1 000 Besucher am ersten Tag

Diepholzer Berufsmesse startet wieder virtuell

Die 22. Diepholzer Berufsmesse mit vielen Infos zu Ausbildungsmöglichkeiten in der Region ist zum zweiten Mal virtuell gestartet.
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Die 22. Diepholzer Berufsmesse mit vielen Infos zu Ausbildungsmöglichkeiten in der Region ist zum zweiten Mal virtuell gestartet.

Diepholz – Für junge Menschen am Ende ihrer schulischen Laufbahn ist sie eine wichtige Informationsquelle, um sich auf den Start ins Berufsleben vorzubereiten und sich über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten in der Region zu informieren: Die Diepholzer Berufsmesse.

Am Montag startete die 22. Auflage zum zweiten Mal in digitaler Form. Rund 1 000 Messebesucher – und damit deutlich mehr als im Vorjahr – konnten die Veranstalter bereits bis zum Abend des ersten Tages zählen.

Im vergangenen Jahr war aufgrund der Corona-Pandemie mit der Digitalisierung aus der Not eine erfolgreiche Tugend gemacht worden. Mit entsprechend mehr Vorlauf ist der Messeauftritt in diesem Jahr noch umfassender und differenzierter.

„Es ist eine sehr wichtige Zeit für Unternehmen und Jugendliche in der Berufsfindungsphase“, macht Organisator und Veranstalter Maik Schwenker deutlich. Auch die Corona-Pandemie ändere daran nichts. Im Gegenteil: eine virtuelle Orientierung sei umso bedeutsamer, als dass es infolge der Pandemie es für Unternehmen immer schwerer werde, gute Nachwuchskräfte zu akquirieren. Auch für die Schüler, für die reale Events wie Zukunftstag, Praktika, Tag der Ausbildung, Vorträge in den Schulen und Messen derzeit nicht möglich seien, sei diese Art der Berufsorientierung umso wichtiger und wertvoller.

Thema: Kosten

Steuerte man 2019 in realer Form auf die 100-er-Marke an Ausstellern zu, ist 2020 die Zahl der an der virtuellen Messe teilnehmenden Unternehmen gesunken. Jetzt konnten die Organisatoren wieder eine Steigerung verzeichnen. „An den Messegebühren wird der Rückgang nicht liegen“, sagt Organisator Maik Schwenker. „Ich denke, es sind die Probleme, die viele Unternehmen derzeit haben, wenn sie um ihre Existenz bangen“, vermutet er. Alles in allem sei die virtuelle Präsentation für die Unternehmen günstiger. „Denn es entfällt beispielsweise der Bau eigener Messestände und Exponate in den Firmen, es entstehen keine Kosten für abgeordnetes Standpersonal, Broschüren und Give aways. Wer einen Chat unterhält, kann außerhalb der Kommunikationsphasen zudem ganz normal in seinem Betrieb weiterarbeiten.“ Um die Kosten möglichst gering zu halten, fänden sich kleinere Unternehmen zu einem Ausstellungsverbund zusammen.

Die virtuelle Messeplattform biete ein nachhaltiges und zukunftsträchtiges Tool, welches auch nach der Pandemie sicherlich nicht mehr wegzudenken sei. Mit wenig Aufwand für die Schulen und Unternehmen gelinge eine direkte Kommunikation.

In zwei Messehallen verteilen sich laut Schwenker 43 Messestände und präsentieren hinsichtlich teilnehmender Ausbildungsverbunde insgesamt mehr als 60 Unternehmen. Die gewachsene Anzahl an Ausstellern ermögliche eine Präsentation von mehr als 100 verschiedenen Ausbildungsbereichen. Im vergangenen Jahr verzeichnete die virtuelle Berufsmesse nach Veranstalterangaben 27 Aussteller.

Exklusiv für die Schulen wurde für die diesjährige Berufsmesse in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit ein Showroom entwickelt, in dem mehr als 250 Ausbildungsberufe mit Text und Video zur Verfügung stehen. Auch eine neigungsspezifische Berufssuche ist hier möglich. Alle teilnehmenden Schulen hatten im Vorfeld die Möglichkeit, sich mit ihren Schülern auf die Messe vorzubereiten und zu informieren. Dafür ist für über 3 300 teilnehmenden Schüler ein Messemagazin erstellt worden, welches über QR Codes Zusatzinformationen rund um die Messe sowie zu einzelnen Firmen enthält.

Neben vielen Informationen zu den Unternehmen und Stellenausschreibungen, können sie Kontaktdaten tauschen und mit den Ansprechpartnern via Chat oder Videotelefonie interessante Gespräche führen. „Doch da sind die Teens zum Auftakt noch recht zurückhaltend gewesen“, bedauert Schwenker. „Angst vor persönlicher Ansprache oder vor Rechtschreibfehlern, aber auch gegenteilig, ein Unternehmensauftritt, der keine Fragen offen lässt, könnten Gründe dafür sein.“ Auch ein Selbstanalyse-Tool, Tipps für eine Erfolgreiche Bewerbung und Hilfen, um fit ins Vorstellungsgespräch zu kommen, stehen bereit.

Informationen re-live

Noch bis zum 30. April, jeweils von 8 bis 16 Uhr, haben die virtuellen Messehallen „live“ geöffnet. In dieser Zeit stehen Vertreter der Firmen auf der Internet-Plattform via Chat oder Videotelefonie für sämtliche Fragen bereit. Nach dem täglichen Messeschluss ist ebenso wie noch bis zum 10. Mai ein „re-live“-Besuch möglich. – Ein Messebesuch, jedoch ohne direkten Kontakt. „So kann man vieles gesehene und gehörte erst einmal sacken lassen“, sagt Maik Schwenker. „Das ist ein ganz großer Vorteil der virtuellen Messe.“ Man kann bis zum Ende des Messezeitraums ohne Stress und Zeitdruck so oft wiederkommen wie man möchte, sich immer wieder gezielt über den ein oder anderen Beruf informieren.“ Aufgrund der guten Resonanz sei für den Herbst eine weitere virtuelle Berufsmesse in Planung. Für das Frühjahr 2022 plane er wieder eine reale Messe, für den Herbst erneut virtuell.

Das IT-Unternehmen newroommedia sei einmal mehr ein wichtiger Partner für die Umsetzung der digitalen Berufsmesse“, betont Schwenker. Die gute Partnerschaft mit der Agentur für Arbeit, dem Landkreis Diepholz und der IHK böten ebenfalls eine wichtige Unterstützung im Bereich des Informationsflusses. „Erstere informiert vor allem auch über Berufe, die dieses Mal nicht vertreten sind“, macht Schwenker aufmerksam, dass wegen der Corona-Krise fast die ganze Einzelhandelssparte nicht vertreten sei. „Geschlossene Läden, Kurzarbeit, Existenzängste – da liegt bei der derzeitigen Unsicherheit dringenderes an, als sich Gedanken über Azubis zu machen.“

Nicht nur ein vielfältiger Überblick und ein vertiefender Einblick gezielt in Berufe, die das eigene Interesse geweckt haben, sind möglich. „Auch feste Arbeitsstellen Schüler- und Aushilfsjobs lassen sich finden, aus denen neben dem ersten Hineinschnuppern in die Arbeitswelt vielleicht ein späteres Berufs- oder Ausbildungsverhältnis wird“, machen die Organisatoren aufmerksam.

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