Ansprache beim Kirchenkreistag in Diepholz

Amtszeit von Superintendent Klaus Priesmeier endet bald

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Klaus Priesmeier spricht im Gemeindehaus der evangelischen St.-Michaelis-Kirchengemeinde Diepholz anlässlich seines bevorstehenden Ruhestands.

Diepholz - Von Katharina Schmidt. Die Amtszeit von Klaus Priesmeier, Superintendent des Kirchenkreises Diepholz, neigt sich ihrem Ende zu. Obwohl seine offizielle Verabschiedung erst für den 8. April vorgesehen ist, sprach Priesmeier beim Kirchenkreistag am Mittwoch bereits seinen bevorstehenden Ruhestand an.

Er gab sich bescheiden. „Einen perfekten Superintendenten hatten sie mit mir nicht. Aber ich kann sie trösten, das hatten andere auch nicht“, sagte Priesmeier zu den Kirchlichen, die sich im Gemeindehaus der evangelischen St. Michaelis-Kirchengemeinde Diepholz zusammengefunden hatten. „Ich gehe nicht stolz und selbstzufrieden, eher beunruhigt, was aus unserer Kirche wird.“ Angesichts des Mitgliederschwundes wage kaum jemand mehr, noch zwischen falscher und richtiger Kirche zu unterscheiden. Doch es gebe eine falsche Kirche – und zwar die Kirche ohne Christus.

Priesmeiers letzter Tag als Superintendent ist auf dem Papier der 30. Juni. Praktisch wird er noch Urlaub nehmen und somit schon etwas früher seine Arbeit niederlegen. Nach seiner Zeit im Kirchenkreis Diepholz geht er nicht direkt in den Ruhestand. Zunächst übernimmt er eine kurze Vakanz-Vertretung in Visselhövede (Landkreis Rotenburg).

13 Jahre lang war Klaus Priesmeier Superintendent im Kirchenkreis Diepholz. Zu dem Kirchenkreistag brachte er unter anderem ein Paar schwarze Schuhe mit, in denen er in dieser Zeit häufig für das Evangelium eingetreten ist. „Welche Schuhe brauchen Sie für den weiteren Weg?“, fragte er in die Runde. Nach einer kleinen Pause zum Austausch meinte er: „Auf jeden Fall müssen wir gut zu Fuß sein in den nächsten Jahren.“

Noch kein Nachfolger in Sicht

Ebenfalls im Gepäck hatte Priesmeier eine Bibel und eine Ausgabe der Kreiszeitung. Klar, die Bibel ist das Symbol für den christlichen Glauben. Und die Zeitung? Sie steht für ihn für all die Menschen, die im Leben immer wieder die rote Laterne in die Hand gedrückt bekommen. Diejenigen, die Leid erfahren müssen. Ihnen stehe Gott zur Seite. „Das Schlimmste, was mir in der Kirche begegnet ist, ist Gleichgültigkeit gegenüber Christus und den Menschen“, erzählte er. Das Ausmaß dieser Gleichgültigkeit empfinde er als erschreckend.

Der Superintendent dankte denjenigen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben. Ein Nachfolger für ihn gibt es noch nicht. In Kürze veröffentlicht der Kirchenkreis eine Stellenausschreibung, auf die sich Interessenten bewerben können. Sein Nachfolger tritt die Stelle wohl im Herbst an. Zwischenzeitlich wird es somit vermutlich zu einer Vakanz kommen. Laut Hans-Rudolf Kalus, Vorsitzender des Kirchenkreistags, springen dann die Stellvertreter des Superintendenten ein.

Auf der Tagesordnung standen auch ein Bericht von Michael Steinmeyer über die Partnerschaft des Kirchenkreises mit Baboua (Zentralafrikanische Republik) sowie ein Vortrag von Reinhard Benhöfer, Arbeitsstelle Umwelt- und Klimaschutz im Haus kirchlicher Dienste Hannover, zum „Klimaschutz als kirchliche Aufgabe“.

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