City Outlet bald in Diepholz?

Antrag der SPD-Fraktion soll Innenstadt beleben und Wirtschaft fördern

Ist ein Outlet Center in der Diepholzer Innenstadt sinnvoll und umsetzbar? Diese Fragen möchte die SPD-Fraktion prüfen lassen.  
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Ist ein Outlet Center in der Diepholzer Innenstadt sinnvoll und umsetzbar? Diese Fragen möchte die SPD-Fraktion prüfen lassen. Foto: Haab
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Diepholz – „Diepholz als eine Stadt im Grünen hat touristisches Potenzial, das es durch eine Stärkung von Handel und Gastronomie in der Innenstadt und eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität weiter zu steigern gilt“, heißt es in einem Antrag der Diepholzer SPD-Fraktion, in dem sie die Prüfung eines City Outlets in der Kreisstadt fordert.

Diepholz stehe vor der Frage, welche Entwicklungen im zentralen Versorgungsbereich möglich und welche Perspektiven sinnvoll seien. Dabei gehe es neben städtebaulichen Entwicklungen und Anstößen vor allem um die geschäftlichen Perspektiven und sonstigen Nutzungskonzepte in der Innenstadt. Der Marissa-Ferienpark in Lembruch als großes Tourismusprojekt in unmittelbarer Nähe biete Besucher- und Kundenpotenzial auch für die Diepholzer Innenstadt, heißt es vonseiten der SPD.

Vor diesem Hintergrund beantragt die Fraktion, die Stadt Diepholz möge die Entwicklung eines City Outlets für ihren zentralen Versorgungsbereich prüfen lassen. Mit dem Wirtschafts-, Standort- und Strategieberatungsunternehmen Ecostra aus Wiesbaden solle eine gemeinsame Begehung der relevanten Geschäftslagen und Potenzialflächen erfolgen.

Sollte hierbei eine grundsätzliche Eignung hinsichtlich eines innerstädtischen City Outlets erkennbar werden (aktuelle und potenzielle Leerflächen, bebaubare Standorte, räumlicher Zusammenhang, Erreichbarkeit, bereits vorhandene touristische Funktion), so soll eine detaillierte Standort- und Potenzialanalyse erstellt werden, heißt es im Antrag der SPD. Sollte diese Analyse ebenfalls eine Umsetzbarkeit aufzeigen, könnten weitere Schritte eingeleitet werden. Für die Untersuchung sollen Haushaltsmittel bis zu einer Höhe von 20 000 Euro außerplanmäßig zur Verfügung gestellt werden.

„Selbst wenn keine Eignung gegeben sein sollte, erhoffen wir uns Impulse für die weitere Innenstadtentwicklung“, so die SPD weiter.

Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing (Wista) der Stadt Diepholz, Bernd Öhlmann, sagte bezüglich des SPD-Antrages: „Wir haben uns bereits in der Vergangenheit mit Ideen zu einem Outlet Center befasst. Wenn die Wista den Auftrag erhalten sollte, die Belange zu prüfen, so werden wir dies auch tun.“ Er merkte an, dass im Vorfeld konkrete Ziele gefasst werden sollten: „Will man volle Geschäfte und viel Verkehr in der Innenstadt oder den Klima- und Naturschutz stärken? Dies gilt es abzuwägen. Vor einer Entscheidung müssten die Belastungen vor Augen geführt werden.“

Durch die Prüfung der Innenstadteignung für ein Outlet Center könnten neue Impulse geschaffen werden, so Öhlmann weiter. Allerdings sei für ein Outlet Center eine gewisse Größe an Fläche in der Innenstadt notwendig, merkte Öhlmann an.

Outlet Centren lebten in erster Linie durch das Angebot von Textilisten. Wie in einigen Großstädten zu verzeichnen sei, häuften sich die Schließungen dieser „Markenläden“. „Wir müssten ein konkretes Profil entwerfen, da jede Innenstadt anders ist und es keinen standardisierten Ort gibt. Es gibt keine Lösung von der Stange für jede Innenstadt“, so der Geschäftsführer der Wista Diepholz. „Den zur Diskussion stehenden Antrag sehen wir ausdrücklich als Ergänzung zum Förderprogramm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren.“

Parallel zu den städtebaulichen, verkehrlichen und grünplanerischen Fragen des Förderprogramms gehe es auch und vor allem um eine wirtschaftliche Perspektive und um Nutzungskonzepte für die Diepholzer Innenstadt, schreibt die SPD in ihrem Antrag.

Die Firma Ecostra definiert ein Factory Outlet Center (FOC) als einen Zusammenschluss vieler Ladeneinheiten innerhalb eines einheitlich geplanten Gebäudekomplexes oder einer räumlich zusammenhängenden Anlage mit einer Gesamt-Verkaufsfläche von mindestens 5 000 Quadratmetern und mit mehr als 20 Outlet Stores. In diesen werden Auslaufmodelle, 2.-Wahl-Produkte, Überschussproduktionen und Ähnliches von Markenherstellern und Einzelhändlern unter Umgehung des Einzelhandels an Endverbraucher abgesetzt.

Alle Waren werden mit einem Preisabschlag von mindestens 25 Prozent verkauft. Das Marketing ist auf ein überregionales Umfeld gerichtet, wobei auch Kunden aus räumlich größeren Distanzen angesprochen werden sollen. Die Koordination, Organisation und das Marketing erfolgt durch ein Centermanagement. Quelle: Ecostra

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