Wiedervernässung wird fortgesetzt

Bagger im Diepholzer Moor

Seit 2012 plant und betreut der Naturschutzring die Wiedervernässungsmaßnahmen im Diepholzer Moor. Der Naturschutzverein mit Sitz in Hüde dokumentiert regelmäßig den Erfolg der Maßnahmen mithilfe von Drohnenfotos. Dieses entstand im Februar.
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Seit 2012 plant und betreut der Naturschutzring die Wiedervernässungsmaßnahmen im Diepholzer Moor. Der Naturschutzverein mit Sitz in Hüde dokumentiert regelmäßig den Erfolg der Maßnahmen mithilfe von Drohnenfotos. Dieses entstand im Februar.

Diepholz – Wer den Moor-Erlebnispfad am Rand des Diepholzer Moores entlang läuft, findet sie derzeit nicht immer – die friedliche Stille am Aussichtshügel. Das Brummen der Motoren von Maschinen ertönt im Hintergrund, Bagger und Moorraupen sind wieder unterwegs. Die Wiedervernässungsmaßnahmen im Diepholzer Moor, die bereits im vergangenen Winter mit Vorarbeiten begannen, werden jetzt fortgesetzt, berichtet Frank Apffelstaedt vom Naturschutzring Dümmer.

Dämme werden gebaut und alte Gräben verschlossen, damit das Regenwasser im Moor bleibt und nicht in Richtung Diepholz abfließt. Ermöglicht werden die Maßnahmen mithilfe der Kofinanzierung von Fördermitteln der Europäischen Union durch die Landesnaturschutzverwaltung (NLWKN) und den Landkreis Diepholz (Untere Naturschutzbehörde).

Dass Moorschutz im Diepholzer Moor ein funktionierendes Gemeinschaftsprojekt ist, unterstreicht das zusätzliche finanzielle Engagement der Biofirma Lebensbaum, der Stadt Diepholz und der Agenda 21-Bürgerstiftung in Diepholz. Darüber hinaus beteiligen sich an der Pflege des Moores Schulklassen der zertifizierten Naturparkschulen, Auszubildende der Biofirma Lebensbaum, die Bundeswehr und engagierte Privatpersonen aus Diepholz.

Um die Flächen im Diepholzer Moor zu renaturieren, muss zunächst schweres Gerät anrücken.

Die Bio-Firma Lebensbaum finanziert seit zehn Jahren Wiedervernässungsmaßnahmen im Diepholzer Moor. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf den „Moorhelden“-Flächen. Dies sind die Parzellen, die Privateigentümer (die „Moorhelden“) in den vergangenen Jahren der Lebensbaum-Stiftung geschenkt hatten. Erst kürzlich wurden die „Moorhelden“ mit dem Aufstellen einer Infotafel am Moor-Erlebnispfad geehrt (wir berichteten).

Organisation: Naturschutzring Dümmer

Die Fäden bei der Planung und Durchführung der Maßnahmen laufen beim Naturschutzring Dümmer zusammen, der vom NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) und vom Landkreis Diepholz für die Bauleitung beauftragt ist und im Frühjahr 2021 im Auftrag des Landkreises den Managementplan für das Naturschutzgebiet Diepholzer Moor fertigstellte.

Doch wofür genau brummen die Maschinen nun im Moor? Dipl.-Biol. Frank Apffelstaedt vom Naturschutzring Dümmer; Moorfachmann und Vor-Ort-Betreuer des Diepholzer Moores, gibt Auskunft: „Intakte Moore sind zum einen wertvolle Lebensräume, die über das Europäische Schutzgebietssystem Natura 2000 zu erhalten und zu entwickeln sind. Zum anderen sind die Moore sehr wichtig für den Klimaschutz. Sie sind über Tausende von Jahren durch die unvollständige Zersetzung von Pflanzenresten entstanden, deren Kohlenstoffgehalt in Form von Torf konserviert wird, solange der Moorboden nass ist.“

Viele Moore in keinem guten Zustand

Viele Moore in Niedersachsen seien jedoch in keinem guten Zustand, sie wurden trockengelegt, abgetorft und werden auch heute noch teilweise intensiv als Acker genutzt. Sobald man in den Mooren das Wasser ablässt und der Boden durchlüftet wird, so Apffelstaedt, zersetzt sich der Torf wie ein Kompost und Kohlendioxid, das zur Klimaerwärmung beiträgt, wird in die Atmosphäre abgegeben.

Es wird geschätzt, dass in Niedersachsen die abgetrockneten Moore in der Summe über zehn Prozent am gesamten CO2-Ausstoß eines Jahres, neben Verkehr und Industrie, ausmachen (Quelle: Umweltministerium Niedersachsen 2016).

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