Kalb in der Nähhe der Dustmühle gerissen

Angriff auf der Kuhweide - Landwirt hat Wolf in Verdacht

Diepholz - In den vergangenen Wochen war es rund um das „Thema Wolf“ ruhiger geworden. Jetzt gibt es einen Vorfall, der mit großer Wahrscheinlichkeit wieder auf ein solches Raubtier zurückzuführen ist.

Als Landwirt Werner Strangmeyer am vergangenen Sonntag seine Kuhweide in der Nähe der Dustmühle Nord betrat, da erwartete ihn ein schrecklicher Anblick. Ein Kalb, das erst am Vortag zur Welt gekommen war, lag aufgerissen auf dem Boden, „keine Innereien mehr drinnen, die Rippen abgenagt“, berichtet Strangmeyer.

Der Verdacht des Landwirts fällt sofort auf den Wolf, denn eine solche Attacke hat er bislang noch nicht erlebt. „Das kann nur ein Wolfsangriff gewesen sein.“

Die Mutterkuh trug eine leichte Verletzung, bei der allerdings nicht sicher sei, ob sie mit dem Geschehen am Wochenende zusammenhängt. Strangmeyer rief umgehend einen Experten hinzu. Der ehrenamtliche Wolfsberater Dr. Marcel Holy war vor Ort, untersuchte den Fund und nahm DNA-Proben, die nun weiter analysiert werden. Vier Mutterkühe stehen auf der Weide, berichtet Strangmeyer, die drei anderen werden demnächst noch kalben.

Strangmeyer will so einen Vorfall nicht noch einmal erleben: „Wenn ich sehe, dass die kalben wollen, dann hole ich sie rechtzeitig in den Stall.“

Auch der finanzielle Verlust sei beträchtlich, Entschädigung gebe es wohl für Schafe, aber nicht für Kälber berichtet der Landwirt. Auch beschleiche ihn ein mulmiges Gefühl, so sagt er, wenn er daran denkt, dass dort häufig Fußgänger mit ihren Hunden unterwegs sind.

Wölfe in Niedersachsen

Nur wenige Kilometer nördlich der Dustmühle hatte es im Februar einen Schafsriss gegeben auf einer Streuobstwiese in der Lindloge. Damals waren zwei grasende Heidschmucken getötet und eine weitere schwer verletzt worden. Vor einigen Wochen bestätigte die offizielle Auswertung der DNA-Probe den ersten Verdacht der Aschener Jäger, dass hier ein Wolf „zugeschlagen“ hatte. 

sr

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