Aus dem Alltag der Kinder der Tschernobyl-Ferienaktion in den Gastfamilien

Gemüse ist nicht „in“

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In großer Runde reflektierten die Gasteltern mit dem Leitungsteam die Erfahrungen mit ihren Kindern der 23. Tschernobylferienaktion im Kirchenkreis.

Diepholz - Die Termine der Höhepunkte für die Ferien der Gastkinder aus der Tschernobylregion füllen zwei Seiten. Jetzt kamen die Gasteltern aus dem Kirchenkreis im Gemeindehaus von St. Nicolai zusammen, um mit den Koordinatoren Wilhelm Reessing und Hans-Jürgen Waschke erste Erfahrungen auszutauschen.

Der Alltag in den Familien ist neben den vielen Programmpunkten immer noch das Herzstück des Aufenthaltes. Und die Frage, „wie geht es den Kindern, und wie geht es Ihnen?“ steht dabei im Vordergrund.

Jeder Gastgeber erzählt, wie man sich gerade anfangs „mit Händen und Füßen“ verständigt, notfalls nette russisch sprechende Nachbarn einbezieht, oder auch per Handy die drei Dolmetscherinnen. Neu ist in diesem Jahr die Vorlage einer extra von hier zusammengestellten deutsch-russischen Übersetzungshilfe. Auf 21 Seiten ist jeweils in deutsch und cyrillisch das Wichtigste des täglichen Lebens nachzulesen. Und das auch in Lautsprache, um auf beiden Seiten das Sprechen zu üben.

Alle schmunzeln über die Essvorlieben ihrer Kinder: Gemüse nur „mit Anlauf“, Suppe –„och nee“, aber Grillfleisch zu jeder Zeit. Marmelade? „Nein“, aber Schokoaufstrich „Ja“. Alle lernen von einander und probieren Neues aus. Wichtig ist, dass noch einige Eltern im fernen Gomel lernen müssen, nicht jeden Tag mit ihren Kindern zu telefonieren. Dann ist nämlich das Heimweh vorprogrammiert. Hans-Jürgen Waschke will das über die Aktionsleitung in Hannover unterstützen lassen. Sehr gefragt sind auch Kinderräder, die für diese Zeit zur Verfügung gestellt werden können. Die nötigen Fahrrad- und Verkehrsanweisungen standen mit der Polizei und Verkehrswacht auf dem Plan. Viel Organisationstalent gehört auch für alle dazu, die Programmziele in Fahrgemeinschaften anzusteuern. Manchmal läuft das Handy von Reessing heiß. Wie immer unterstützen zwei Fahrer die Nord- und die Südtour, um die Kinder zum Termin zu bringen.

Wilhelm Reessing ist zudem noch an der Mitarbeit zu einem aktuellen Film und einem Dokumentationsbuch über die 25-jährige Ferienaktion der Landeskirche beteiligt. Die allergrößte Hürde, so versprechen es die Leiter, gäbe es am Ende: Keiner darf mehr als 20 Kilogramm Fluggepäck anbringen. Wie viel die Kinder selber wiegen, ist egal. Hier wird eine „Zunahme“ nicht überprüft.

hb

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