46.707 Bürger über 65 Jahre

Pflege im Kreis Diepholz: „Da muss ganz schön nachgebessert werden“

Diepholz - Von Anke Seidel. „Da muss ganz schön nachgebessert werden“, beschrieb Ortwin Stieglitz (SPD) als Vorsitzender des Fachausschusses für Jugend, Soziales und Gesundheit eine elementare Herausforderung der Zukunft: Im Landkreis Diepholz müssen mehr Betreuungsmöglichkeiten für Pflegebedürftige geschaffen werden, weil deren Zahl in der Zukunft enorm steigt. Das zumindest belegen die Zahlen, die Henning Wolter, Fachplaner im Fachdienst Soziales, gestern im Diepholzer Kreishaus aus dem aktuellen Pflegebericht präsentierte.

Seine Botschaft: Alt, älter, pflegebedürftig – diese demografische Dynamik hat bereits eingesetzt und wird die kommenden 13 Jahre prägen. Der Pflegebericht analysiert gleich drei Jahrzehnte (2001 bis 2030) auf der Basis von Zahlen des statistischen Landesamtes, der Bertelsmann-Stiftung und eigenen Daten des Landkreises Diepholz.

Die Fakten: Schon heute leben 34.249 Menschen im Alter zwischen 65 und 80 Jahren im Landkreis. Sie bilden 16,1 Prozent der Bevölkerung. Hinzu kommen noch 12.458 Bürger, die ihren 80. Geburtstag längst gefeiert haben, exakt 5,28 Prozent der Landkreisbewohner. Damit haben 46.707 Bürger die Geburtstagsgrenze von 65 Jahren überschritten. In der Zukunft, so die aktuelle Prognose, werden es 60.417 sein. Die Gruppe der 65- bis 80-Jährigen steigt auf 42.383 oder 20,68 Prozent, die der über 80-Jährigen auf 18.034 oder 8,8 Prozent.

Ambulante Unterstützung gefragt

Zugleich sinkt die Zahl der Menschen, die ihre Angehörigen selbst pflegen könnten: Der Anteil der 45- bis 65-Jährigen, heute 5,53 Prozent der Kreisbewohner, schmilzt bis 2030 auf 3,24 Prozent. Professionelle Betreuung ist schon heute unverzichtbar. 29 Tagespflegen, 41 Pflegeheime (2.600 Plätze) und 35 ambulante Pflegedienste bieten sie zurzeit. Unstrittig war im Ausschuss, dass der Bedarf an professioneller Pflege noch enorm steigt. „Familie, Beruf, Angehörige pflegen“, für diese Herausforderung, so Ortwin Stieglitz, müsse es entlastende Angebote geben. Marlies Plate (Grüne) hatte vor allem jüngere Pflegebedürftige im Blick, für die es genauso ausreichende Betreuungsangebote geben müsse. In dieser Altersstufe sei vor allem ambulante Unterstützung gefragt, erklärte Ulrike Tammen als Leiterin des Landkreis-Fachdienstes Soziales.

Der Pflegebericht umfasst insgesamt 82 Seiten und soll in Kürze in gedruckter Form vorliegen. Digital ist er im Internet bereits einsehbar.

Rubriklistenbild: © dpa

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