„Belächelt, bekämpft, begehrt“: Ulrich Walter

Besonderes Buch über Diepholzer Bio-Pionier

„Belächelt, bekämpft, begehrt“: Der Bio-Pionier Ulrich Walter (71) und sein Diepholzer Unternehmen stehen im Mittelpunkt eines Buches, das auch die Entwicklung des Zeitgeistes in Deutschland seit den 1970er Jahren beleuchtet.
+
„Belächelt, bekämpft, begehrt“: Der Bio-Pionier Ulrich Walter (71) und sein Diepholzer Unternehmen stehen im Mittelpunkt eines Buches, das auch die Entwicklung des Zeitgeistes in Deutschland seit den 1970er Jahren beleuchtet.

Diepholz – Es ist ein besonderes Buch, keine simple Biografie. Der Rehdener Ulrich Walter, seine Familie und sein erfolgreiches Diepholzer Unternehmen „Lebensbaum“ stehen im Mittelpunkt des neuen Buches „Belächelt, bekämpft, begehrt – Mit Bio-Pionier Ulrich Walter durch fünf Dekaden.“

Das Buch hebt sich schon äußerlich von der Masse ab. Der Einband ist auffällig in sonnigem Gelb gestaltet. Ältere Leser werden auf den 240 Seiten vieles aus ihrer Zeit wiederkennen, jüngere können vieles lernen von damals, als Bio noch exotisch war, und wie sich diese Branche zu dem entwickelt hat, was sie heute ist – nämlich etabliert und anerkannt. Einer der Pioniere der Bio-Bewegung und des nachhaltigen Wirtschaftens ist Ulrich Walter.

„Die erste bewusst kleine Auflage von 1 000 Exemplaren ist schon verkauft“, freut sich der 71-Jährige – und hat nicht mit diesem Erfolg gerechnet. Ulrich Walter war Ende 2019 aus seinem Diepholzer Unternehmen „Lebensbaum“ ausgestiegen, das er mit seiner Frau Angela 1979 gegründet hatte und das zu einem bekannten mittelständischen Hersteller von Tees, Kaffee und Gewürze in Bio-Qualität geworden war. Er arbeitet noch im Beirat mit.

In seiner aktiven Unternehmerzeit hat er mehrfach Angebote abgelehnt, ein Buch über ihn zu schreiben. Jetzt stimmte Walter schließlich zu, denn er kannte die Autorin Heike Leitschuh schon seit 20 Jahren. Als Vertreter der Bio-Branche hatte Walter öfter bei Veranstaltungen beruflichen Kontakt zu der auch als Moderatorin und Beraterin für nachhaltige Entwicklung tätigen Frankfurterin.

Ihr vertraute er – und arbeitete bei der mehr als einjährigen Vorbereitung und Autorenarbeit intensiv mit, genau wie seine Tochter Maren Walter mit ihrer Agentur „Walter!“.

Was Ulrich Walter wichtig war: „Es sollte keine reine Biografie werden.“ So entstand die Idee, sein Leben und seine Arbeit in der Bio-Branche in Zusammenhang mit der gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklung Deutschlands von den 1970er Jahren bis heute zu stellen. In dem Buch geht es deshalb auch um den Wandel auf verschiedenen Ebenen wie Klima, Landwirtschaft und Gesellschaft, um Atomausstieg, eine erste grüne Bundesministerin und um den Einzug des Internets.

Mehr als ein Jahr Vorbereitung

Ein Thema sind auch Perspektiven, die die anfangs kaum ernst genommene Bio-Branche hat. Und um Perspektiven der Diepholzer Firma „Lebensbaum“ mit ihren heute 200 Mitarbeitern. „Das Unternehmen wird die Produktqualität pflegen und weiterentwickeln. Es wird ein bedeutende Marke für biologische Produkte bleiben und an der Spitze moderner, verantwortungsbewusster Unternehmen mitwandern“, zitiert Heike Leitschuh den Bio-Pionier Walter in ihrem Buch.

Den Text des 240 Seiten starken Werk kennt der 71-Jährige fast auswendig. So oft hat er ihn vor dem Erscheinen gelesen und gemeinsam mit seiner Tochter Maren an der Endfassung gefeilt – in Absprache mit der Autorin. Erste Vorgespräche mit Heike Leitschuh hatte es im Oktober 2019 in Berlin gegeben. Für Interviews und Arbeit im Familienarchiv war Heike Leitschuh zusammenhängend fast eine Woche in Diepholz.

Diskussionen um gelben Einband

Diskussionen gab es über die Einband-Gestaltung. Nicht zu sehr klischeehaft Bio sollte sie sein, aber auch nicht zu konventionell, sondern auffallen. Der Hamburger Designer Stefan Mückner nutzte schließlich Ulrich Walters Lieblingsfarbe Gelb, die sich auch auf vielen Verpackungen von „Lebensbaum“-Produkten“ wiederfindet. Die kleinen Symbole auf dem Einband stehen für Phasen der Entwicklung von Walters Unternehmen und der Gesellschaft von den 70er Jahren bis heute – von Peace-Zeichen und Teebeutel bis Lebensbaum.

„Belächelt, bekämpft, begehrt“

Das Buch „Belächelt, bekämpft, begehrt – Mit Bio-Pionier Ulrich Walter durch fünf Dekaden“ von Heike Leitschuh ist im Hirzel-Verlag (Stuttgart) erschienen und kostet als Printausgabe (gebunden, 240 Seiten) im Buchhandel 24 Euro. Es ist auch als E-Book zu haben.

Diese Entwicklung können Leser mitverfolgen. Das Buch soll Menschen jedes Alters ansprechen, ihnen die Bio-Entwicklung und die vergangenen 50 Jahre näher bringen – am Beispiel des in dieser Branche sehr erfolgreichen Diepholzer Unternehmers Ulrich Walter.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Meistgelesene Artikel

Todesfall nach Corona-Impfung im Landkreis Diepholz – Zusammenhang unklar

Todesfall nach Corona-Impfung im Landkreis Diepholz – Zusammenhang unklar

Todesfall nach Corona-Impfung im Landkreis Diepholz – Zusammenhang unklar
Ikea-Besuch: Warum der Möbelhaus-Horror im Lockdown plötzlich schön ist

Ikea-Besuch: Warum der Möbelhaus-Horror im Lockdown plötzlich schön ist

Ikea-Besuch: Warum der Möbelhaus-Horror im Lockdown plötzlich schön ist
Familienfehde in Diepholz eskaliert: Großer Polizeieinsatz

Familienfehde in Diepholz eskaliert: Großer Polizeieinsatz

Familienfehde in Diepholz eskaliert: Großer Polizeieinsatz
Fahrrad-Stau im Diepholzer Fundbüro

Fahrrad-Stau im Diepholzer Fundbüro

Fahrrad-Stau im Diepholzer Fundbüro

Kommentare