Linie 219 soll ausgebaut werden

Bessere Busverbindung zwischen Diepholz und Dümmer

Die Bushaltestelle am Diepholzer Bahnhof. Hier ist ein Halt der Linie 129 nach Lemförde/Brockum, die ausgebaut werden soll.
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Die Bushaltestelle am Diepholzer Bahnhof. Hier ist ein Halt der Linie 129 nach Lemförde/Brockum, die ausgebaut werden soll.

Diepholz/Lemförde – Die Linienbusverbindungen zwischen Diepholz und Lemförde – und damit auch zum Dümmer und den Marissa-Ferienpark in Lembruch – sollen verbessert werden. Das wünscht sich die Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ angesichts der touristischen Entwicklung am Dümmer und der „allgemeinen Entwicklung weg vom Individualverkehr“. Bei der Verwaltung der Stadt Diepholz ist dieser Wunsch auf offene Ohren gestoßen, zumal die Buslinie auch wichtig für die Verbindung zu Diepholzer Ärzten und zum Krankenhaus ist.

Laut Vorschlag der Verwaltung soll die schon bestehende Buslinie 129 (Brockum – Lemförde – Lembruch – Diepholz) ausgebaut werden – über für den Schülerverkehr notwendige Zeiten hinaus.

Bei der Stadt Diepholz beschäftigt sich nun der Ausschuss für Ordnung, Marktwesen, Straßen und Verkehr in seiner öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 2. Juni, ab 16 Uhr (im Rathaus und parallel online) mit dem Thema. Die Stadtverwaltung schlägt den Politikern im Ausschuss vor, dass sie den Ausbau der Busline mit Erhöhung der Fahrten-Taktung, mit Ausweitung der Fahrten in den Abendstunden und am Wochenende sowie mit direkter Anbindung des Marissa Ferienparks ausdrücklich befürworten. Auch lautet ein Vorschlag der Verwaltung, dass sich die Stadt Diepholz an der Finanzierung des gemeindlichen Eigenanteils mit bis zu 50 Prozent beteiligen soll.

Entwurf für Fahrplan fertig

Im Vorfeld wurde schon ein Fahrplanentwurf erarbeitet. Dieser zielt darauf ab, die Linie 129 in der Zu- und Abbringerfunktion zu den Bahnhöfen (Schienenpersonennahverkehr – SPNV) in Lemförde und Diepholz zu stärken. Die neuen Fahrten in dem Planentwurf decken jetzt noch vorhandene Taktlücken montags bis freitags sowie in den Ferien ab. Gleichzeitig erfolgt eine Ausweitung in den Abendstunden sowie der Aufbau von Busfahrten samstags und sonntags im Zwei-Stunden-Takt. Der Fahrplanentwurf sieht auch einen neuen Haltepunkt Marissa Ferienpark vor. „Die genaue Lage muss noch verhandelt werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage des Ausschusses. Dabei spielt die Wendemöglichkeit für die Busse eine Rolle.

Derzeit hat die Busverbindung große Lücken. So gibt es auf der Strecke von Lemförde nach Lembruch an den Wochenenden kein Angebot, gleiches gilt für mittags und nachmittags außerhalb der Schulzeiten. Nach 18 Uhr ist eine späte Fahrt aus Lemförde nicht möglich. Auf der Strecke von Brockum über Lemförde nach Diepholz gibt es ebenfalls kein Angebot am Wochenende. Nach 18 Uhr ist eine Fahrt aus Diepholz ebenfalls nicht möglich.

Kosten: 4 425 Euro pro Jahr für die Stadt Diepholz

Die Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ hat laut der Sitzungsvorlage erste Gespräche mit dem Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) geführt, der bei zusätzlichen Fahrten auf einer vorhandenen Linie grundsätzlich keine Probleme sehe.

Ein Förderprogramm des Landkreises Diepholz zur Fortentwicklung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) sieht vor, den kreisangehörigen Kommunen eine Förderung von bis zu 50 Prozent des verbleibenden Defizits des betreffenden Vorhabens zur Verfügung zu stellen, wobei die Förderung auf fünf Jahre und auf 50 000 Euro pro Jahr und Kommune begrenzt wird. Als weitere Möglichkeit einer finanziellen Förderung hat das Bundesverkehrsministerium ein Förderprogramm „Modellprojekte zur Stärkung des ÖPNV“ aufgelegt.

Öffentliche Ausschusssitzung

Der Ausschuss für Ordnung, Marktwesen, Straßen und Verkehr der Stadt Diepholz tagt öffentlich am Mittwoch, 2. Juni, um 16 Uhr im Rathaus. Dabei ist auch die Neugestaltung der Diepholzer Fußgängerzone (wir berichteten) ein Thema. Auf Grund der aktuellen Corona-Situation ist eine Teilnahme der Sitzung nur nach vorheriger Anmeldung per Mail an sitzung@stadt-diepholz.de oder Tel. 05441/909317 möglich. Die Anzahl der Teilnehmer vor Ort ist begrenzt. Die Stadt empfiehlt eine Teilnahme per Videokonferenz. Die Zugangsdaten werden nach Anmeldung per E-Mail zur Verfügung gestellt.

Landkreis und ZVBN halten laut der Sitzungsvorlage des Diepholzer Ausschusses eine Linienverstärkung unter anderem auf der Linie 129 als mögliches Projekt für denkbar. Der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen hat die Vollkosten für die ausgebaute Busline mit 177 000 Euro pro Jahr angegeben und geht davon aus, dass die Entgelte der Nutzer lediglich etwa fünf Prozent davon decken.

Abzüglich der Bundes- und Landkreis-Zuschüsse würde ein gemeindlicher Eigenanteil von 8 850 Euro verbleiben. Somit entfielen auf die Stadt Diepholz und die Samtgemeinde Lemförde jeweils etwa 4  425 Euro pro Jahr. Diese Finanzierung müssten die Politiker beider Kommunen für den Zeitraum 2022 bis 2025 zusichern. Im Falle einer Beendigung der Förderung vom ZVBN müsste für das Jahr 2025 ein erhöhter Zuschuss in Höhe von 8 850 Euro gezahlt werden. Auch dies befürwortet die Diepholzer Stadtverwaltung. Entscheiden müssen die gewählten Politiker.

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