SPD-Informationsabend in Bassum 

Bekenntnis zur Schulsozialarbeit

Geballte SPD-Kompetenz (v.l.): Die Landtagsabgeordnete Luzia Moldenhauer, Ortsvereinsvorsitzende Dorit Schlemermeyer, Landtagsabgeordneter Michael H. Höntsch und SPD-Unterbezirksvorsitzende Astrid Schlegel. - Foto: Büntemeyer

Landkreis Diepholz - Von Heiner Büntemeyer. Bisher haben die Kommunen die Schulsozialarbeit finanziert, denn Kultus- und Sozialministerium konnten sich nicht darüber einigen, in wessen Ressort diese Aufgabe fällt. Jetzt hat es diese Einigung gegeben, das Kultusministerium hat die Schulsozialarbeit zu seiner Aufgabe gemacht.

Das bedeutet für Schulsozialarbeiter, die in vielen Fällen nur befristete Arbeitsverträge bekamen, künftig eine Festanstellung. Dadurch erhalten auch die Schulen größere Planungssicherheit.

Um die mit dieser Umstellung verbundenen Fragen vor Ort mit Betroffenen zu besprechen, hatte der SPD-Unterbezirk den ersten Stellvertreter der SPD-Landtagsfraktion im Ausschuss Wissenschaft und Kultur, Michael H. Höntsch, nach Bassum eingeladen.

Luzia Moldenhauer begrüßte zu diesem Treffen etwa 30 Zuhörer. Zunächst referierte Höntsch über die Finanzierung der Bildungsaufgaben im Haushalt 2016 angesichts der Schuldenbremse. Rund 47 Millionen Euro stehen im Haushalt für Schulsozialarbeit zur Verfügung. „Schulsozialarbeit wird Landesaufgabe und nicht mehr Aufgabe der Kommunen. Das bringt Rechtssicherheit ohne Teilzeit und ohne Befristung“, so Höntsch. 

Auch Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingskindern sollten durch Schulsozialarbeit unterstützt werden. Die Kinder- und Jugendhilfe soll sich weiterhin an Schulen engagieren und mit der Schulsozialarbeit kooperieren. Nach Umsetzung des Konzeptes werde es mehr als 900 Stellen an über 1000 Schulen in Niedersachsen geben – eine Steigerung um rund 30 Prozent, hieß es.

Probleme könnte es geben, weil die Schulsozialarbeit bisher wenig attraktiv erschien und es an genügend qualifizierten Kräften fehlen werde, gab die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Dorit Schlemermeyer zu bedenken. Höntsch stimmte ihr zu, dieser Beruf müsse attraktiver gemacht werden: „Wir arbeiten daran.“ Grundsätzlich würde das neue Konzept von ihr begrüßt, erklärte die Diplom-Pädagogin Ingrid Langkau. 

Lange genug hätten sie und ihre Kollegen alle zwei Jahre um eine Verlängerung ihrer Verträge gekämpft und hätten trotzdem an ihren Schulen die Sozialarbeit aufgebaut, hätten Konzepte entwickelt und Netzwerke geknüpft. Kollegen, die schon jahrelang im Beruf stehen, hätten allerdings nicht erwartet, dass sie sich jetzt wieder neu bewerben, eine neue Probezeit absolvieren und auch noch Einkommenseinbußen hinnehmen müssten. „Wir sind enttäuscht, verunsichert, wütend, traurig und sprachlos“, schimpfte sie. „Das, was Sie geschildert haben, das geht gar nicht“, stimmte Höntsch ihr zu.

Andere Zuhörer erklärten, durch Schulsozialarbeit würde den Jugendämtern sehr viel Arbeit abgenommen, daher sollte sich die Jugendhilfe auch an der Bezahlung beteiligen. Höntsch, der sich eifrig Notizen gemacht hatte, hofft, dass sich da noch etwas bewegen werde und versprach den betroffenen Zuhörerinnen, sie durch Luzia Moldenhauer auf dem Laufenden zu halten.

Mehr zum Thema:

Bayern nach Leipzig-Patzer wieder vorn

Bayern nach Leipzig-Patzer wieder vorn

Weihnachtsmarkt in Sankt Hülfe/Heede

Weihnachtsmarkt in Sankt Hülfe/Heede

Fünf Tote bei Zug-Inferno in Bulgarien

Fünf Tote bei Zug-Inferno in Bulgarien

Dramatischer Appell aus Paris: Gnade für Aleppo

Dramatischer Appell aus Paris: Gnade für Aleppo

Meistgelesene Artikel

Festnahme am Diepholzer Bahnhof

Festnahme am Diepholzer Bahnhof

Bundesweites Interesse an Diepholz

Bundesweites Interesse an Diepholz

Grausiger Fund auf der Rinderweide

Grausiger Fund auf der Rinderweide

Kommentare