Umtausch alter Führerscheine

Ansturm auf Führerscheinstellen: 200 Tausch-Anfragen pro Woche für „alten Lappen“

Papierführerschein.
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Den „alten Lappen“ von Kreiszeitungs-Redakteur Michael Walter soll es bald nicht mehr geben.

Landkreis – Der Ansturm auf die Führerscheinstellen des Landkreises Diepholz hält unvermittelt an. Das berichtet Christine Vehlber-Lüders auf Nachfrage. Sie arbeitet im Team Fahrerlaubnisse beim Bürgerservice des Kreises. Hintergrund der vermehrten Anfragen ist, dass ein Bundesgesetz den Umtausch alter Führerscheine vorschreibt. Die betroffenen Jahrgänge sind zwar gestaffelt, um den Ansturm abzufedern, doch überfordert die hohe Nachfrage dennoch die Verwaltung im Landkreis.

Die Führerscheinstelle kämpft mit der für sie unglücklichen Kombination aus mehr Anfragen und coronabedingt weniger Möglichkeiten. Folge: Längere Bearbeitungszeiten. Das sagt Vehlber-Lüders. Um dem Aufwand Rechnung zu tragen, erhalte das Verkehrswesen im Bürgerservice sogar personelle Verstärkungen.

Im Landkreis rechnet Vehlber-Lüders nach den bisherigen Zahlen in diesem Jahr mit einer Vervierfachung der Anträge. Das heißt: Es wären rund 4 000 Anträge zu bearbeiten. „Ein Grund für diese hohe Zahl liegt unter anderem auch darin, dass Anträge derzeit weit vor dem eigentlich erforderlichen Umtauschzeitpunkt gestellt werden“, beklagt Vehlber-Lüders. Abhängig von den einzelnen Verfahren und den sich ergebenen Nachfragen könnten momentan bis zu 200 Anträge pro Woche bearbeitet werden. Das zeige laut Führerscheinstelle eine deutliche Resonanz in der Bevölkerung.

Die Umtausch-Anträge können derweil bei den Führerscheinstellen des Landkreises in Syke und Diepholz sowie bei den Städten und Gemeinden gestellt werden. Der Umtausch kostet laut Vehlber-Lüders einschließlich des Versands nach Hause 30,30 Euro. Der Vorteil: „Dadurch erspart man sich einen weiteren Weg zur nächsten Führerscheinstelle.“

Aufgrund des Andrangs wird angeregt, nur den Umtausch zu beantragen, wenn man aufgrund des Geburtsjahres hierzu verpflichtet ist.

Christine Vehlber-Lüders, Teamleitung Fahrerlaubnisse

Für Bürger im Landkreis, die aus dem EU-Ausland kommen, gelten grundsätzlich die gleichen Regeln. Überwiegend habe dort jedoch der Pflichtumtausch bereits stattgefunden, sodass in dem Bereich kaum noch Umtausche stattfinden müssten.

Der Umtausch „lohne“ sich dabei in jedem Fall, so Vehlber-Lüders, da bei Fristablauf eine Ordnungswidrigkeit begangen werde. Allerdings soll es seitens der Polizei aufgrund des hohen Antragsaufkommens und der in Teilen längeren Bearbeitungszeit in den Führerscheinstellen zunächst bei einem Verweis auf die Rechtslage bleiben, und kein Verwarngeld (zehn Euro) verhängt werden.

Darüber hinaus sei der Umtausch aufgrund des oft schlechten Zustandes der Papierführerscheine zu empfehlen. Dann sei auch gewährleistet, dass die Fahrerlaubnisdaten sowohl bei den Führerscheinstellen als auch im Zentralen Fahrerlaubnisregister in Flensburg korrekt erfasst sind.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

„Aufgrund des Andrangs wird angeregt, nur den Umtausch zu beantragen, wenn man aufgrund des Geburtsjahres hierzu verpflichtet ist“, rät Christine Vehlber-Lüders. Derzeit seien für das Jahr 2022 die Jahrgänge 1953 bis 1958 an der Reihe.

Die Servicestelle verweist darauf, dass die Umtauschpflicht zurzeit nur die Papierführerscheine betrifft. Die ersten ab 1999 ausgestellten Kartenführerscheine liefen dagegen erst ab 2026 ab. Das gelte auch für die Kartenführerscheine der Geburtsjahrgänge 1953 bis 1958.

Weiter informiert der Fachdienst, dass der Landkreis Diepholz (auch im Kreishaus Syke) für Personal und Besucher die 3G-Regelung und die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken eingeführt hat.

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