Alle vier Gastronomiebetriebe zu

Auch die letzte Gaststätte in Aschen geschlossen

Die Gaststätte Koop in Aschen-Apwisch: Hier ruht der Betrieb.
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Die Gaststätte Koop in Aschen-Apwisch: Hier ruht der Betrieb.

Diepholz/Aschen – Ein Bierchen an der Theke, eine Runde am Tisch, Feiern von Geburtstagen und anderen Anlässen: All das ist in Gaststätten in Aschen nicht mehr möglich oder nur noch sehr bedingt auf Nachfrage. Zum Jahreswechsel hat mit dem Landhaus Milbe in dem Diepholzer Ortsteil auch die letzte Gaststätte geschlossen. Inhaber Wilhelm Milbe hat die Außenwerbung bereits entfernt.

In das Gebäude zieht in Kürze die „Lebendige Schule Aschen“ als Mieter ein. Zuvor hatten schon drei weitere traditionsreiche Aschener Lokale ihren Betrieb eingestellt.

So die Gaststätte Koop in Apwisch. „Der Betrieb ruht“, erklärt Adelheid Burke, deren Familie das Lokal führte. Nach dem Tod ihres Vaters, des weithin bekannten Gastwirtes Helmut „Müdt“ Koop im Jahr 2018 verstarb auch ihr Mann, und sie selbst wurde krank. Ihr Sohn Matthias ist mit dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie ausgelastet. So schlossen beide die Gasträume, zunächst ab. Eine Nachfolge ist nicht in Sicht. Angemeldet ist die Gaststätte, die um 1900 eröffnet worden war, aber noch. Für alle Fälle.

Das Gasthaus Ernst-August Schreiber (vor 1951 Strathmeyer) in Ossenbeck an der Bundesstraße 69 (Vechtaer Straße) ist geschlossen.

Geschlossen ist die Gaststätte von Ernst-August Schreiber in Ossenbeck. Er und seine Frau hatten das Lokal an der Bundesstraße 69 (Vechtaer Straße) im Jahr 1988 von seinem Vater Ernst Schreiber übernommen. Vor der Übernahme durch Ernst und Emma Schreiber im Jahr 1951 hatte die Gaststätte „Strathmeyer“ geheißen. Seit 1901 war August Strathmeyer als Gastwirt an diesem Standort nachzuweisen. Vermutlich existierte hier schon vorher ein Gasthaus, geht aus dem Buch „Gaststätten in Diepholz“ (Schröderscher Buchverlag 2020) hervor.

Die Gaststätte Paradiek in Aschen an der B 69 wird nur noch zu besonderen Gelegenheiten geöffnet.

Auf der anderen Seite der Bundesstraße 69, gut vier Kilometer weiter in Richtung Vechta, liegt die Gaststätte Paradiek. Auch diese hat schon länger keine regelmäßigen Öffnungszeiten mehr, weil es sich nicht lohnt. „Wir öffnen noch zu besonderen Gelegenheiten“, erklärt Wilhelm Paradiek. Diese Gaststätte ist seit Jahrhunderten in Familienhand. Der Hof Paradiek wurde um 1700 von einem aus dem Kirchspiel Damme zugewanderten Aussiedler namens Bondiek gegründet“, so Wilhelm Paradiek.

Die Außenwerbung ist schon entfernt: Das Landhaus Milbe in Aschen wurde zum Jahresende geschlossen. Dort zieht die „Lebendige Schule Vechta“ ein.

Er weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig heute die Gastronomie geworden ist: „Wer geht noch regelmäßig in die Kneipe?“, versteht er auch die Entscheidung der anderen Gastwirte-Familien im Ort. In seiner Funktion als Aschener Ortsvorsteher bedauert Wilhelm Paradiek aber die Entwicklung zum Ort ohne Gaststätte: „Das ist schade. Ein Stück Dorfkultur fehlt.“

Zumindest ein teilweiser Ersatz zeichnet sich ab. So stellt der Schützenverein Aschen seine Schützenhalle auf dem Hohen Sühn für Trauer-Kaffeetafeln nach Beerdigungen im Ort zur Verfügung. Auch die Versammlung der Ortsfeuerwehr beispielsweise könnten hier stattfinden, sagte Wilhelm Paradiek im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Schützenverein sei offen für eine Ausweitung der gastronomischen Nutzung seines Gebäudes. Dazu suche er noch einen Betreiber.

Auch im Heimatmuseum Aschen könnte möglicherweise ein Gastronomie-Angebot installiert werden. Dazu gebe es im Heimatverein Aschen bereits erste Überlegungen.

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