Rückblick auf 1977 und Feierstunde

Apple, Abba und Geburt des Landkreises Diepholz

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Sie stehen symbolisch für 40 Jahre Landkreis Diepholz: (v.l.) Professor Hubert Meyer (Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städtetags), Landrat a.D. Gerd Stötzel, Oberkreisdirektor a.D. Hans-Michael Heise, Landrat a.D. Helmut Rahn, Museumsdirektor Ralf Vogeding und Landrat Cord Bockhop.

Diepholz - Von Anke Seidel. Apple bringt den ersten Rechner auf den Markt, Abba steht mit dem Song „Money, Money, Money“ an der Spitze der Charts und die RAF ermordet Generalbundesanwalt Siegfried Buback sowie den Arbeitgeber-Präsidenten Hanns Martin Schleyer: Es ist ein Schicksalsjahr, in dem der heutige Landkreis Diepholz entstanden ist.

Daran erinnerte Professor Hubert Meyer als Hauptgeschäftsführer im Niedersächsischen Landkreistag während der Feierstunde zum 40-jährigen Bestehen. Seine Zuhörer: rund 160 Gäste – darunter auch Abgeordnete des damaligen Kreistags.

Erinnerung an die Kreisreform

„Es ist noch kein Jubiläum, aber wir können ja schon mal üben für das Jahr 2027“, kommentierte Landrat Cord Bockhop den 40. Geburtstag dieses Lebensraums – und zog die „Schlachteplatte“ aus der Tasche, eine Langspielplatte mit einem blutigen Cover-Motiv, aus dem der Schlachter Filet-Stücke schneidet: die Zerteilung des Landkreises Grafschaft Hoya, die untrennbar mit der Kreisreform verbunden war. Bockhop erinnerte an den Verlust der Samtgemeinden Harpstedt, Hoya und Eystrup – aber auch an den Zugewinn von Varrel, Moordeich und Stuhr. „Das soll heute nicht weiter von mir vertieft werden“, sagte er und kündigte eine zweite Festveranstaltung am 18. Januar 2018 in der Kreissparkasse Syke an: „Da werden wir auch einen historischen Rückblick auf die Ereignisse vor 40 Jahren werfen.“

Bockhop würdigte die Kreistagsmitglieder der ersten Stunde und zollte Heinfried Schumacher sowie Hans-Ulrich Püschel seinen besonderen Respekt, weil sie damals wie heute zum Kreistag gehören. Das Wirken von Oberkreisdirektor Hans-Michael Heise, den ehrenamtlichen Landräten Heinz Zurmühlen, Josef Meyer und Helmut Rahn lobte der Landrat genauso wie das Engagement seines Vorgängers und ersten hauptamtlichen Landrats Gerd Stötzel.

Syke könnte als Kreisverwaltungsstandort erweitert werden

Dessen „wegweisende Entscheidung“ sei es gewesen, die Landkreisverwaltung in Diepholz zu konzentrieren und andererseits bürgernahe Dienstleistungen wie die Kfz-Zulassung an Gemeinden abzugeben. „Trotz der Konzentration der Verwaltung in Diepholz gibt es Syke weiterhin als Verwaltungsstandort“, sagte Bockhop, „und ich prognostiziere für die Zukunft, dass es auch weiter den Kreisverwaltungsstandort Syke geben wird, ja sogar, dass in Syke im Rahmen der Fachkräftegewinnung auch Arbeitsplätze neu eingerichtet werden“.

Professor Hubert Meyer erinnerte in seiner Festansprache nicht nur an die historische Kreisreform und ihre Auswirkungen in Niedersachsen, sondern auch an den Widerstand gegen diese Entscheidung und das Urteil des Staatsgerichtshofes 1979, das eine „einzige große Enttäuschung“ für die Reformgegner gewesen sei.

Landkreis nach vier Jahrzehnten strukturell gut aufgestellt

Das Aufgabenspektrum der Landkreise habe sich im Laufe der Jahrzehnte beträchtlich erweitert und verändert, sagte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages – und erinnerte an die Übertragung der Gesundheits- und Veterinäramter sowie der kommunalen Fachaufsicht auf die Landkreise. Meyer beklagte aber genauso das Desinteresse an der Politik an der „Fortführung von Verwaltungsstrukturen“ – vor allem, weil Landkreise nicht nur große Verwaltungsbehörden seien, sondern auch politisch Verantwortung übernähmen für soziale und kulturelle Entwicklungen.

Nach vier Jahrzehnten sei der Landkreis Diepholz strukturell gut aufgestellt und stehe finanziell gut da, sagte Meyer: „Würde heute jemand ernsthaft wieder einen anderen Weg einschlagen wollen?“

Als Direktor des Kreismuseums Syke informierte Dr. Ralf Vogeding über die Ausstellung „40 Jahre Landkreis Diepholz – 40 Projekte“, die symbolisch markante Punkte und Meilensteine aus den Bereichen Gesellschaft, Kultur, Natur und Wissenschaft reflektiert. Dazu ist ein gleichnamiges, 90 Seiten starkes Begleitbuch erschienen.

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