Krisenstab voll einsatzfähig

37 bestätigte Coronafälle im Kreis - Landrat und Kreisrat negativ getestet

Im Labor müssen die Abstriche ausgewertet werden. Foto: Marijan Murat/dpa
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Im Labor müssen die Abstriche ausgewertet werden.

Landkreis  Diepholz - Die Zahl der bestätigten Coronafälle ist um zwei auf 37 gestiegen. Das teilte der Landkreis am frühen Mittwochabend mit. Die Testergebnisse von Landrat Cord Bockhop und Kreisrat Jens-Hermann Kleine wurden am Abend bekannt. Beide fielen negativ aus.

„Der Krisenstab des Landkreises ist derweil unter der Leitung von Kreisrätin Ulrike Tammen voll handlungsfähig“, betont der Landkreis. Im Corona-Testzentrum in Diepholz könnten täglich 40 bis 50 Abstriche vorgenommen werden. Die zuständige Kassenärztliche Vereinigung überlege, das dortige Personal aufzustocken, „um eine größere Anzahl von vom Hausarzt überwiesene Patienten testen zu können“.

In den Kliniken des Landkreises arbeiten die Verantwortlichen mit Hochdruck: Die Kapazitäten für die Intensiv-Behandlung werden ausgeweitet – vorsorglich. Denn zurzeit sind nach Angaben von Klinikverbund-Geschäftsführer Uwe Lorenz nur zwei Corona-Infizierte in stationärer Behandlung. Gleichzeitig werden in den Kliniken Bereiche für Corona-Infizierte mit leichten Symptomen eingerichtet – und daneben selbstverständlich alle anderen Behandlungskapazitäten aufrecht erhalten, betont Uwe Lorenz.

„Die Mitarbeiter ziehen ganz toll mit“, lobt der Geschäftsführer das Engagement aller Angestellten. Quasi rund um die Uhr arbeitet er mit seinen Teams daran, für eine möglicherweise steigende Zahl von Corona-Patienten gerüstet zu sein.

Coronavirus im Landkreis Diepholz: Kliniken verhängen Besuchsverbot

Alle anderen Klinikpatienten müssen zurzeit auf direkten Kontakt zu Angehörigen, Freunden oder Nachbarn verzichten: In den Kliniken herrscht Besuchsverbot. Uwe Lorenz verweist auf den Erlass des Landesgesundheitsamts: „Daran halten wir uns.“

Besucher können frische Wäsche, Bücher oder andere Dinge für die Patienten am Eingang abgeben. Klinikmitarbeiter bringen die Waren in die Krankenzimmer. Auskünfte über den Gesundheitszustand eines Patienten können Angehörige zwar telefonisch erhalten – aber nur, wenn sie das persönliche, schriftlich festgelegte Passwort des Patienten kennen. Weil sie in der Regel per Handy Kontakt zu ihren Angehörigen halten, sei die Vereinbarung eines Passwortes in den meisten Fällen kein Problem, so Lorenz.

Im Notfall gibt es Ausnahmen vom Besuchsverbot. Nämlich dann, wenn Angehörige einen Patienten in dessen letzten Lebensstunden begleiten möchten. Zutritt haben auch Seelsorger oder Beurkundungspersonen. Anlass kann ein Testament oder eine Eheschließung sein.

Coronavirus im Landkreis Diepholz: Kitas und Krippen mussten schließen

Die Besuchsregelung gilt ebenso für Senioren- und Pflegeheime. „In der Sterbephase würden wir einen Besuch immer ermöglichen“, bestätigt Ulrike Hirth-Schiller als hauptamtliche Vorsitzende des DRK-Kreisverbands, der Seniorenheime in Barnstorf, Barrien, Bruchhausen-Vilsen und Syke betreibt. Die Menschen dort befänden sich in einer anderen Lage als Patienten in den Kliniken: „Es ist ihr Zuhause!“

Umso härter trifft die Heimbewohner das Besuchsverbot. Ulrike Hirth-Schiller bedauert: „Wir können keine Gruppenangebote mehr machen.“ Auch Spaziergänge in Begleitung von Ehrenamtlichen seien nicht mehr möglich: „Wir sind bemüht, eigene Programme zu entwickeln.“

Der Kreisverband spürt die Auswirkungen der Corona-Gefahr auch in vielen anderen Bereichen. Denn die DRK-Kindertagesstätten und Krippen in Bahrenborstel, Barenburg, Barnstorf, Barver, Kirchweyhe, Lemförde, Neukrug, Rehden, Ströhen, Syke und Wehrbleck mussten geschlossen werden – ebenso die Tagespflegen in Bruchhausen-Vilsen, Ehrenburg, Kirchdorf und Wehrbleck. Das DRK hat einen zentralen Krisenstab gebildet, außerdem Krisenteams vor Ort.

Coronavirus im Landkreis Diepholz: Auch Freude und Dankbarkeit im Fokus

Trotz aller Herausforderungen gibt es beim DRK auch Grund zur Freude und zur Dankbarkeit: „Bei uns gehen ganz viele Hilfsangebote ein“, freut sich Ulrike Hirth-Schiller. „Manche rühren uns zu Tränen.“ Nicht nur Menschen, die von ihren Arbeitgebern freigestellt worden sind, wollen tatkräftig in den DRK-Einrichtungen helfen. „Wir haben auch Angebote von Köchen, die ihre Restaurants schließen mussten“, berichtet die DRK-Vorsitzende, die sich für alle Unterstützungsangebote von Herzen bedankt – in dem Wissen: „Wir werden es nicht schaffen, allen zu antworten“.

Denn beim DRK, einem der größten Arbeitgeber im Landkreis, müssen viele Fragen geklärt werden. Voller Lob ist Ulrike Hirth-Schiller für die freigestellten DRK-Mitarbeiter aus den Kindertagesstätten und den Tagespflegen: „Sie haben angeboten, uns in anderen Bereichen zu unterstützen.“

Für Menschen in Corona-Quarantäne, die keine Unterstützung beim Lebensmitteleinkauf haben, hatte das DRK schon in der vergangenen Woche einen Bringdienst eingerichtet. Zehn Personen hätten ihn bisher genutzt. „Aber wir haben ganz viele Vormerkungen“, so Ulrike Hirth-Schiller. Sprich Aufträge für den Fall, wenn sich das Virus weiter ausbreiten sollte.

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