Soldaten vom Fliegerhorst helfen dem Landkreis

Bundeswehr am Diepholzer Corona-Telefon

Corona-Hilfe durch die Bundeswehr in Diepholz: Kommandeur Oberst Jörg A. Tönges (3. von rechts) besuchte am Dienstag die Diepholzer Soldaten, die derzeit den Landkreis bei der Kontaktnachverfolgung unterstützen, gemeinsam mit Landrat Cord Bockhop (rechts) in der alten Sporthalle der Dr.-Kinghorst-Schule. Diese ist seit Oktober für die Telefonate mit positiv getesteten Menschen umfunktioniert.
+
Corona-Hilfe durch die Bundeswehr in Diepholz: Kommandeur Oberst Jörg A. Tönges (3. von rechts) besuchte am Dienstag die Diepholzer Soldaten, die derzeit den Landkreis bei der Kontaktnachverfolgung unterstützen, gemeinsam mit Landrat Cord Bockhop (rechts) in der alten Sporthalle der Dr.-Kinghorst-Schule. Diese ist seit Oktober für die Telefonate mit positiv getesteten Menschen umfunktioniert.

Die Bundeswehr unterstützt den Landkreis Diepholz: Soldaten der Luftwaffenunterstützungsstaffel Diepholz (früher Fliegerhorststaffel) helfen bei der Kontaktnachverfolgung im „operativen Lagezentrum“ und besetzen auch das Bürgertelefon im Niedersachsenhaus schräg gegenüber der Dr.-Kinghorst-Schule.

  • Die Soldaten führen - wie die zivilen Mitarbeiter - oft emotional belastende Gespräche.
  • Zusammenarbeit von Bundeswehr und Gesundheitsamt funktioniert gut.
  • Auch der Dienst am Bürgertelefon des Landkreises ist nicht einfach.

Diepholz Ein Gespräch kann zehn Minuten dauern, aber auch mal zwei bis drei Stunden. Und die Telefonate können sehr unterschiedlich sein – emotional oder sachlich, mit verängstigten Menschen oder auch mit verärgerten Gesprächspartnern, die nicht immer die Wahrheit sagen. Von der umfunktionierten Sporthalle der Diepholzer Dr.-Kinghorst-Schule aus rufen Mitarbeiter des Landkreises Diepholz die Menschen an, die positiv auf Corona getestet wurden. Dabei haben die Gesundheitsamt-Mitarbeiter zehn Unterstützer in Uniform.

Soldaten der Luftwaffenunterstützungsstaffel Diepholz (früher Fliegerhorststaffel) helfen bei der Kontaktnachverfolgung im „operativen Lagezentrum“ und besetzen auch das Bürgertelefon im Niedersachsenhaus schräg gegenüber der Dr.-Kinghorst-Schule.

Besuch von Kommandeur Oberst Tönges

Am Dienstagvormittag bekamen die Soldaten Besuch: Oberst Jörg A Tönges, Standortältester und Kommandeur des Waffensystem-Unterstützungszentrums 2, sowie Landrat Cord Bockhop sprachen ihren herzlichen Dank und Anerkennung aus. Und sie fragten, wie es läuft. Erstes Fazit: „Die Zusammenarbeit von Bundeswehrangehörigen und zivilen Mitarbeitern klappt bestens.“ Das konnte auch die Leiterin des „operativen Corona-Lagezentrums“, Vivian Rüter vom Landkreis Diepholz, bestätigen.

Sie dankten den Soldaten des Panzerpionierbataillons 130 aus Minden bei der Verabschiedung für ihren Einsatz im Landkreis Diepholz: Kreisrat Jens-Hermann Kleine (links), Michael Schäfer (2. von links) vom Fachdienst Bevölkerungsschutz und Oberstleutnant d.R. Martin Müller (rechts).

