Kulturring verteidigt Besucher-Regelung

Austritt wegen 2G im Diepholzer Theater: „Missbillige diese Art der Ausgrenzung“

Im Theater der Stadt Diepholz, auf das dieses Schild im Berufsbildungszentrum hinweist, gilt derzeit die 2G-Regel.
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Im Theater der Stadt Diepholz, auf das dieses Schild im Berufsbildungszentrum hinweist, gilt derzeit die 2G-Regel.

Im Theater der Stadt Diepholz gilt wegen Corona seit Kurzem die 2G-Regel. Insgesamt kommt das gut an. Doch es gibt auch Protest in Form eines Austritts aus dem Kulturring.

Diepholz – Wer nicht gegen Corona geimpft oder genesen ist, darf Veranstaltungen des Kulturrings Diepholz im Theater der Stadt nicht mehr besuchen. Der Kulturring hat die 2G-Regel eingeführt und damit bislang nach eigenen Worten gute Erfahrungen gemacht: „Wir hatten noch keine Beschwerden von Besuchern“, sagte Vorsitzender Reinald Schröder. Vorteil für die Theaterfreunde ist, dass sie während den Veranstaltungen keine Maske tragen müssen. Für den Kulturring hat die 2G-Regel den Vorteil, dass er alle 540 Plätze im Theater nutzen darf.

„Eine weitere Arbeit des Kulturrings ist auf Dauer nicht möglich, wenn wir das Theater nicht wieder voll besetzen können, weil die Kosten durch die 100 Besucher, die wir mit der 3G-Regel einlassen dürfen, in unserem über 540 Personen fassenden Theater nicht gedeckt werden können“, erklärte Schröder. Die Veranstaltung mit Reinhold Beckmann am 6. November zugunsten der Familie Dieter und Margret Möller-Stiftung, für die bereits fast 400 Karten verkauft worden sind, könnte beispielsweise ohne die 2G-Regelung gar nicht durchgeführt werden.

2G-Regel im Diepholzer Theater als „Schutz von Ungeimpften“

Schröder sieht die 2G-Regel auch unter dem Aspekt, dass „Ungeimpfte zu ihrem eigenen Schutz keinen Zutritt erhalten.“

Dem Kulturring wäre aber lieber, wenn er – wie in Bayern – die 3G-plus-Regel anwenden könnte, die besagt, dass auch Ungeimpfte mit negativem PCR-Test Zugang zu den wieder gefüllten Veranstaltungsräumen erhalten.

Reinald Schröder: „Geimpfte stellen für Ungeimpfte eine sehr große Gefahr da, weil sie ja an Corona erkranken und das Virus auch an andere weitergeben können. Also müssten eigentlich alle Ungeimpften, denen ihre eigene Gesundheit lieb ist, sich von Menschenansammlungen fernhalten.“

Regelung hat „mit Diskriminierung nichts zu tun“

Deshalb habe die 2G-Regelung mit Diskriminierung nichts zu tun, betont der Kulturring-Vorstand. Sie bezwecke nichts anderes als den Schutz der Nichtgeimpften, den diese natürlich als Bevormundung empfinden können. Es sei letztlich nichts anderes als die Pflicht, sich beim Autofahren anzuschnallen. Auch hier versuche der Staat, die Menschen zu ihrem eigenen Schutz zu einem vernünftigen Verhalten zu bewegen.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

So antwortet Reinald Schröder auf einen offenen Brief des Diepholzers Gregor Korte. Dieser war nach der Umstellung auf die 2G-Regel im Theater aus dem Kulturring ausgetreten.

Offener Brief von Gregor Korte an Diepholzer Kulturring

In dem Brief an den Kulturring schreibt Korte: „Für Menschen, die sich nicht an dem Impfexperiment der Regierung beteiligen und sich, wie der Kanzlerkandidat Scholz sagt, als ,Versuchskaninchen’ zur Verfügung stellen, ist ein Besuch damit nicht mehr möglich. Ich missbillige diese Art der Ausgrenzung. Menschen, selbst wenn sie gesund sind und dieses auch noch beweisen würden, sind damit vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen.“

Die zentrale Definition der Versprechen von Corona-Impfstoffen auf der Homepage des maßgeblichen Paul-Ehrlich-Institutes, auf der auch das 2G-System beruhe, sei zunächst der Schutz vor „Infektionen“ mit dem Sars.CoV-2 Virus (15. August 2021) gewesen, so Korte. Das sei dann am 7. September abgeändert worden. Danach habe es geheißen „Die Impfstoffe schützen vor einem ,schweren Verlauf’ einer Infektion mit dem Sars.CoV-2 Virus“. Und seit der jüngsten Änderung am 27. September werde schlicht nichts mehr an greifbarem Vorteil versprochen, bestenfalls in Aussicht gestellt, schreibt Gregor Korte: „Man weiß inzwischen, dass auch Geimpfte erkranken und sterben können und dass sie andere Menschen anstecken können.“

„Gehöriges Maß an Unwissenheit“

Gregor Korte, der als früherer Diepholzer Bauamtsleiter einen gewissen Bekanntheitsgrad hat: „Welcher Geist spricht also aus einer solchen 2G-Regelung? Das ist Diskriminierung auf höchstem Niveau. Ich will keine niederen Beweggründe unterstellen, aber zumindest ein gehöriges Maß an Unwissenheit.“

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