Mobile Beschäftigte im Kreis Diepholz

Bremen ernährt jeden vierten Arbeitnehmer aus dem Kreis

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Jeder vierte Arbeitnehmer aus dem Landkreis Diepholz ist in Bremen tätig. Viele Pendler nutzen für den Weg ins Büro oder nach Hause die Bahn, wie hier in Kirchweyhe.

Landkreis - Von Burkhard Peters. Fast jeder zweite Beschäftigte aus dem Landkreis Diepholz pendelt über die Kreisgrenzen hinweg, um zum Arbeitsplatz zu gelangen. Damit sind die Arbeitnehmer aus der Region sehr viel mobiler als im Bundesschnitt, wo rechnerisch vier von zehn Beschäftigten auspendeln müssen.

Wohnen im Grünen, Arbeiten in der Stadt? Den Landkreis Diepholz als reinen „Schlafkreis“ zu bezeichnen, greift zu kurz. Denn umgekehrt fahren jeden Tag 22.600 Menschen von außerhalb zu ihrem Arbeitsplatz im Landkreis Diepholz, geht aus dem aktuellen Pendleratlas der Agentur für Arbeit hervor. Nach den Zahlen der Behörde machen sich von den rund 84.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus dem Landkreis täglich etwa 40 400 über die Kreisgrenze hinweg auf den Weg zur Arbeit. Gut die Hälfte davon arbeitet in Bremen, nämlich 22.100 Beschäftigte – also ungefähr jeder vierte Arbeitnehmer aus dem Landkreis Diepholz.

Die übrigen verteilen sich auf die Nachbarkreise Vechta (3865), Verden (2166), Nienburg (2131), Minden-Lübbecke (1866), Oldenburg (1230) und auf die Stadt Delmenhorst (1011). Immerhin 756 Menschen aus dem Kreis Diepholz nehmen Tag für Tag den Weg nach Hannover auf sich, um an Arbeitsplatz zu gelangen. In die Stadt Oldenburg pendeln laut Agentur für Arbeit 508 Diepholzer und nach Osnabrück 404.

„Manche Arbeitnehmer sind bereit, für die Karriere bis zu drei Stunden reine Fahrtzeit am Tag in Kauf zu nehmen – und das manchmal über viele Jahre hinweg“, sagt Bernd-Uwe Metz, Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Verden.

Besonders flexibel in der Mitte des Kreises

Besonders flexibel müssen die Arbeitnehmer in den ländlich geprägten Gemeinden in der Mitte des Kreises sein. In Schwaförden und Siedenburg verlassen neun von zehn Beschäftigten vor Arbeitsbeginn die Gemeinde und kehren nach Feierabend zurück.

Trotz des insgesamt negativen Pendlersaldos leert sich keineswegs jede Stadt und Gemeinde im Landkreis Diepholz allmorgendlich, im Gegenteil. Aus der Kreisstadt Diepholz fahren beispielsweise 3610  Menschen nach außerhalb zur Arbeit. Umgekehrt stehen Schreibtisch oder Werkbank von 4420 Nicht-Diepholzern in der Kreisstadt.

Und auch der Speckgürtel von Bremen erfüllt keineswegs das Klischee einer „Schlafstadt“ für die benachbarte Metropole. Allein nach Stuhr pendeln täglich mehr als 10.000 Menschen von außerhalb ein, während deutlich weniger Stuhrer ihren Heimatort für den Beruf verlassen.

Weyhe und Syke gelten durchaus als „Schlafstadt“

Auf Weyhe und Syke trifft da schon eher der Begriff „Schlafstadt“ zu – in beiden Nordkreiskommunen liegt die Zahl der Auspendler deutlich höher als die der Einpendler. „In Weyhe sind in den 1990er-Jahren viele Wohngebiete entstanden, aber die Gewerbeentwicklung hielt damals nicht stand“, erläutert Metz. In jüngster Zeit habe sich die Zahl der Einpendler in die Wesergemeinde aber wieder erhöht.

Im Ortsteil Dreye sind in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bremen neue Gewerbegebiete entstanden. Und so manchen Bremer, der sich in Weyhe den Traum vom Eigenheim im Grünen erfüllt hatte, zog es wieder in die City zurück, wenn die Kinder aus dem Haus waren, beobachtet Metz. Diese Rückkehrer kämen nun als Pendler nach Weyhe und in andere Kommunen des Kreises zurück – so wie insgesamt 5600 Bremer, die im Landkreis Diepholz arbeiten.

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