Millionen-Investitionen notwendig

Bäder in Diepholz: So teuer sind die Sanierungen

Das Diepholzer Hallenbad „Delfin“ hat technisch einen „erhöhten Sanierungsbedarf“.
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Das Diepholzer Hallenbad „Delfin“ hat technisch einen „erhöhten Sanierungsbedarf“.

Die Stadt Diepholz nimmt nun die Zukunft der Bäder in den Blick. Erste Kostenschätzungen für einen Neubau mit geändertem Konzept reichen bis zu 22 Millionen Euro.

Diepholz – Den großen technischen und baulichen Sanierungsbedarf bestätigte Matthias Partetzke, Geschäftsführer der Stadtwerke Huntetal, die die Bäder in Diepholz betreiben. Er war im Rathaus bei der Sitzung des städtischen Ausschusses für Jugend, Familie, Sport und Soziales zu Gast. Eingeladen worden war der Geschäftsführer nach einer Diskussion über einen Antrag der SPD-Fraktion, die schon im März ein Zukunftskonzept für die Diepholzer Bäder gefordert hatte.

Von Undichtigkeiten und einem allgemein „erhöhten technischen Sanierungsbedarf“ berichtete Matthias Partetzke mit Blick auf das Hallenbad, das im Kern aus den 1960er Jahren stammt, vor mehr als 20 Jahren neu gestaltet wurde und seitdem „Delfin“ heißt. Im Jahr 2010 hatte ein Gutachten für die zukünftige Ausrichtung der Bäder es als „charmantes kleines Freizeitbad“ angesehen.

Das Diepholzer Freibad im Müntepark hat „das Erscheinungsbild und den Charme der 70er Jahre“.

Für das Freibad im Müntepark sahen die Gutachter schon 2010 „überdimensionierte Wasserflächen“ (die 50-Meter-Bahnen) und ein veraltetes Erscheinungsbild. Technik und Bauwerke seien „komplett abgängig“. Schön sei hingegen der Standort.

Die von der Gutachterfirma erarbeiteten Vorschläge verschwanden seinerzeit in der Schublade. Ein Grund waren die hohen Kosten für die Erneuerungen der Bäder. Laut einer jetzt von Stadtwerke-Geschäftsführer Partetzke vorgelegten Schätzung kostet die Sanierung des Freibades – ein Quasi-Neubau mit Anpassung der Wasserflächen an den heutigen Bedarf – etwa vier bis sechs Millionen Euro. Der Bau eines Allwetter-Kombibades (Hallen- und Freibad) würde je nach Ausstattung zwischen 17 und 22 Millionen Euro kosten. Partetzke schlug eine aktuelle, praxisorientierte Studie für die Zukunft der Bäder vor.

Jedes Jahr rund 650.000 Euro Verlust

Der Betrieb der beiden Bäder kostet die Stadt Diepholz jedes Jahr viel Geld. So verzeichnet das Hallenbad „Delfin“ laut einer Statistik der Stadtwerke Huntetal pro Jahr ein Minus von etwa 550 000 Euro. Beim Freibad sind es je nach Wetter in der Saison und entsprechend unterschiedlichen Besucherzahlen zwischen 110 000 und 171 000 Euro. Die Stadt übernimmt indirekt den Verlust von den Stadtwerken. Wegen der hohen Betriebskosten erzielen nur sehr wenige Bäder Gewinne. Das Hallenbad „Delfin“ hat pro Saison etwa 70 000 Besucher.

Ausschussmitglieder von CDU, FDP, SPD und Grünen waren sich einig, dass die Bäder erneuert werden müssen. Sie sprachen sich für die Beibehaltung des Standortes im Müntepark mit seinem alten Baumbestand aus. Damit lehnten sie alte Ideen ab, ein neues Freibad neben dem jetzigen Hallenbad zu bauen.

Einstimmig erklärte der Ausschuss das Thema für „vorberaten“, sodass sich weitere Gremien der Stadt nun damit befassen können. Zudem soll sich eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus allen Ratsfraktionen mit Neugestaltungs-Konzepten befassen – und auch Vereine und Institutionen, die die Bäder nutzen, „ins Boot“ holen.

Matthias Partetzke hatte eingangs Beispiele von Bäder-Neugestaltungen aus Moers und Porta Westfalica erläuterte, die er in früheren Tätigkeiten mit geplant hatte.

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