Veranstalter Binnewies schreibt Festival noch nicht ab

„Appletree“: Macher stricken an Alternativ-Konzepten

Gute, alte Zeiten: Ein „Appletree Garden Festival“ mit 5 000 Besuchern (wie hier von 2018) kann es in diesem Jahr nicht geben, ahnt Veranstalter David Binnewies. Daher stricken er und seine Mitstreiter an abgespeckten Konzepten.
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Gute, alte Zeiten: Ein „Appletree Garden Festival“ mit 5 000 Besuchern (wie hier von 2018) kann es in diesem Jahr nicht geben, ahnt Veranstalter David Binnewies. Daher stricken er und seine Mitstreiter an abgespeckten Konzepten.

Diepholz – „Hurricane“? Abgesagt! „Rock am Ring“, „Rock im Park“, „Deichbrand“ und diverse andere Groß-Festivals verschwanden am Mittwoch ebenso aus dem Terminkalender vieler Musikfans. David Binnewies war das natürlich nicht entgangen. Der Mitbegründer des „Appletree Garden Festivals“ leidet mit seinen Kollegen, den Künstlern und allen Berufsgruppen, die am Tropf solcher Ereignisse hängen – von Bühnenbauern bis zu Sicherheitsdiensten.

Trotzdem klang der Macher des Diepholzer Großereignisses beneidenswert optimistisch, geradezu tatendurstig. Abgeschrieben hat er das für August geplante „Appletree“ im nun zweiten Corona-Sommer jedenfalls noch nicht, „denn wir sind ja von der Größe nicht vergleichbar mit dem ,Hurricane‘“.

Gemeinsam mit den „Großen“ der Branche hat er allerdings das Problem, seit gut einem Jahr kaum planen zu können. Trotzdem stricken er und seine Mitstreiter zurzeit akribisch an verschiedenen Möglichkeiten für einen Re-Start im Diepholzer Lüdersbusch, nachdem das dortige Festival 2020 wegen der Pandemie ausfallen musste. Klar ist aber schon jetzt: „Ein klassisches ,Appletree Garden‘ in der bisherigen Form wird es nicht geben“, sagt Binnewies. Die 5 500 Besucher der Vorjahre seien angesichts der zu erwartenden Vorschriften nicht genehmigungsfähig. Zudem könnte sich der Geschäftsführer der „Nicht weit vom Stamm GmbH“ vorstellen, das bisher dreitägige Programm „abspecken“ zu müssen.

Mehrere Tageskonzerte vorstellbar

„Wir wollen uns mit unseren Konzepten möglichst breit aufstellen, um spontan reagieren zu können“, begründet der Festival-Macher. Denn Corona bringe eben ständig neue Verordnungen mit sich. „Aber wir müssen den Behörden Optionen bieten, um Stück für Stück wieder zur Normalität zurückkehren zu können.“ Vorstellbar seien mehrere „Tageskonzerte“ anstatt eines mehrtägigen Festivals. „Wir können es aber nicht über mehrere Wochenenden leisten. Das ist für unser großes Team an Ehrenamtlichen, das extra für das ,Appletree‘ aus ganz Deutschland anreist, nicht zu schaffen“, erinnert er an die vielen Helfer des „Vereins zur Förderung der Jugendkultur“.

Start des Vorverkaufs nicht in Sicht

Momentan ist noch kein Start des Vorverkaufs in Sicht – „aber das Zeitfenster wird kleiner“, weiß Binnewies: „Anfang Mai müssten wir schon Klarheit haben, ob wir absagen oder nicht.“

Der Organisator ist froh, dass sein Team voriges Jahr allen Ticket-Käufern ihr Geld zurückerstattet hat. Andere Veranstalter räumten den Fans die Möglichkeit ein, dass ihre Karten für 2021 ihre Gültigkeit behalten. „Würde jetzt wieder alles ausfallen, hätten wir ein Problem mehr.“

Bisher ist Binnewies aber noch guter Dinge. Hoffnung setzt er in die Selbst- und Schnelltests als Bestandteil von Hygienekonzepten, die finanziell geförderte Technik zum bargeldlosen Bezahlen auf dem Festival-Gelände und neue Systeme zur Nachverfolgbarkeit von Kontakten auf den Campingplätzen der Besucher. Die dürften nun hingegen mehr inländische als von weither angereiste Künstler zu Gesicht bekommen: „Mit den großen internationalen Acts wird es schwierig.“ Doch das dürfte die wahren „Appletree“-Fans kaum betrüben. Dafür müssen sie sich nur die früheren Auftritte von „AnnenMayKantereit“ in Erinnerung rufen.

So oder so: Den ganz großen Zeitdruck bei Verhandlungen mit den Musikern sieht Binnewies nicht, „denn die wissen ja genauso wenig wie wir, wie es weitergeht“. Spannender sei für ihn die Frage, „wer aus dem Dienstleistungssektor übrig geblieben ist: Veranstaltungstechniker, Zeltverleiher, Security-Firmen – einige haben die Krise nicht überstanden oder sind beruflich umgestiegen“.

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