Kulturring baut um: Blockbuster in Schauspiel, Konzert, Kinder- und Jugendprogramm

Aufregende Theatersaison steht ins Haus

„Kommen Sie ins Theater, ich würde sogar aus Hamburg kommen“, sagt Momsen (hier im Dialog mit dem Kulturring-Vorsitzenden Reinald Schröder). - Foto: Brauns-Bömermann

Diepholz - Inoffizieller Start der Spielzeit des Kulturring Diepholz: Norddeutscher „Schaumpuppenkopf“ Werner Momsen moderiert die Vorstellung des neuen Kulturring-Programms in der Kreissparkasse. Das Urteil nach zwei Stunden: „Kommen Sie ins Theater, ich würde sogar aus Hamburg kommen“.

Die Bandbreite der Veranstaltungen durch den Kulturring reicht von „Nicht arischen Arien und Liedern zum Fürchten“ von Georg Kreisler mit Elisabeth Arend bis zum Schauspiel „Paulette“, der französischen Oma, die ihre Rente durch Haschkekse aufbessert. Dazwischen ein Konglomerat von Musik, Musical, Vorträgen, Kinder- und Jugendtheater in Blockbuster-Qualität.

Ein Wunder eigentlich, dass es Detlef Wutschik, alias Werner Momsen, schwarz maskiert in die Kreisparkasse als Moderator schaffte. 150 Besucher wollten ihn sehen und die Vorschau für ihr regionales Theatergeschehen hören. Das wiederum hatte Metropol-Charakter, denn das in Medias res gehen des Kulturrings spiegelte sich in der Auswahl der Angebote. Die Vorstandsmitglieder warben farbenfroh für die attraktiven Termine.

Insgesamt beläuft sich der Einkauf von kultureller Vielfalt im Theater auf 23 Events, wie im letzten Jahr. Die Mischung aus Aktualität und Qualität überzeugte die Gäste bei der Vorankündigung. Die Einladung der netten hanseatischen Puppe Momsen mit Puppenführer, der selbst in seinem Leben mit viel Theater aufwuchs, grandios. Das Gegensatzpaar „Kultur“ und „Freischnauze-Plappern“ mit viel Verstand und Menschenkenntnis in „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod-Manier“ die Einstimmung auf die Kulturring-Saison. Ganz norddeutsch dezent fiel die Werbung für seinen eigenen Besuch in Diepholz am 14. Januar 2017 aus. „Die Werner Momsen ihm seine Soloshow“ hieße sein Programm und er freue sich schon auf das Stadttheater. „Habt Ihr schon vorgeglüht? Ihr seid so gut drauf“, so der Wachküsser von der Bühne.

Hinter der schwarzen Maske darf er alles sagen und Herr Momsen sowieso: „Bitte Reinald, Dein Part. Woher kommt eigentlich Dein veralteter Name?“, will die Puppe wissen. „Von Kaiser Barbarossa“ erklärt Vorsitzender Reinald Schröder. „Danke Reinald, wenn Du mit Deiner sonoren Stimme Theater zu Hitler, Terror oder Dantons Blut unter der Guillotine vorstellst, ist alles nicht mehr ganz so gruselig“, so Momsens Urteil.

Der sitzt halbtransparent hinter einem Werbeaufsteller und hört Ines Heidemann, Volker Jürgens, Ulla und Werner Wessel und Paula Zinser zu. Kommentiert mit viel Lebenserfahrung: „Wenn die Reclam-Heftchen schon so gelb daherkommen, drehen die Schüler durch“, so sein Urteil des Stoffes von Georg Büchners „Dantons Tod“. Zu sehen im Theater als Sondervorstellung am 18. Oktober. Der Tipp von Schröder hierzu: „Liebe Schüler kommt ins Theater, dann fällt das Lesen viel leichter“.

Neues Programmheft liegt Zeitung bei

Ines Heidemann verzieht keine Miene während ihres Parts: „Erbarmen“, das frisst die Seele an, „Honig im Kopf“ würde tragisch-schön und „Die Wunderübung“ eine Paartherapie im Theater. Die Spannung wächst, denn die Besucher dürfen das neue Programmheft erst beim Ausgang mitnehmen. „Es wird am Samstag der Kreiszeitung beiliegen“ schürt Schröder die Vorfreude, „und Sie können es sich auch zuschicken lassen“.

Werner Wessel und Paula Zinser sind die Experten in Sachen Musik: Hier dürfen sich die Besucher wieder auf junge Musiker, alte Bekannte wie Haiou Zhang, eine Musical-Gala, das Musical „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und das Tribute „Black or White“ für Michael Jackson freuen. Neujahr ist in Diepholz richtig Neujahr, wenn ein großes Festkonzert angeboten wird. Die Kölner Symphoniker feiern erneut mit Diepholz.

Diepholzer und Barnstorfer Sänger proben für das „Oratorio de Noël“ von Camille Saint-Saëns in der St. Nicolai-Kirche Diepholz am 3. Dezember. Die Achse Diepholz-Peking untermauert Wessel mit dem fünften Auftritt des berühmten Haiou Zhang: „Er hält uns die Treue, trotz seiner Popularität“. So auch Ulrich Semrau mit seiner Klassischen Philharmonie NordWest. Die weiteren Blockbuster im Programmheft.

Paula Zinser lässt sich nicht beirren, auch wenn Momsen ihr errötende Komplimente macht: „Ihre Augen, da hat jemand die Sterne vom Himmel geholt“. Geht es um Operette, geht es um Frauen. In Diepholz um „Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán. „Das kann ich bestätigen, ohne Weiber geht es nicht“, Puppenmeinung. Hitze und Kälte, Thema der zwei Vorträge. Ilona Conradi plaudert aus ihrer Kindheit zum Familienstück: „Bei Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer saß ich und schaute Augsburger Puppenkiste und meine Eltern schliefen…“.

Momsen gibt einen Einblick in sein eigenes Programm: „Singen habe ich im Männergesangsverein Rauhe Kehle Altona gelernt“. Am Ende nimmt er die Maskierung ab: Zum Vorschein kommt ein gar nicht so hanseatisches Modell, sehr sympathisch. „Ich freue mich auf Diepholz“, sagt der Drahtzieher von Momsen, der Puppenspieler in der Sesamstrasse und bei Käpt´n Blaubär.

Novum in Diepholz: Konzerte finden um 17 Uhr statt, altbewährt: Jugendliche bis 14 Jahren genießen im Konzert freien Eintritt. Vorhang auf!

sbb

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