Mobilitäts- und Verkehrssicherheitstag in der Jahnschule Diepholz

Beispielhafte Zusammenarbeit

Mit Rauschbrille auf Achse gehen mussten hier die Schüler am Verkehrstrainingstag in der Jahnschule. - Foto: Bredemeyer

Diepholz - Von Helge Bredemeyer. Lernen in der Schule, aber in diesem Fall nicht für Noten hieß es am drittletzten Schultag vor den Sommerferien in der Diepholzer Jahnschule. Gut 170 Schülerinnen und Schüler der fünften bis neunten Klassen, einschließlich der Sprachlernklasse hatten die Chance, an diesem Mobilitäts- und Verkehrssicherheitstag mit Experten das Verhalten im Verkehr, das Wissen um Sicherheit und Einsicht in viele Felder rund um den Straßenverkehr vor Ort kennen zu lernen und auszuprobieren.

Die Zielsetzung: Verantwortung im Straßenverkehr übernehmen, Regeln kennen und einhalten lernen und für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisiert werden. Kurz im Schülerjargon: „Nicht unter die Räder kommen!“

Ihnen standen dabei mehr als ein Dutzend Fachleute zur Seite, denen sie ihr handfestes Wissen abnehmen konnten. Das zeigte sich schon an Ort und Stelle, wenn es auf den Fahrradparcours ging, sie im Überschlagssimulator „Crissie“ plötzlich Kopf standen, oder ganz simpel einen Fahrradreifen flicken sollten. Alle Mitmachaktionen koordinierte Valentin Zedler aus dem Lehrerkollegium. Beispielhaft, wie es sich zeigte, denn die Experten, flankiert von Eltern und weiteren Helfern, empfingen die Schülergruppen in vier Blocks jeweils an zehn verschiedenen Stationen im 40 Minuten Takt.

In der Diakonie-Fahrradwerkstatt hieß es mal selbst Hand anzulegen. - Foto: Bredemeyer

Vor Ort gab es dann immer wieder Überraschungen. So musste festgestellt werden, dass etliche Schüler nicht Rad fahren können. Verständlich, wenn man weiß, dass es die ausländischen Mitschüler zu Hause gar nicht erlernen konnten. Schien es witzig zu sein, mit einer „Rausch- und Promillebrille, die Wahrnehmung und Koordinierungsfähigkeiten beeinträchtigt, hinter dem Steuer eines Kettcars zu sitzen, verging das Gefühl der Harmlosigkeit. Im AOK-Bus bei der Überprüfung des Seh-, Hör- und Reaktionsvermögens wurde mehrfach eine Sehschwäche festgestellt. Sein eigenes Fahrrad den Polizisten von der Polizeiinspektion prüfen zu lassen, wurde manchmal umgangen, weil man an diesem Tag lieber nicht mit dem Fahrrad zur Schule kam. Der Trainingstag war nicht als Spiel- und Spaßtag zu verstehen, dafür standen die Experten mit ihrem anspruchsvollen Einsatz ein. Sie nahmen ihre Sache und die Schüler ernst, forderten Engagement und Aufmerksamkeit. Es hieß eindeutig: „Anschauen und Anpacken!“ Das richtige Verhalten im Verkehr, so wurde es von Station zu Station immer klarer, ist lebenswichtig.

Und wenn etwas passiert, dann müssen die Ersten-Hilfe-Griffe sitzen. Schulleiterin Anika Flöte und ihr Schulteam waren den ganzen Morgen selbst mit dabei. Sie dankten für die nicht einfach selbstverständliche Bereitschaft zur Mitarbeit der Verkehrswacht, der Polizeiinspektion, der Feuerwehr, dem DRK, der Diakonie-Fahrradwerkstatt, der Fahrschule Gräbner, der AOK und dem großen Team am Fahrradparcours mit dem Motorsportclub aus Barnstorf.

Ein gutes Beispiel der Integration zeigte auch die Eingliederung der Schüler aus der Sprachlernklasse in die jeweiligen Klassenteams. Am Ende gab es Urkunden und für die jeweils drei Klassenbesten eine Anerkennung.

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