Mitglieder erteilen Auftrag an den Vorstand

Agenda 21-Förderverein vor der Auflösung

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Die Teilnehmer der möglicherweise vorletzten Mitgliederversammlung des Agenda 21-Fördervereins Diepholz mit dem Prototypen für eine Info-Trommel, Entwürfen für Info-Tafeln und Stücken des historischen Bohlenweges aus dem Aschener/Heede Moor – alles für Moor-Erlebnispfad bestimmt. Rechts: Vorsitzender Dieter Tornow.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Ohne ihn gäbe es vermutlich Projekte wie Moor-Erlebnispfad, Skulpturenpfad oder „Soziale Stadt“ in Diepholz nicht  – oder zumindest nicht in dieser Form. Jetzt sind die Tage des 1998 gegründeten Agenda 21-Fördervereins Diepholz offenbar gezählt.

Bei der Versammlung am Mittwochabend in den Räumen des Grüntee-Importeurs Shimodozono/Keiko an der Strothestraße haben die Mitglieder dem Vorstand einmütig den Auftrag erteilt, die Auflösung des Vereins vorzubereiten. Das hat mehrere Gründe.

Die Arbeit für die Agenda 21 – ein 1992 von den Vereinten Nationen beschlossenes Aktionsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung – steht in Diepholz auf zwei Säulen: Förderverein und Bürgerstiftung. Das führt nicht nur oft zu Verwechslungen, sondern scheint auch überflüssig, zumal im 42 Mitglieder großen Verein nur noch sehr wenige wirklich aktiv sind. Daher hat die Agenda 21 Bürgerstiftung bereits zum 1. Januar Projekte wie die Freiwilligen-Agentur und den Skulpturenpfad übernommen.

Anlass, die schon länger vom Vorsitzenden Dieter Tornow befürwortete Auflösung des Fördervereins wieder aufzugreifen, war eine Forderung des Finanzamtes, die Satzung zu ändern, um die Gemeinnützigkeit nicht zu verlieren.

Zu wenige Mitglieder anwesend

Das klappte aber am Mittwochabend nicht, weil nur 18 Mitglieder anwesend waren. Zur Satzungsänderung hätten es 30 (zwei Drittel) sein müssen. Für oder gegen die Auflösung des Vereines können auch Mitglieder (schriftlich) stimmen, die nicht bei der Versammlung anwesend sind. So wird voraussichtlich in der 21. Versammlung in einigen Monaten die Auflösung des Agenda 21-Fördervereins beschlossen.

„Mit dem einstimmigen Auftrag der Mitgliederversammlung an den Vorstand, positiv zurück und in die Zukunft zu blicken und eine Vereinsauflösung vorzubereiten, hat die Mitgliederversammlung deutlich gemacht, dass die Agenda 21-Arbeit in Diepholz weiter gehen soll und wird“, erklärte Vorsitzender Dieter Tornow: „Ziele der geplanten Auflösung des Vereins sind insbesondere die Vereinfachung der Agenda 21-Strukturen, Vermeidung von Doppelbelastungen und der damit verbundenen Kosten.“

Sachliche Diskussion

Tornow blickte bei der Versammlung, in der die Mitglieder sehr sachlich diskutierten, auf das Geleistete zurück: „Wir haben sehr viele Fördergelder nach Diepholz geholt, viele Spenden eingeworben, ehrenamtlich Unglaubliches geleistet und Firmen sowie Bürgerinnen und Bürger motiviert, Nachhaltigkeitsprojekte in eigener Verantwortung umzusetzen.“

Am Anfang stand der Moorschutz: Agenda begann mit dem Moor-Erlebnispfad im Diepholzer Moor. Tornow: „Wir haben das inhaltliche Konzept erarbeitet und die Stadt hat europäische Fördergelder akquiriert“. Auch der Skulpturenpfad im Süden der Stadt, für den sich Ulrich Halfpap und seine Mitstreiter sehr engagieren, ist ein Vorzeigeprojekt des Agenda 21-Fördervereins Diepholz. Dieses steht für Kunst- und Kultur, Tourismus und Bildung, aber auch für den Bereich Soziales.

Die Bürgerstiftung Agenda 21 hat sich bereit erklärt, die Projekte und auch den Betrieb des Büros im Agendahaus am Rathausmarkt fortzuführen. Der bei der Versammlung des Agenda 21-Fördervereins vorgelegte und geprüfte Kassenbericht war unproblematisch.

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