es müsse vereinfacht werden, um Investitionen in die Infrastruktur wie Straßenneubau und Sanierung maroder Brücken schneller realisieren zu können: „Viel Geld ist jetzt da und kann nicht verbaut werden.“

Unter dem Titel: „Wie wollen wir in Zukunft leben!“, forderte er in seiner fast einstündigen Rede auch eine „Kultur des freiwillig länger Arbeitens“, die Beibehaltung der dualen Berufsausbildung und des mehrgliedrigen Schulsystems(„Es gibt ja auch keine Einheitskinder!“). Wichtig sei für Deutschland auch ein offener Umgang mit der Digitalisierung. Diese müsse gestaltet und nicht erlitten werden.

Weitere Forderungen Spahns: „Ehrliche Grenzsicherung“ und dass sich Menschen mit anderen Kulturen in Deutschland anpassen: „Nicht alles, was anders ist, ist per se bereichernd“, sagte er – und nannte beispielsweise die Gleichbehandlung von Mann und Frau als einen hohen kulturellen Wert, der nicht zu diskutieren sei.

Zu Beginn der CDU-Veranstaltung hatte PHWT-Präsident Prof. Dr. Ludger Bölke die Hochschule vorgestellt.

Bundestagsabgeordneter Axel Knoerig sprach sich in seinem Grußwort gegen die populistische Forderung nach Abschottung von Staaten und für ein offenes Europa aus.

Landtags-Vizepräsident Karl-Heinz Klare blickte auf die Wiedervereinigung 1990 zurück: „Der wichtigste und emotionalste Moment der deutschen Nachkriegsgeschichte.“

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