BGE informiert über Standortsuche

Atommüll-Endlager

Screenshot aus der Online-Sprechstunde. Unten links: BGE-Geschäftsführer Steffen Kanitz, oben die beiden namentlich nicht genannten „Experten aus dem Bereich Standortsuche“.
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Screenshot aus der Online-Sprechstunde. Unten links: BGE-Geschäftsführer Steffen Kanitz, oben die beiden namentlich nicht genannten „Experten aus dem Bereich Standortsuche“.

Landkreis – Rein theoretisch könnte der Landkreis Diepholz Standort für ein Atommüll-Endlager werden. Zumindest ist das nicht von vornherein ausgeschlossen. Im Auftrag der Bundesregierung sucht die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) gegenwärtig nach einer geeigneten Lagerstätte. Knapp die Hälfte der Gesamtfläche Deutschlands ist dafür grundsätzlich ungeeignet. Bergbau ist zum Beispiel ein Ausschlusskriterium. Wasserdurchlässigkeit und tektonische Aktivität sind andere. Die übrigen 54 Prozent werden in den kommenden Jahren näher untersucht. Wie das geht und worauf es dabei ankommt, erklärte die BGE am Donnerstagabend in diversen Online-Sprechstunden auf Youtube.

Der Landkreis Diepholz liegt in gleich mehreren Teilgebieten. Das liegt daran, dass diese Teilgebiete allein nach geologische Faktoren voneinander abgegrenzt sind. Zum Beispiel nach Art, Alter und Struktur der Gesteinsschichten. Das Teilgebiet, zu dem der Nordkreis gehört, ist zum Beispiel charakterisiert durch eine etwa 50 bis 60 Millionen Jahre alte Tonsteinschicht. Ablagerungen eines Ur-Meers, quasi eine Art Ausläufer der heutigen Nordsee. Diese Gesteinsschicht liegt heute teils mehrere Kilometer tief unter der Oberfläche und ist zwischen 100 und 1000 Meter dick.

In der Online-Sprechstunde erläuterten BGE-Geschäftsführer Steffen Kanitz und zwei namentlich nicht genannte „hoch kompetente Experten aus dem Bereich Standortauswahl“, welche Kriterien für und gegen einen möglichen Standort sprechen und wie die BGE das untersucht. Zwischen 40 und 64 Teilnehmer folgten den Ausführungen. Die Möglichkeit, im Chat Fragen zu stellen, wurde dabei allerdings kaum genutzt.

Vorab per Mail eingegangen war die Frage: „Wie kann ein Mensch, der normalerweise nur einen Horizont von Jahrzehnten überblicken kann, für eine Million Jahre planen?“ Die Experten-Antwort darauf: Eine Million Jahre seien geologisch ein unheimlich kurzer Zeitraum. „Wir versuchen aus dem zu lernen, was wir heute schon wissen.“ Über den Wechsel von Warmzeiten zu Eiszeiten und zurück zum Beispiel oder über Erosion aus Gletscherschmelzwasser, das „locker mal eben 300 Meter tief ins Gestein schneiden“ kann.

Bisher sucht die BGE lediglich auf Basis schon bestehender geologischer Daten nach „interessanten Ecken“, an denen sich ein näherer Blick lohnt. Die würden dann in einer zweiten Phase oberirdisch erkundet. Und wo sich dabei Perspektiven ergeben, würden in einer dritten Phase Bergwerke gebaut, um unterirdisch zu untersuchen, ob sich die Ergebnisse aus den Phasen 1 und 2 bestätigen. Bis 2031 soll dann der Standort für das Atommüll-Endlager gefunden sein. MICHAEL WALTER

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