Die Telefongespräche mit den Menschen, deren positiver Coronatest vom jeweiligen Labor dem Gesundheitsamt gemeldet worden war, seien emotional sehr fordernd, erklärte Oberfähnrich Sascha Hell-Hundt, Leiter des „Manöverelements“ mit acht im Lagezentrum und zwei am Bürgertelefon eingesetzten Soldaten des Fliegerhorstes: „Es kommt vor, dass die Angerufenen Todesangst haben.“ Schwierig seien die Fälle, in denen der Hausarzt das positive Coronatest-Ergebnis noch nicht übermittelt hat und die Betroffenen die Nachricht von den Soldaten oder zivilen Mitarbeitern des Zentrums erfahren – besonders, wenn es ältere Bürger sind.

Nicht alle positiv Getesteten sagen die Wahrheit

Ziel der Gespräche ist zu erfahren, mit welchen Menschen der positiv Getestete Kontakt hatte, da auch diese in Quarantäne müssen. Nicht alle sagen dabei die Wahrheit – insbesondere, wenn sie gegen Corona-Kontaktbeschränkungen verstoßen haben. Hell-Hundt: „Bei allen Gesprächen gehen wir sensibel und rücksichtsvoll vor.“

Es komme vor, dass Kameraden erfahren, dass ein positiv getesteter Mensch, den sie angerufen hatten, kurz darauf in Zusammenhang mit Corona gestorben sei, sagte der Oberfähnrich. Nicht nur das sei emotional belastend.

Nicht einfach ist auch der Dienst am Bürgertelefon (Tel. 05441/976-2020). Hier rufen Menschen mit den unterschiedlichsten Fragen rund um die Corona-Pandemie an. „Ich war in Spanien – was muss ich tun?“, ist ein Beispiel.

Es gehe aber auch zum Beispiel um Impftermine wie darum, ob geplante Veranstaltungen eventuell möglich sind, und um Probleme in Schulen, berichtet Stabsunteroffizier Thomas Hildebrandt von seinen Erfahrungen: „Wir freuen uns, wenn wir helfen können“, sagt der Luftwaffensoldat, der mit einem weiteren Kameraden am Bürgertelefon die zivilen Landkreis-Mitarbeiter unterstützt.

Erst Panzerpioniere aus Minden, dann Luftwaffensoldaten aus Diepholz.

Vor den Luftwaffensoldaten vom Diepholzer Fliegerhorst hatten zehn Soldaten des Panzerpionierbataillons 130 aus Minden seit Oktober dem Landkreis Diepholz bei der Kontaktnachverfolgung und am Bürgertelefon geholfen. Mitte Januar wurden die Panzerpioniere durch ihre Kameraden von der Luftwaffenunterstützungsstaffel Diepholz abgelöst. Der Landkreis Diepholz nahm diesen Wechsel zum Anlass, den eingesetzten Soldaten im Namen der Kreisverwaltung aber auch der Bürgerinnen und Bürger für den Einsatz zur Bewältigung dieser Krisensituation zu danken.

Dank der unkomplizierten Hilfe durch das Kreisverbindungskommando Zivil-Militärische Zusammenarbeit Diepholz konnte seinerzeit die Unterstützung durch die Bundeswehr beantragt werden. „Daher gilt der Dank der Kreisverwaltung neben Oberstleutnant Dr. Klein und den Soldaten aus der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne in Minden auch Oberstleutnant der Reserve Martin Müller und Oberstleutnant der Reserve Dieter Storch. Durch ihre Mitarbeit haben die Soldaten deutlich zur Entspannung der kritischen Situation beigetragen“, so Landkreis-Sprecherin Mareike Rein: „Wir sind sehr froh, dass die Amtshilfe mit den Soldaten des Fliegerhorstes Diepholz weiter fortgesetzt werden kann.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Tipps für Erdbeeren auf dem Balkon und im Beet

Tipps für Erdbeeren auf dem Balkon und im Beet

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Meistgelesene Artikel

Erwischt: Landwirt kippt Müll in den Wald

Erwischt: Landwirt kippt Müll in den Wald

Erwischt: Landwirt kippt Müll in den Wald
Konzept für Sulinger Netto-Markt-Areal offenbar weit gediehen

Konzept für Sulinger Netto-Markt-Areal offenbar weit gediehen

Konzept für Sulinger Netto-Markt-Areal offenbar weit gediehen

Kommentare